Neu im Plattenschrank: März 2015

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Rebecca Ferguson – Lady Sings the Blues

Label: Sony VÖ: 2015

Am 7. April hätte die leider viel zu früh verstorbene Billie Holiday ihren 100. Geburtstag gefeiert. Anlass genug für die englische Sängerin Rebecca Ferguson, die Jazz-Ikone mit einem Tribut-Album zu ehren. Zwölf Songs der Musiklegende – viele davon aus dem legendären „Lady Sings The Blues“ aus dem Jahre 1956 – drückt die 28-Jährige Liverpoolerin, die einst durch die Teilnahme an der britischen Casting-Show „X-Factor“ bekannt wurde, ihren eigenen Stempel auf. Und das macht sie durchaus so gefällig, dass man sich nicht fremdschämen muss. Ist ja immer so eine Sache, so ein Cover-Album. Vor allem eines, das einem Verblichenen gewidmet ist, der sich dagegen nicht mehr wehren kann. (Fragt mal den Autor dieser Zeilen, was er vom Helmut-Lotti-Tribut an Elvis Presley hält … Anm. der Redaktion). Das Ganze glückt vor allem durch Fergusons erstklassigen, gefühlvollen Gesang, ihr melancholisches Timbre, das von einer traditionellen Jazz-Pop-Instrumentierung getragen wird. Allerdings fehlt ihr – und dafür kann sie nichts – die tragische Hintergrundgeschichte Holidays, die den Original-Songs das gewisse Etwas verliehen hatten. Holiday litt jahrelang unter einer Alkoholsucht, Anfang 1959 wurde bei ihr  Leberzirrhose diagnostiziert. Holiday hielt das nur kurz vom Trinken ab, am 31. Mai 1959 starb sie unter entwürdigenden Umständen im Krankenhaus. Ihr Krankenbett war zu diesem Zeitpunkt gesäumt von Polizisten, die die Sängerin wegen Drogenbesitzes verhaften wollten. Holiday hatte zu diesem Zeitpunkt angeblich nur 0,70 US-Dollar auf dem Konto.

Fazit: Würdige Hommage.

Anspieltipps: Lady Sings the Blues, Blue Moon, Summertime, God Bless The Child

 

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Marina & The Diamonds – Froot

Label: Warner VÖ: 2015

„Electra Heart“, das war für Marina Diamandis in den vergangenen Jahren der Name ihres Alter Egos, mit dem sie auf der Bühne mehrere Stereotypen aus der amerikanischen Kultur verkörperte, von der Primadonna bis hin zur Hausfrau. Marinas very own Ziggy Stardust sozusagen. Eine erfolgreiche Zeit. Nun aber mottet die Waliserin die blonde Perücke ein. Electra Heart ist tot, lang lebe Marina & The Diamonds. „Wenn man etwas anfängt, dann muss man es auch irgendwann zu Ende bringen. Und man muss es öffentlich tun“, sagt Diamandis. Sie hat mit ihrem Alter Ego abgeschlossen, ihre Depression hinter sich gelassen, und so sind auf ihrem neuen – dem dritten – Album „Froot“ auch kaum noch Gemeinsamkeiten mit dem Vorgänger-Werk auszumachen. Diamandis, die sich selbst erstmals als Autorin an die Sache ran wagte, präsentiert hier elektronische Disco-Grooves, ätherisch-träumerische Vocals und allerlei sonstige Pop-Überdrehtheiten. Klingt etwas mehr back to the roots, mehr wie ihr Debütalbum. Diamandis hat nach dem inneren Großreinemachen, dem Electra Heart zum Opfer fiel, Frieden mit sich selbst geschlossen – und das ist auch thematisch der rote Faden des neuen Arbeitsnachweises.

Fazit: Bunt.

Anspieltipps: Happy, Solitaire, Better than that

 

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Nena – Oldschool

Label: Laugh & Peas/BMG VÖ: 2015

Zwischen Achselhaar-Kalauern und Debatten um ihr früheres Als-Jurymitglied-Wirken bei The Voice wird schnell vergessen, dass es sich bei Nena um eine echte deutsche Musiklegende handelt. Eine der wenigen bundesdeutschen Popmusikerinnen (or Popmusiker for that matter), die internationale Bekanntheit erlangt haben. Eine, die man schon fast als selbstverständlich hinnimmt, weil sie sich in ihren nunmehr 55 Lebensjahren so tief in die deutsche Identität, ins kollektive Bewusstsein des Landes eingebrannt hat, dass man gar nicht anders kann. Mit „Oldschool“ hat die einstige New-Wave-Übermutter nun ihr 18. Studioalbum herausgebracht und sich dafür prominenten Support an Land gezogen: Niemand Geringerer als Sammy Deluxe zog der Berufsjugendlichen ein neues Sound-Gewand an. Weil: Auch Legenden müssen sich mit zunehmender Zeit neu erfinden, um relevant zu bleiben. Der Nena-Relaunch drückt sich auf diesem Werk durch einen computerlastigeren Sound aus, die Gitarren treten im Vergleich zu früheren Alben in den Hintergrund. Stichwort Zeit. Die spielt thematisch auf dem Album eine tragende Rolle. Herrlich selbstironisch und kritikerentwaffnend nimmt sie ihre eigene Berufsjugendlichkeit (was für ein Unwort) aufs Korn, heißt es doch im Titel-Track: „Mein erstes Album ist seit 34 Jahren draußen, es ist so alt man kann’s nicht einmal mehr im Laden kaufen“. In „Bruder“ erzählt sie hingegen von ihrem verstorbenen Sohn Christopher und davon, dass der Tod zum Leben gehört. Der ganz große Hit fehlt auf dem Album zwar, aber eines beweist Nena doch: Ohrwürmer kann sie immer noch. Auch nach all der Zeit.

