Neu im Plattenschrank: März 2014

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Shakira – Shakira

Label: Sony VÖ: 2014

Ein bisschen Latin Music, ein wenig Reggae, Rock, ja sogar ein bisschen Country – das sind die Zutaten, die Shakira für ihr schlicht „Shakira“ betiteltes Album zusammengerührt hat. Herausgekommen sind zwölf Songs, bei denen die kolumbianische Sängerin auch auf Unterstützung von namhaften Kolleginnen wie Rihanna zählen darf. Mit „Can’t Remember To Forget You“ beweist Shakira dann auch gleich, dass sie es auch vier Jahre nach ihrem letzten Album nicht verlernt hat, eingängige Melodien zuschreiben. Und „eingänglich“ ist in diesem Fall wirklich ein Kompliment. Wir meinen hier nicht „waka waka“-eingänglich.

Fazit: Hörbarer Mainstream-Pop. Und man beneidet Gerard Piqué ein wenig.

Anspieltipps: Can’t Remember To Forget You, Empire

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Christina Perri – Head or Heart

Label: Atlantic/Warner VÖ: 2014

„Head or Heart“ ist Christina Perris Nachfolger von „Lovestrong“ (2011), für das sich die Sängerin gleich eine ganze Reihe an Produzenten an Land gezogen hat. Martin Johnson, Jake Gosling, John Hill und Butch Walker trugen ihren Teil zum Gelingen dieses Albums bei. Mit Ed Sheeran hat sich die Perri dazu bei „Be My Forever“ dazu noch einen illustren Gastmusiker dazu geholt. Entstanden sind also 13 Tracks voller Energie, Charisma und Spielfreude, die augenscheinlich eine neue Ära in der Karriere der Perri einläuten.

Fazit: Hörenswert!

Anspieltipps: Trust, Be My Forever, Sea of Lovers, Lonely Child, Run

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Flip Grater – Pigalle

Label: Make My Day Records/Indigo VÖ: 2014

Es gibt Alben-Cover, die verraten schon viel über das, was man auf dem dazugehörigen Album zu hören bekommt. Das berührende „Pigalle“ gehört eindeutig dazu. Düster und melancholisch ist das neue (mittlerweile vierte) Werk der neuseeländischen Indie-Künstlerin Flip Grater geworden. Text-Auszug gefällig? „I’m quitting my life/Cold Turkey/It’s the only way for a junkie like me/To finally be free“. Grater überzeugt durch ihre ausdrucksstarke, warme Stimme, Facetten-Reichtum und einer Sammlung von elf Songs, die von einer beinahe erotischen Schwermut sind.

Fazit: Absolute Kaufempfehlung! Geht unter die Haut.

Anspieltipps: The Quit, Hide and Seek

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Blaudzun – Promises of No Man’s Land

Label: Glitterhouse/Indigo VÖ: 2014

Arcade Fire, Ryan Adams – Johannes Sigmond alias Blaudzun wurde schon mit so einigen internationalen Größen verglichen. Mit „Heavy Flowers“ gelang ihm 2012 der Durchbruch, hierzulande war das Werk allerdings nur als Import-CD verfügbar. Dennoch machte sich der Niederländer durch seine diversen Festival-Auftritte auch hier einen Namen. Gespannt wartete man daher auf „Promises of No Man’s Land“. Und was soll man sagen. Blaudzun entwickelt mit seiner neunköpfigen Band ein regelrechtes Klanguniversum, das sich aus Elementen aus Folk, Pop, Rock und Singer/Songwriter-Stuff speist. Und ganz ehrlich, ein bisschen erinnert „Too Many Hopes for July“ schon an Songs aus  „The Suburbs“.

Fazit: Abwechslunsgreich.

