Neu im Plattenschrank: August 2013

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Antun Opic – No Offense 

Label: antuned VÖ: 2013

Antun Opic gilt nicht als jemand, der sich in den Vordergrund drängelt. Der Münchner Songwriter mit kroatischen Wurzeln überließ schon während seiner Zeit bei der bayrischen Band „Wildwuxx“ lieber anderen das Rampenlicht. Jetzt gebührt das Spotlight jedoch zweifellos ihm: Mit „No Offense“ hat der Sänger und Gitarrist sein Debütalbum vorgelegt. Opic hat es selbst produziert, geholfen hat ihm dabei der Gitarrist Tobias Kavelar, den Opic selbst auf seiner Webseite als Idol bezeichnet.

Herausgekommen sind bei dieser Zusammenarbeit zwölf starke Songs, die von „melancholisch“ bis „sarkastisch/humorvoll“ eine große Bandbreite abdecken. Opics englische Texte sind zum Teil politisch, zum Teil aber auch relativ abstrakt gehalten. Keine Angst, das klingt komplizierter, als es ist. Tatsächlich ist Opics Musik sehr eingängig.

Stilistisch wäre es zu einfach, das Album in die Schubladen „Weltmusik“ oder „Balkan“ zu packen. „No Offense“ ist keine Ethno-Kiste. Natürlich verleugnet Opic seine kroatischen Wurzeln auf dem Silberling nicht, und natürlich sind die Balkan-Einflüsse hörbar. Dominanter sind jedoch die Blues- und Folk-Elemente. Dazu mischen sich ein bisschen Pop, Gypsy, Flamenco und sogar ein wenig Gospel („Moses“). Abwechslungsreiches Ding!

Fazit: Hörenswert!

Anspieltipps: No Offense, Moses, Hospital

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Paper Aeroplanes – Little Letters

Label: Navigator VÖ: 2013

Es war im Oktober vergangenen Jahres, als mir diese Band zum ersten Mal auffiel. Im Mannheimer Capitol war das, und eigentlich war ich dort, um über das Konzert der dänischen Songwriterin Tina Dico zu berichten. Paper Aeroplanes begeisterten mich als Vorband aber dermaßen, dass ich in der Pause das komplette Angebot des Merchandising-Stands leer kaufen musste.

Umso fröhlich war ich, als ich erfuhr, dass das walisische Duo ein neues – sein nunmehr drittes – Album veröffentlicht hat. Ich wurde zum Glück nicht enttäuscht. „Intimate, jaunty and confident low-key pop with great melody“, hat der Guardian mal die Musik von Sarah Howells und Richard Llewellyn beschrieben. Und genau das ist es, was man auf „Little Letters“ zu hören bekommt.  Kompositionen, die den Hörer an die wilde walisische Küste entführen; melancholische Texte, die so intim und aufrichtig daher kommen, dass man sie tatsächlich als gesungene, kleine Briefe verstehen könnte – und für Sarahs Stimme möchte man ohnehin einfach nur dahinschmelzen.

„Little Letters“ ist ein Lebenselixier für geschundene Seelen, ein Antidot für all jene, die ihre Sommerabende alleine verbringen müssen. Wer auf guten Folk und schöne Balladen steht, ist hier an der richtigen Adresse. Oder, wie es der Musikkritiker Stephen Thomas so treffend ausdrückt: „If you have two ears and a heart, you’ll love this album. And frankly, you’d probably still love it even without one of those ears.“

Fazit: Absolute Kaufempfehlung.

Anspieltipps: Little Letters, Multiple Love, At the Altar

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The Stanfields – Death & Taxes

Label: Rookie Records VÖ: 2013

Mit „Death & Taxes“ befinden wir uns zum Abschluss in einer ganz anderen musikalischen Ecke. Die Musik der Kanadier aus Nova Scotia ist eine Mischung aus Hard Rock, Punk und Rock ’n‘ Roll, stark rhythmus-orientiert, teils sehr hymnisch und eher etwas zum Mitgrölen. Hier schreit alles geradezu „working class“: Rockige Gitarren, eingängige Refrains und Melodien, ein bisschen Country und ein wenig Irish Folk – fertig ist ein „mitreißender Vollgas-Livesound“, wie es in der Presse-Mitteilung heißt. Produzent war übrigens Mike Fraser, der schon für Aerosmith, Metallica und AC/DC arbeitete. John Landrys raue Stimme bleibt haften, ebenso wie die Geschichten, die in den zehn Songs, die sich zumeist um soziale Gerechtigkeit drehen, erzählt werden.

Die Scheibe rockt auf jeden Fall und ist ein würdiger Nachfolger zum Erstlingswerk „Vanguard Of The Young & Reckle“ (2010). Vielleicht nicht so unumschiffbar wie der Tod oder die Steuern, aber wenigstens beinahe. Zumindest für jene, die es gerne laut und heavy mögen.

Fazit: Hoher Mitwipp-Faktor!

Anspieltipps: The Boston States, Death & Taxes

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