Fazit: Oldschool’s cool.

Anspieltipps: Oldschool, Lieder von früher, Berufsjugendlich

 

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Max & Laura Braun – Highwire Haywire

Label: Marzipan Records VÖ: 2015

They go waaaay back: Eigentlich machte das Geschwisterpärchen Max & Laura Braun schon immer gemeinsam Musik. Erst als es Laura des Kunststudiums wegen in den späten 90er Jahren auf die Insel, genauer: nach London, zog, trennten sich die Wege der beiden vorübergehend. Laura lebt noch heute dort und arbeitet als freie Fotografin und Herausgeberin von unabhängig produzierten Kunstbänden. Max blieb in Good Ol‘ Germany und komponiert Musik für Theater und Film, arbeitet als Produzent und Gitarrist. 2008 begannen die Geschwister nach zehnjähriger Pause, wieder gemeinsam Songs zu schreiben und aufzutreten. Drei Jahre nach ihrem Debütalbum „Telltale“ legen Max & Laura Braun nun ihr zweites Album „Highwire Haywire“ vor, für das die beiden ihre Musik weiter entschleunigt haben. Folk, Chamber Pop – so nennt man das wohl, was Bruder und Schwester uns hier auftischen. Und ja, es ist sehr entschleunigt. Da muss sich der Hörer schon drauf einlassen, teils ist es doch etwas einlullend. Wer aber Freund des aufmerksamen Zuhörens ist, wird an dem Album mit seiner ganz eigenen Folk-Spielart seine Freude haben.
Fazit: Nichts zur Hintergrundberieselung.

Anspieltipps: It Has Been Raining, Highwire Haywire

 

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Elle King – Love Stuff

Label: Sony Music VÖ: 2015

Was lange währt … Eigentlich, ja, eigentlich sollte Elle Kings Debütalbum schon Anfang 2013 ersccheinen. Zumindest war das so angedacht, nachdem ihre Debüt-EP 2012 einschlug wie eine Bombe. Nun sind seither doch ein paar Montage ins Land gegangen, jetzt aber hat das Warten ein Ende. „Love Stuff“ ist da, und ein Blick auf die Credits des Albums lässt erahnen, warum die Arbeiten so lange gedauert haben. Mit Jeff Bhasker (Fun., Kanye West, The Rolling Stones), Eg White (Adele, Sam Smith), Jacknife Lee (R.E.M., U2, Crystal Castles) und Mark Ronson (Amy Winehouse, Bruno Mars, Paul McCartney) war die derzeit wohl gefragteste Schar an A-List-Produzenten bei der King am Start. Außerdem war die in Ohio geborene und in Brooklyn aufgewachsene Tochter von Schauspieler Rob Schneider ausgiebig auf Tour, unter anderem zusammen mit Ed Sheeran, Of Monsters And Men, Michael Kiwanuka und vielen anderen. Das Warten hat sich aber gelohnt. Zwar ist der Einstieg „Where the Devil Don’t Go“ etwas schleppend, Songs wie „Ex’s & Oh’s“ oder „Under the Influence“ entschädigen aber dafür. King kredenzt einen wilden Mix aus Blues-Rock und Rock ’n‘ Roll, der vor allem wegen ihrer rauchigen, schmutzigen Stimme, die dann und wann an Wanda Jackson, Bonnie Raitt, Janis Joplin oder Amy Winehouse erinnert, Spaß macht.

Fazit: Schön gritty.