Anspieltipps: Euphoria, Too Many Hopes For July

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Owls – Two

Label: Polyvinyl/Cargo : 2014

Nein, einen Schnellschuss kann man „Two“ nun nicht gerade nennen. Seit nunmehr 20 Jahren machen Tim Kinsella, Mike Kinsella, Victor Villareal und Sam Zurick gemeinsam Musik (zunächst unter dem Namen Cap’n Jazz) – und „Two“ ist gerade mal ihr zweites Studioalbum. 13 Jahre sind seit „Owls“, ihrem Erstlingswerk vergangen. Nun haben die Jungs aber nicht in Axl-Rose-Chinese-Democracy-Manier jahrelang an dem Nachfolger gefeilt, sondern sich zwischenzeitlich in ganz unterschiedlichen Richtungen verlustiert. Glücklicherweise hat die Indie-Rock-Combo aber wieder zusammengefunden und sie knüpft dort an, wo sie einst mit „Holy Fucking Ghost“ aufgehört hat. Hypnotische Grooves, ein bisschen Emo? Check. Diesmal allerdings klingen die Lyrics etwas weniger abstrakt.

Fazit: Für Fans ein Muss.

Anspieltipps: I’m surprised

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Robert Francis – Heaven

Label: Membran/Sony VÖ: 2014

Man fragt sich ja oft: Wie viel Autobiografisches steckt eigentlich in so einem Album? Robert Francis macht da bei „Heaven“ gar keinen Hehl draus und bezeichnet das Werk sogar als „Tagebuch“ seiner vergangenen Jahre. Es ist das mittlerweile vierte Studioalbum des 27-Jährigen US-Musikers, der dereinst von Ry Cooder entdeckt wurde und mit der Single „Junebug“ sowie dem dazugehörigen Album „Before Nightfall“ die Charts stürmte. Auf „Heaven“ klingt Francis etwas realitätsnäher und gereifter. Hat ja auch keine leichte Zeit hinter sich, der gute Mann. Nervenzusammenbrüche, Drogen, Alkohol, zwischenzeitliche Abkehr von der Musik, you name it. Gut, dass er wieder die Kurve bekommen hat. Robert-Francis-Fun-Fact: Francis war der erste Schüler von Red-Hot-Chili-Peppers-Gitarrist John Frusciante.

Fazit: Kein Chartstürmer, aber empfehlenswert.

Anspieltipps: Blue, Hotter Than Our Souls

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Broken Twin – May

Label: Anti/Indigo VÖ: 2014

Drei Jahre Songwriting hat die Dänin Majke Voss Romme in „May“ gesteckt. Herausgekommen ist ein Werk voller Tiefe und Schönheit, das sich zum Großteil aus Piano, Strings und Voss Romme einprägender Stimme zusammensetzt. Sie hat es bewusst simpel gehalten, die gute Majke. Es ist kein Zufall, dass „May“ gerade jetzt veröffentlicht wird. „Die Jahreszeit passt zu den Songs. Der Frühling ist eine Phase des Jahres, in der sich viel verändert. Es ist eine hoffnungsvolle Jahreszeit“, sagt Voss Romme. Dennoch hat die Platte einen melancholischen Vibe, was aber an sich kein Widerspruch ist. Voss Romme:  „Wissen Sie, wenn man die traurigen Songs anderer Leute hört, eine Beziehung, eine Verbindung zu ihnen aufbaut – dann fühlt man sich ein Stück weit weniger allein auf dieser Welt.“ Hier könnt ihr übrigens ein Video von Broken Twin sehen.

Fazit: Hoffnungsvoller Newcomer.

Anspieltipps: Sun Has Gone, Glimpse of a Time

 

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Willie and the Bandits – Grow

Label: Fat Toad Records VÖ: 2014

Rock, Blues, Latin und Folk – mit dieser Mischung warten „Willie and the Bandits“ auf, eine britische Kapelle, die sich innerhalb Europas durch ihre hammermäßigen Live-Shows bereits eine loyale Fanbasis erspielt hat. Geadelt wurde die Combo durch Lobeshymnen von allerlei Branchen-Größen. Die Kaiser Chiefs prophezeiten den Banditen eine große Zukunft und „mind blowing“, fiel beispielsweise das Urteil von Deep Purple aus. Und wer möchte Rock-Legenden schon widersprechen? Mind blowing ist vor allem die Stimme von Willie Edwards, gleichzeitig Gitarrist der Band, die ansonsten aus Matthew Brooks (Bass) und Andrew Naumann (Drums & Percussion) besteht.

