Neu im Plattenschrank: Dezember 2013

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Zaz – Recto Verso (Collector Edition)

Label: Sony VÖ: 2013

Deluxe, Limitiert, Collector – bei Zaz‘ Album „Recto Verso“ hat man die Qual der Wahl. Wir haben uns für die neueste Auflage entschieden. Die Collector Edition. Diese kommt mit zwei CDs (dem ursprünglichen Album und einem zweiten Silberling mit neun Bonus-Tracks) sowie einer DVD (Doku ihres Konzerts am Mont Blanc) daher. Abgesehen von der ärgerlichen VÖ-Taktik (wie erklärt man einem, der sich gerade die Limited Edition gekauft hat, dass er jetzt noch bitte schön die Deluxe- oder Collectors Version zu erwerben hat?) – „Recto Verso“ ist eine gelungene Scheibe geworden, über die man eigentlich nicht meckern kann. Eine Reminiszenz an Piaf und Frehel. Chanson-Pop at its best. Zwar ist es wie so oft mit dem verflixten zweiten Album: Ans erste reicht es nicht heran. Durchaus hörbar ist es trotzdem, typisch französisch überdies – und alleine die rauchige Stimme Zaz‘ ist den Kauf des Albums wert.

Fazit: Solide.

Anspieltipps: On ira, T’attends quoi, La lessive

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The Inspector Cluzo – Gasconha Rocks

Label: Fuckthebassplayer Records VÖ: 2013

Es bleibt französisch, wird aber in der Machart deutlich härter. The Inspector Cluzo gelten als eine der erfolgreichsten französischen Rockbands, und haben mit „Gasconha Rocks“ ihr nunmehr viertes Studioalbum (natürlich bassfrei) vorgelegt. Dieses ist weitaus rockiger ausgefallen als seine Vorgänger, was schon allein wegen der Tatsache verwunderlich ist, als dass die Band Inspiration während ruhiger erholsamer Ferien auf einem Bauernhof in der Gascogne schöpfte. Weniger verwunderlich: die Stücke handeln vom Einbruch der Moderne in die ländliche Autonomie. Und da passt er ja doch irgendwo ganz gut, der brachiale Sound von Mathieu Jourdain und Laurent Lacrouts. Die Special Edition kommt übrigens samt Comic und einer Doku-DVD daher.

Fazit: Hörenswert.

Anspieltipps: Hello Goodbye Education.

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Of Montreal – Lousy With Sylvianbriar

Label: Polyvinyl VÖ: 2013

Das mittlerweile zwölfte Studioalbum von Of Montreal – es ist wohl eines ihrer besten, weil prickelndsten. Ein bisschen weniger verspielt als der Vorgänger, werden hier vor allem an Erinnerungen an Donovan oder Dylan wach. 17 Jahre ist die Combo nun aktiv, erfindet sich ständig neu, mäandert zwischen Indie-Pop, Funk, 60s, Psychedelia oder Electronica und wird dafür ebenso gelobt wie zerrissen. Diesmal dürften die Bewertungen vor allem positiv ausfallen. Sänger und Songwriter Kevin Barnes hat die meisten Stücke in San Francisco geschrieben – und man kann die Energie der Hippie City förmlich spüren.

Fazit: Kaufempfehlung.

Anspieltipps: Obsidian Currents, Belle Glade Missionaries

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Manu Chao – u.a. Clandestino, Próxima Estación: Esperanza; Radio Bemba Sound System; Siberie m’etait contéee

Label: Because Music VÖ: 2013

In diesem Monat hat das Label Because Music den gesamten Backkatalog von Manu Chao wiederveröffentlicht, jenem Künstler also, der 1998 mit „Bongo Bong“ die Charts stürmte. Wir haben in folgende reingehört:

Clandestino (1998): Das erste Soloalbum des französischen Sänger war gleich sein kommerziell erfolgreichstes. Was sicherlich auch an „Bongo Bong“ lag. Insgesamt finden sich hier 16 Songs, sowohl auf Französisch, Englisch oder auch Portugiesisch, die unter anderem vom Elend in brasilianischen, kolumbianischen oder senegalesischen Slums handelt.  Ein eher nachdenkliches Album, das Manu Chao zum Teil auf seinen Reisen um die Welt aufnahm – und eines der wichtigsten französischen überhaupt. Anspieltipps: Bongo Bong, Clandestino

Próxima Estación: Esperanza (2001): Der Nachfolger von „Clandestino“ war ebenfalls erfolgreich, vor allem auch in Deutschland. Allerdings kam er damals auch etwas bemüht, wie ein Klon des Vorgängers daher. Dennoch haben es mehrere tolle Songs auf das Werk geschafft, auf dem sogar auf Arabisch gesungen wird. Anspieltipps: Mi Vida, Trapped By Love.

Radio Bemba Sound System (2002): Nicht nur die Studio-, sondern auch die Livealben Manu Chaos wurden neu aufgelegt. Dieser Mitschnitt stammt von einem Konzert in Japan, das den Abschluss einer Welttournee Chaos mit seiner Band „Radio Bemba New System“ darstellte. Der Künstler bietet hier einen Querschnitt seines Schaffens, streift diverse Genres von Reggae über Latin Music bis hin zu Alternative Rock – und lässt den Zuhörer begeistert zurück. Anspieltipps: Blood and Fire.

Siberie m’etait contéee (2005): Das Album ist das erste French-only Werk Manu Chaos. Ursprünglich war es als reine Beilage eines gesellschaftskritischen Kinderbuchs gedacht. Eines der zentralen Bezugspunkte des Albums:  Paris. Anspieltipps: Petite blonde du boulevard Brune.

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Manolo Panic – Helpless & Strange

Label: Deepdive Records VÖ: 2014

Melodisch-melancholischer, aber durchaus tanzbarer Indie-Rock – dafür stehen Manolo Panic. Die Schweizer Band um Sänger Ramon Margharitis veröffentlicht demnächst mit „Helpless & Strange“ ihr lange erwartetes Debütalbum. Und was für eins. Indierock mit Herz und Hirn, Rock mit Ecken und Kanten, eingängige Refrains – die Eidgenossen können was. Bitte mehr!

Fazit: Anhören!

Anspieltipps: A melody to soften the news

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