Anspieltipps: Ex’s & Oh’s, Under the Influence

 

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Bristol – Bristol

Label: QQ5 by JSM/Rough Trade VÖ: 2015

Dub, Hip Hop, Soul und Jazz waren die Zutaten, die Massive Attack 1991 zu einer völlig neuen Mixtur anrührten: Der Release ihres Meisterwerks „Blue Line“ war die Geburtsstunde eines neuen Genres. Trip Hop, und Bristol war seine Keimzelle. Morcheeba, Goldfrapp, Archive, Lamb, Neneh Cherry und Portishead sorgten dafür, dass der Bristol Sound zu einem internationalen Phänomen wurde. Und so war es irgendwie auch nur eine Frage der Zeit, bis diese Mode wieder recyclet würde. Enter Marc Collin, sonst Produzent von Nouvelle Vague, einer Formation, die durch unnötige Neuinterpretationen von Punk- und Postpunk-Hits Mitte des letzten Jahrzehnts auffiel. Punk- und Postpunk scheinen für Collin durchgenudelt, und so vergreift er sich nun am nächsten Genre. Auf „Bristol“ nimmt er sich nun diversen 90er-Jahre-Trip-Hop-Klassikern an und kleidet diese in ein 60s-Retro-Gewand. Taugt mehr zur Hintergrundberieselung in Hotelbars als zum Auflegen zu Hause. „Moog Island“, ein Bombensong von Morcheeba, tut in der vorgelegten Version fast körperlich weh. Da greift man dann doch lieber zu den Originalen.

Fazit: Für Hotelbar-Besitzer.

Anspieltipps: Safe from Harm, Roads

 

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William Elliott Whitmore – Radium Death

Label: Anti/Indigo VÖ: 2015

William Elliott Whitmore aus Iowa war ja in seiner nun rund 15 Jahre andauernden Karriere immer eher minimalistisch, eher sparsam, unterwegs. Zumindest nach seiner Punk-Zeit. Ein Banjo oder eine akustische Gitarre, mehr hat’s nie gebraucht, um seine husky Stimme zu begleiten. Und so kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Whitmore auf seinem neuen Werk „Radium Death“ nun neue Wege einschlägt. Es ist, als hätte der Mann im Studio plötzlich die Steckdose gefunden: Auf einmal sind da sogar E-Gitarren im Spiel. „I purposefully went into it wanting to make a little bit of departure, sonically, using an electric guitar a little bit more and adding instrumentation, more full-band type of stuff“, kommentiert das der Singer-Songwriter. Ein Experiment, ja, aber ohne seine Prinzipien zu verraten. Whitmore klingt immer noch wie Whitmore: knorrig, ein bisschen schratig, und das Storytelling funktioniert auch mit elektrischen Gitarren immer noch prächtig.

Fazit: Heartland-Musik. Im positivsten Sinne.

Anspieltipps: Healing to do, Trouble in your Heart, A Thousand Deaths

 

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Selah Sue – Reason

Label: Warner VÖ: 2015

Vor vier Jahren, mit gerade mal 22 Jahren, feierte Selah Sue mit ihrem selbstbetitelten Album ein eindrucksvolles Debüt. „Summertime“, „Raggamuffin“, Sie erinnern sich? Die junge Dame durfte daraufhin sogar im Vorprogramm von Prince, James Morrison und Jamie Lidell spielen. Jetzt kehrt die Belgierin mit dem Nachfolger zurück. Und alle fragen sich natürlich: Was kann das? Kann das mehr als „Selah Sue“? Auf „Reason“, so heißt es im Waschzettel des Albums, „findet Selah Sue nun zu ihrem wahren, musikalischen Ich, zwischen wallendem Elektro-Soul, verträumtem Trip-Hop und vielschichtigen House-Beats“. Selah Sue: „Ich habe mich meiner Melancholie zugewandt und ihr gesagt, dass ich sie nicht ignoriere, aber eben auch in Tanzlaune bin und sie mir gerne dabei Gesellschaft leisten darf.“ Wer eine ungefähre Ahnung davon bekommen möchte, was sie damit meint, der hört sich am besten den offensichtlich von den 80er Jahren inspirierten Song „Alone“ an, den die junge Belgierin 2012 in Los Angeles schrieb, in derselben Nacht als Whitney Houston starb. Großartiger Pop, dann und wann mit einer Spur von raspy Soul und Hooks, an denen man wie ein Junkie an der Nadel hängen bleibt.

Fazit: Selah Sue war beweist mit „Reason“, keine Eintagsfliege gewesen zu sein.

Anspieltipps: Alone, Reason, Alive, Fear Nothing

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Bill Wells & Aidan Moffat – The Most Important Place in the World

Label: Chemikal Underground VÖ: 2015

Die Metropole als femme fatale voller Geheimnisse und Verlockungen? Das ist das Thema bei Bill Wells und Aidan Moffat.  Und das klingt dann so: „The streets brim with beauty/Puke scabs on the corners, piss pools in the doorways“. „The album’s a salute to the city and the secrets she hides; it’s ticking clocks and dirty dishes; it’s raising the devil on old equipment. It’s about the life we want versus the life we need – and the deciding which is which“, so Moffat. Die Geschichten werden dabei gesprochen, geknurrt, gesungen erzählt, und das alles zu Jazz-gebeugten Melodien.  Es ist eine dieser typischen Platten, die man hören wollen muss, die man nicht mal eben so nebenher laufen lassen kann. Da ist nämlich viel Wohklang, aber auch Lärm. Blinker-Geräusche. Man muss sich darauf einlassen, aber wenn man das tut, dann nimmt die Musik einen gefangen, lässt einen nicht mehr wieder los, sie verschlingt einen und spuckt einen als veränderten Menschen wieder aus. Wie eine Großstadt eben. Moffat, Ex-Arab-Strap, und Wells kollaborierten bereits auf dem 2011er-Werk »Everything’s Getting Older«. Dass die beiden Humor haben, zeigt die Tatsache, dass sie ihr Album nach einem Ikea-Slogan benannt haben.

