Niedecken – Reinrassije Strooßekööter: Das Familienalbum

Niedecken - Familienalbum (foto: universal music)

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6 Universal Music

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Ein Familienalbum der besonderen Art: Mit der sehr ruhig und besonnen geratenen LP „Reinrassije Strooßekööter“ legt BAP-Mastermind Wolfgang Niedecken seine zweite monothematische Song-Sammlung vor, bei der sich diesmal alles um seine Lieben dreht. 

Wolfgang Niedecken steht ja nun schon ein paar Montage auf der Bühne. Und im Laufe der Zeit hat der Gute solo und mit BAP viel Material angehäuft, das auf irgendeine Art und Weise seine Familie zum Thema hat. 13 dieser Songs – allesamt neu arrangiert und interpretiert – hat der Vorzeigekölner nun auf dieser Kompilation versammelt, auf die es mit dem Opener „Reinrassije Strooßekööter“ auch ein neuer Track geschafft hat, der eigens für dieses Album aufgenommen wurde. „Das Familienalbum – Reinrassije Strooßekööter“ mag man daher als Fortsetzung von „Zosamme alt“ begreifen, für das Niedecken Lieder, die er für seine Ehefrau Tina geschrieben hat, ebenfalls neu interpretierte. Es ist natürlich nicht das erste Mal, dass Niedecken Altes neu interpretiert. Der Reiz des Familienalbums liegt aber tatsächlich darin, dass er sich hier mal nicht die üblichen Verdächtigen vorgenommen hat – und das Ganze mit einem roten Faden durchzogen hat.

Produziert wurde das Ding aber nicht am Rhein, wo Niedeckens familiäre Wurzeln liegen, sondern im Esplanade Studio in New Orleans. Ein Umstand, den man der Platte natürlich anhört. Da gibt’s es beispielsweise Southern Rock („Für`ne Fründ“), Cajun-Punk („Jebootsdaachspogo“) und New Orleans typische Bläser („Wie schön dat wöhr“) auf die Ohren. Aus dem BAP-Katalog hat sich Wolfgang Niedecken unter anderem den „Chippendale Desch“, das „Bahnhofskino“ und den „Chlodwigplatz“ ausgewählt, die in der neuen Interpretation deutlich entspannter wirken. Es ist vielleicht der Hauptkritikpunkt der Platte. So schön die Songs für sich genommen sind, so könnte der Platte insgesamt etwas mehr Schwung gut tun.

Als Produzent und Arrangeur wirkte Niedeckens Kumpel Julian Dawson, der überdies Gitarre, Dobro und Harmonica beisteuerte. Zur Band gehörten außerdem Eagles-Sideman Steuart ‚Spider‘ Smith (Gitarre, Piano, Hammond, Keyboards), Bassist Roscoe Beck (Leonard Cohen, Dixie Chicks) und Drummer J.J. Johnson. Hinter dem Pult saß der zweifache Grammy-Gewinner Stewart Lerman.

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Fazit: Interessantes, weil sehr persönliches Album, das aber ab und an mehr Drive vertragen könnte.

Anspieltipps: Reinrassije Strooßekööter, Für ’ne Fründ, 

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