Fazit: Unverschämt talentiert.

Anspieltipps: Under the grove, Got to do better

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Saintseneca – Dark Arc

Label: Anti/Indigo VÖ: 2014

Bei Saintseneca handelt es sich um eine junge Folk-Band aus Columbus, Ohio, angeführt von Singer-Songwriter und Multi-Instrumentalist Zac Little. Die Kapelle mixt gekonnt akustische Instrumentierung (etwa Balalaika, Mandoline) mit Synthesizern oder elektrischen Gitarren. Ein bisschen Bob Dylan, ein bisschen Animal Collective und sogar ein wenig The Cure meint man auf „Dark Arc“ herauszuhören. „Ich möchte, dass wir diese minimalistische Acoustic Folk Group sind und ich will auch, dass wir eine Rockband sind“, sagt Zac Little. Was er damit meint, lässt sich auf „Dark Arc“ nachvollziehen.

Fazit: Unkonventionell.

Anspieltipps: Happy Alone, Uppercutter

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The DeSoto Caucus – The DeSoto Caucus

Label: Glitterhouse/Indigo VÖ: 2014

Americana. Liegt doch auf der Hand, wenn vier Dänen miteinander musizieren. Oder doch nicht? Jedenfalls ist das das Ding von The DeSoto Caucus. Und warum auch nicht? Komplexe Grooves, coole Gitarren, die Jungs wissen schon, was sie da treiben. Mal wird ordentlich Lärm gemacht, mal geht es eher ruhig zu, mal ist es düster, mal eher fröhlich. Relativ vielschichtig präsentieren sich die Jungs aus Aarhus auf ihrem neuesten Arbeitsnachweis. Ende April sind die Dänen übrigens auch auf Deutschland-Tournee.

Fazit: Großartig.

Anspieltipps: Wasteland, Lonesome Train

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Tommy Guerrero – No Man’s Land

Label: Grand Palais VÖ: 2014

Schauspieler, die Musiker werden? Kennen wir. Alles schon gehabt. Bei Sportlern ist das meist so eine (meist peinliche) Sache. Nicht so bei Tommy Guerrero, einem einstigen Pro-Skater, der anno dazumal die Skateboard-Geschichte maßgeblich mitgeprägt hat. Jetzt hat er auf Musiker umgesattelt, und das gar nicht mal schlecht. Rock, Hip Hop, Funk, Jazz und Soul mischt der 47-Jährige Kalifornier und erzeugt dabei eine wahre Klang-Oase.

Fazit: Chillige Scheibe.

Anspieltipps: Loco’s Lament, The Stranger

Back-Katalog

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Johannes Oerding – Für immer ab jetzt (Live + Deluxe)

Label: Columbia/Sony : 2014

2013 war ein Hammer-Jahr für Johannes Oerding. Mit „Für immer ab jetzt“ schoss er bis auf Platz vier der deutschen Charts, was dieses Album (sein drittes) zu seinem bisher erfolgreichsten machte. 2014 legt Oerding das Erfolgsalbum nun noch mal auf – und packt gleich eine Live-CD dazu. Das dazugehörige Konzert stammt aus der Hamburger Stadthalle und geht für Fans sicherlich in Ordnung. Dazu sattelt Oerding ausserdem als Dankeschön noch fünf Bonus-Tracks drauf.

Fazit: Lohnt sich für jene, die das Original im vergangenen Jahr nicht erworben haben und auf Mucke im Bendzko-Stil stehen.

Anspieltipps: Nichts geht mehr (live), Schlaflos (live)

Text: Benjamin Fiege

 

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