Fazit: Führt in Versuchung.

Anspieltipps: On the Motorway, VHS-C, Lock Up Your Lambs, The Unseen Man

 

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The Go! Team – The Scene Between

Label: Memphis Industries/Indigo VÖ: 2015

The Go! Team is back. Hat der eine oder andere sicher mitbekommen, immerhin haben wir einen der neuen Clips des Projekts zum „Video of the Week“ gekürt. Gut, genauer gesagt aber: Ian Parton is back. Und er hat sich für „The Scene Between“ vier Auflagen gegeben: Erstens, die Melodie würde den Song leiten. Zweitens, Samples würden eher als Instrument behandelt. Drittens, die Produktion würde quer durch die Songs variieren – wie ein Sendersuchlauf beim Radio – und viertens, die Sänger müssten alles Leute sein, von denen er vorher noch nie etwas gehört hat. Man braucht ja Herausforderungen. Parton erklärt: “I wanted to make an album driven by melody and song writing because catchiness is the hardest thing you can do. Brill Building hooks but permeated with a kind of wobbly VHS feel”. Ist immer schön, wenn Dinge so funktionieren, wie man sich das vorgenommen hat, und so kann sich Parton nach Release des Albums gern auf die Schulter klopfen. Lauter gute Popsongs hat The Go! Team hier abgeliefert, kleine Hymnen gar, wenn man so möchte. Und The Go! Team wären nicht The Go! Team, wenn sie nicht dann und wann alle Reize des Rezipienten kitzeln würden.

Fazit: Welcome back.

Anspieltipps: What’d You Say, The Scene Between

 

Style: "color"

The Legendary Tigerman – Do Come Home (EP)

Label: India Records VÖ: 2015

Wer mal in Portugal war, der weiß, dass diese Leute den Blues im Blut tragen. Das gilt auch für Paulo Furtado alias The Legendary Tigerman. Der in Mosambik geborene und in Portugal aufgewachsene Multiinstrumentalist ist, wenn man so will, eine One Man Band und – wie es im Waschzettel zur neuen EP heißt – ein „Phantast des Rock’n’Roll“, dessen Arbeiten einem retro-futuristischen Gesamtkunstwerk aus Sound and Vision gleichkommen .“Auf der Bühne wird Furtado zum Tigerman, einem fauchenden, märchenhaften Glamourwesen.  In die Melancholie des Blues, den seine Landsleute so gut verstehen, stößt er mit Beats und Samples, in die Bilderwelt des Sex mit Verlust und Tod. David Bowie meets Marilyn Manson meets Jack White sozusagen. Ein Mann, der den Fado seiner Heimat kennt, den Blues aber lieber nach der Art des Mississippi-Deltas spielt, auch wenn er gerne mal mit Bands wie Dead Combo (auch sehr empfehlenswert!) auf der Bühne steht. Als Vorläufer für das bald erscheinende neue Album „True“ des Tigermans kredenzt uns dieser nun eine EP mit vier Tracks, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf „Do Come Home“ singt Furtado so sanft Zunge, dass selbst Chris Isaak neidisch werden würde. „Wild Beast“ ist ein Flüsterrockabilly, minimalistisch gehalten mit nicht viel mehr als Gitarre und Gesang, auf dem Furtado vor lauter Liebeskummer am Abgrund tänzelt. „I’m just a wild beast with a broken heart“. Den Rock’n’Roll-Stomper „Light Me Up Twice” kennen wohl die meisten aus der TV-Werbekampagne für  L’Oreal – mit so frechen Textzeilen wie „God is everywhere/Under a woman’s skirt and inside a man’s pants“. Und zu guter Letzt haut er dann noch mit Maria de Medeiros ein Cover von „These Boots are made for Walking“ (Lee Hazlewood/Nancy Sinatra) raus. Das macht wahnsinnig Lust aufs Album. It lit us up more than once.

Fazit: Märchenhaft.

Anspieltipps: Do Come Home, Wild Beast, Light Me Up Twice, These Boots are Made for Walking

 

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Grant Nicholas – Black Clouds

Label: Popping Candy VÖ: 2015

Das nennt man wohl Timing. Draußen beseitigen die Nachbarn gerade die letzten Schäden, die Sturm Niklas an diesem Tag angerichtet hat, durch sein Toben und Wüten, da hört der Autor dieser Zeilen den passenden Soundtrack dazu. „Black Clouds“ heißt das gute Stück, und vorgelegt hat es Grant Nicholas, der uns erst im vergangenen Jahr mit „Yorktown Heights“ beglückt hatte. Nun schiebt er also, produktiv wie er ist, ein Mini-Album hinterher, das aus sechs Songs besteht. Sechs großartige Songs wohlgemerkt, zum großen Teil während der Yorktown-Sessions entstanden, aufgenommen in den Nicholas’schen Treehouse Studios in London. Ihre Entstehungsphase hört man ihnen an, allerdings würzt sie Nicholas mit etwas Moderne. Sprich: mehr Electronica. Tut der Sache keinen Abbruch, im Gegenteil. Das Storytelling stimmt nach wie vor, hat Gehalt, ist nie prätentiös. Einfach schön.

Fazit: Absolute Kaufempfehlung.

Anspieltipps: Black Clouds, Reminisce

 

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Chenoa – Right Direction

Label: Alias Music VÖ: 2015

Liebe, Zufriedenheit, Hoffnung und Freude versus Verzweiflung, Angst und Traurigkeit – die spanisch-argentinische Sängerin Chenoa geht auf ihrem achten Album „Right Direction“ die ganz große Bandbreite an Emotionen an.  London diente ihr dabei als Ort der Inspiration. Zu ihrem angestammten Team an Mistreitern (Juan De Dios Martín, Quique Tejada und Isaac Luque) gesellten sich die Songwriter und Produzenten Knightstarr, Maria Marcus und Niclas Ludin. Zusammen tüftelte man in den Phrased Differently Studios am Sound. Der Name ist Programm. Denn die Gute singt mit ihrer faszinierenden Altstimme erstmals auf Englisch. Gab’s bisher so nicht, und es lässt sich gut an. Ein feuriges Popalbum schenkt uns die mittlerweile 40-Jährige hier, mit einer guten Mischung aus stimmigen Balladen und schwungvollen Songs. Passt perfekt zum Frühling.

Fazit: Uplifting.

Anspieltipps: Arrested, Follow the Sun

 

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Jeanne Added – EP

Label: Naive VÖ: 2015

Die französische Sängerin und Multiinstrumentalistin Jeanne Added ist schwer zu fassen. Klassik, Jazz, Indie-Rock, Elektro, Grunge, Theatermusik – es ist eine sehr eigentümliche, ja, einzigartige Mischung, die Dame da anrührt und die zeigt: Die Frau kann was.  Ihre Ausbildung spricht ja auch für sich: Klassischer Gesang, Cello und Jazz an der National Supérieur de Musique et de Danse (CNSMD) in Paris und an der Royal Academy of Music in London gelernt, danach mit Marielle Chatain (The Do) einen Namen in der französischen Indie-Szene gemacht. Nun steht folgerichtig ihr Debütalbum ins Haus. Das teast die Gute nun mit einer EP an, die – ebenso wie das upcoming album – von Dan Levy (The Do) produziert worden ist. Ausdrucksstarken Elektro-Pop mit impactreichen Basslines haben die beiden da fabriziert, der getragen wird von der kraftvollen, ein bisschen rotzigen Stimme von Jeanne Added. Klingt ein bisschen wie Anna Calvi oder PJ Harvey, wenn man die Augen schließt und die Ohren öffnet.

Fazit: Erzeugt Spannung auf das, was da 2015 noch so kommt, von der Lieben.

Anspieltipps: A War is Coming, Miss It All

 

 

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We Have Band – The Woods (EP)

Label: Republic of Music VÖ: 2015

Hui, das nennt man produktiv: Nur wenige Monate nach Release ihres Albums „Movements“ hauen We Have Band mit Woods nun direkt wieder eine EP raus. Kennt man ja so von der Combo: Seit 2010 hat die Gruppe drei Alben veröffentlicht und Hunderte von Gigs „all over the world“ gespielt, wie es so schön heißt. Irgendwann, zwischen den Auftritten, hat die Band noch Zeit gefunden, an neuem Material zu werkeln. Dem Laptop sei Dank. Fertiggestellt hat WHB das Ding schließlich in London. Vier Tracks, darunter ein Frank-Ocean-Cover, großartiger Elektro-Pop, der wohl auch live gut kommen wird. Wer will kann sich davon in Berlin (20. Mai, Privatclub) und Dresden (21. Mai, Beatpol) überzeugen.

Fazit: Starker Auftritt.

Anspieltipps: Out the Woods, Swim Good

 

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Marius Ziska – Home

Label: Stargazer Records/Broken Silence VÖ: 2015

Bei NEON GHOSTS lassen wir den Blick gern mal über den Tellerrand schweifen. Diesmal ist der Blick auf den Färöer Inseln hängen geblieben. Genauer: bei Marius Ziska. Der hat mit seiner Band ein neues Album aufgenommen und es „Home“ genannt. Das Werk bestehet aus zwei Teilen zu je vier Songs: die eine Hälfte auf Englisch aufgenommen, die andere auf Färöisch. Das Werk markiert also eine kleine Trendwende im Ziska’schen Schaffen, da das Vorgängeralbum ja ausschließlich auf Englisch aufgenommen wurde. Back to the (nordic) roots also. Auch thematisch. Denn es geht um das Leben der Inselbewohner, und Ziska verpackt es in bezaubernde Melodien, die seine charakteristische Stimme tragen. Bei den Songs „Shades“ und „Tokan“ hat sich Marius gesangliche Unterstützung von Eivør und dem Isländer Svávar Knútur geholt. War von Erfolg gekrönt: „Tokan“ wurde 2014 mit dem Färöischen Musik-Award als Bester Song ausgezeichnet.

Fazit: Musik gewordenes Heimweh

Anspieltipps: Let’s Not Fall Apart, Shades, Tokan

 

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Sarajane – #Step One

Label: McNificent Music VÖ: 2015

Die Veröffentlichung ihres Debütalbums vergleicht die Wahl-Hamburgerin Sarajane mit dem erstmaligen „Ich liebe Dich“-Sagen. So richtig weiß man nicht, was zurück kommt. Ob das auf Gegenliebe stößt, was man da gerade in die Welt posaunt hat. Klar, dass man da ein bisschen Herzklopfen hat, auch wenn man eigentlich eine echte Power-Frau ist. Sarajane betreibt nämlich ihr eigenes Label und ist, so der Waschzettel, „Sängerin, Veranstalterin und Songwriter, Bookerin, Taxifahrerin, Köchin, meine Bank, meine Sekretärin, sogar meine eigene Plattenchefin und noch große Schwester, Freundin, Frau und all das.“ Das Schöne, wenn man sein eigener Boss ist: Man kann sich Ratschläge anderer Leute zwar anhören, muss sie aber nicht befolgen. Sarajane riet man an, doch besser auf Deutsch zu singen. Das Resultat? Sie singt auf Englisch. Gottseidank. Und zwar klassischen Soul, R’n’B, Rock und manchmal sogar ein bisschen Gospel und Funk. Die Songs haben allesamt Hummeln im Hintern, sind beschwingt, von Trübsal keine Spur. Auch mal erfrischend zwischen all dem weinerlichen Gedöns, das sich dieser Tage so in den Charts tummelt.

Fazit: Lohnt sich, die Frau im Blick zu behalten.

Anspieltipps: Flying, Wake Up Call

 

 

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Birdy Hunt – Shoplift

Label: Deaf Rock Records VÖ: 2015

Die fünf Jungs aus Paris lernten sich 2007 auf einer Party in einem Schloss in den Wäldern außerhalb der französischen Hauptstadt kennen, bei der sie spontan einen Auftritt hinlegten, der in Chaos und Sirenengeheul endete. Das gefiel ihnen so gut, dass sie kurz danach Birdy Hunt gründeten. Es hat ein paar Jahre gedauert, aber jetzt legt die Combo ihr Debütalbum ‚Shoplift‘ vor. Und das dreht sich inhaltlich um viele Themen des alltäglichen Lebens: Freundschaft, Liebe, Parties, Freude, Dramen.  Obwohl Birdy Hunt das Album als “fun tainted with spleen“ bezeichnen, so klingt auch hier und da ein wenig Melancholie durch. Stichwort „klingt“: Klingt, als wenn Two Doors Cinema Club, The Wombats, Joy Division und Bloc Party gemeinsame Sache machen würden. Sprich: Viel Pop, ein bisschen New Wave. Produziert wurde das Ganze im United Kingdom, fertiggestellt hingegen in Strasbourg.

Fazit: Bittersweet fun.
Anspieltipps: Ocean, Over You, Around Town
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Brigitte – A Bouche Que Veux-Tu

Label: B. Records VÖ: 2015

Der Name „Brigitte“ ist zugegebenermaßen etwas irreführend. Denn Brigitte heißt eigentlich nicht Brigitte, und es handelt es sich auch nicht um eine Frau, sondern zwei. Aurélie Saada und Sylvie Hoarau heißen die beiden, und legen jetzt ihr zweites Album vor. Was wir da hören? Seufzender, säuselnder, zuckersüßer Gesang, der von alltäglichen Problemen, von Leidenschaft, von „unangepasstem Frausein“ flüstert. Das Ganze wird getragen vom großzügigen Einsatz von Blas- und Streicherinstrumenten. Erinnert ein bisschen an den Sound der großen Diven der Siebziger Jahre, wobei die Einflüsse mannigfaltig sind. Ist schwer in eine Schublade zu pressen. Wir hören dann und wann Synthesizer, afrikanische Klänge oder honigsüßen Reggae. Und gerade dieses Unangepasste, nicht in irgendein Format Passende ist doch das, was wir an dem französischen Duo so lieben. Sonst hätten wir den Clip zu „A Bouche Que Veux-Tu“ auch nicht zu unserem Clip der Woche gewählt.

Fazit: Ein Album wie ein Kuss.

Anspieltipps: A Bouche Que Veux-Tu

 

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Tom Brosseau – Perfect Abandon

Label: Tin Angel/Indigo VÖ: 2015

Tom Brosseau ist ein Folk-Barde im ganz klassischen Sinne. Und trotzdem wirkt der Mann in seinem Tun nicht klischeehaft, sondern authentisch. Modern. Und wegen dieser Authentizität verzeiht man ihm nicht nur die Aussage, er sei ein hard luck boy, sondern man nimmt sie ihm sogar ab. Die Authentizität in seinem Schaffen erreicht Brosseau auch durch seinen naturalistischen Ansatz in Sachen Aufnahmetechnik. Nur ein Mikrofon hat den Sound von Brosseau und seiner dreiköpfigen Band aufgefangen. „I have always liked the live sound. There’s an unbound energy present, and when recording in this mode, there’s a feeling it is all happening without a net. In that sense, the cloud of staleness that can sometimes accumulate in the studio never take shape in the live setting“, so der Musiker aus North Dakota, der mittlerweile in Los Angeles lebt. Und übrigens: Hard Luck Boy kann sich Brosseau übrigens zu Recht nennen. Angeblich wurde der Arme von seiner Mutter als Kind in einem Department Store ausgesetzt und verlassen – und hat sie seither nie wieder gesehen.

Fazit: Als käme es straight aus dem Gaslight Café der Sechziger Jahre. Und manchmal ein bisschen nach Jeff Buckley.

Anspieltipps: Hard Luck Boy, Tell Me Lord

 

 

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Benne – Nie mehr wie immer

Label: Ferryhouse Productions VÖ: 2015

Benne ist Mitte zwanzig. Ein junger Kerl, der herum gekommen ist.  Südamerika. Buenos Aires. Später Dublin, Mannheim, jetzt Berlin. Ein Globetrotter. Und das spiegelt sich auch in seiner Musik wider. Auf seinem Debütalbum “Nie mehr wie immer” erzählt Benne seine Geschichten. Mit Singer-Songwriter-Schwermut, Mut zum Schmuse-Pop und feinfühligen Texten. Zusammen mit Produzent Sebastian Kirchner hat Benne in Berlin knapp zwei Jahre an dem Album gearbeitet, hat gefeilt und geschliffen. Zwar ist das jetzt nicht wahnsinnig abwechslungsreich, aber für Fans von Künstlern wie Philipp Poisel oder Tiemo Hauer genau das Richtige. Weil: sehr eingängig geworden, das Ganze.

Fazit: Für Leute, die gern zu deutschen Texten schmusen.

Anspieltipps: Es geht, Nirgendwohin

 

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Peter Katz – We are the Reckoning

Label: Baselinemusic/Alive VÖ: 2015

Läuft bei Peter Katz, könnte man sagen. Der kanadische Singer-Songwriter ist gerade erst von Lesern des NOW-Magazins zum „Best Male Vocalist“ 2014 gewählt worden – und steht jetzt mit seinem neuen Album in den Startlöchern. Für das hat der Mann mächtig geackert. Sage und schreibe 50 Songs hat Katz geschrieben, zum Teil alleine, zum Teil mit Kollaborateuren, was ein Novum im Schaffen des Künstlers darstellt, der sogar sein Sauerteig-Brot lieber selbst backt. Elf Songs hat er  am Ende ausgewählt und auf das Album gepackt. Elf Songs, elegische Balladen, bei denen Emotion vor Melodie und Text geht.

Fazit: Gutes Mittelmaß.

Anspieltipps: When The Day is Gone

 

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Balthazar – Thin Walls

Label: PIAS VÖ: 2015

Balthazar sind zurück und haben zehn neue Songs im Gepäck, die größtenteils auf Tour geschrieben worden sind. Viele Ideen sind zwischen Gigs entstanden. Dann und wann quartierten sich die Frontmänner Maarten Devoldere und Jinte Deprez außerdem in ein Kloster ein. Zimmer an Zimmer. Getrennt nur durch eine dünne Wand, sich gegenseitig in ihren gedanklichen und musikalischen Prozessen beeinflussend. „Thin Walls“ beschreibt aber nicht nur die dünnen Klosterwände, sondern auch generell den Mangel an Privatsphäre, in dem die Songs entstanden sind. Gekonnt experimentiert die Band mit den Spielarten des Indie-Rock, Folk-Pop und Blues, liefert vierstimmigen Harmoniegesang, der sich mit genuschelten Passagen abwechselt. Dazu gibt’s oft einprägsame Bassläufe und das famose Violinenspiel von Patricia Vanneste. Schlicht, aber authentisch.

Fazit: Abwechslungsreich

Anspieltipps: Then What

 

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Herbert Grönemeyer – Dauernd Jetzt – Extended

Label: Universal VÖ: 2014

Im November veröffentlichte Bundesknödler Herbert Grönemeyer sein Album „Dauernd jetzt“. War ein Riesenerfolg, Platz eins bei uns, in Österreich und in der Schweiz – und ein Platin-Album noch dazu. Gründe genug, um nun eine Extended-Ausgabe des Meisterwerks nachzureichen. Macht man heute so. Für die einen ärgerlich, die bereits Geld in die Standard- oder Deluxe-Version gesteckt haben, für die anderen good news. Wie dem auch sei: „Dauernd Jetzt – Extended“ enthält alle 16 Songs der ursprünglichen Deluxe-Edition, ein 48-seitiges Booklet plus Fan-Sticker, und dazu noch eine exklusive DVD und BluRay – mit einem neuen Grönemeyer-Konzert (das es als Video auch einzeln auf Itunes zu kaufen geben wird). Wer mag, kann hier noch mal unsere Rezension aus dem November nachlesen:

Er ist ja schon ein Phänomen, der gute Herbert. Seit 1984 konnten sich hierzulande all seine Alben auf Platz eins der Charts platzieren. Das muss ihm erst mal einer nachmachen. Und weil er künstlerisch und kommerziell so erfolgreich ist, darf der Herbert auch manchmal Sachen machen, die anderen nicht so leicht verziehen würden. Das eher hüftsteife “Zeit, dass sich was dreht” 2006 zur WM verbrechen beispielsweise. Man hatte den Song schon fast verdrängt, da legt der Grönemeyer den nächsten eher peinlichen Fußball-Titel nach: In “Der Löw” packt der Göttinger im Weltmeisterschaftsrausch die Dschungel-Rhythmen aus. “Der Löw war los / Sie war’n grandios / Und endlich war’s ihre Zeit”. Aua. “Der Löw” ist glücklicherweise der einzige peinliche Ausreißer, ansonsten kann man sich “Dauernd Jetzt”, Grönemeyers 14. Album, ganz gut anhören. Interessant etwa das von Annette Humpe geschriebene “Einverstanden”, oder “Uniform”, in dem der Knödler sozialkritische Töne anschlägt und unseren Umgang mit den sozialen Netzwerken geißelt. Insgesamt strotzt das Ding – gewohnt ans Pathetische grenzend – aber vor Optimismus. Da wird der eine oder andere Fan bestimmt Flugzeuge im Bauch haben.

Fazit: So darf er ruhig weiter knödeln, der Herbert. Nur Fußball sollte man ihn nicht mehr gucken lassen.

Anspieltipps: Einverstanden, Uniform

 

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Future Brown – Future Brown

Label: Warp VÖ: 2015

Future Brown, das ist ein Künstlerkollektiv, zusammengestellt von Daniel Pineda, Fatima Al Quadiri („Asiatisch“), J-Crush und Asma Maroof (Nguzunguzu), das seine Inspiration aus der globalen Konnektivität, vielem Reisen und künstlerischer Kommunikation zieht. Heraus kommt da ein bunter Mix an verschiedenen Stilen wie US Rap, UK Grime, Dancehall oder Reggaeton. Eine echte „Supergroup“, könnte man sagen, wenn der Begriff nicht so verstaubt wäre und damit dem modernen Schaffensansatz der Band nicht gerecht würde. Eine interdisziplinäre Band ist sie aber in jedem Fall. Eine, an die man ob der namhaften Mitglieder hohe Erwartungen knüpft. Eine, die diesen gerecht wird.

Fazit: Interessant.

Anspieltipps: Room 302

 

COMPILATIONS

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Various – Furious 7 (Soundtrack)

Label: Warner VÖ: 2015

Wieviel Milch steckt noch in dieser Cash-Cow? Man weiß es nicht. Offenbar aber noch genug, und so kommt mit „Furious 7“ der, man ahnt es,  siebte Teil der „The Fast and the Furious“-Reihe in die Kinos. Die amerikanische Actionthriller-Straßensaga ist seit 14 Jahren nicht totzukriegen. Musikalisch bringen die Streifen immer wieder namhafte Akteure an den Start. So auch auf der nun vorliegende Soundtrack zum verflixten Siebten, der das ‘Who is Who’ des derzeitigen Rap- und R&B-Geschehens vereint: Wiz Khalifa, Skylar Grey, Kid Ink, David Guetta. You name it. Und wer seit dem berüchtigten Soundtrack zum sechsten Teil arge Zweifel hat, ob er sich noch mal einen aus der Reihe antun will, der sei beruhigt: „Furious 7“ gehört zu den stärksten Scores des Franchise und schlägt den Vorgänger auf jeden Fall um Längen. Wuchtig und kraftvoll kommt er daher, eben so, wie man es sich zu einem solchen Film wünscht. And by the way: Der Score enthält auch eine Tribut-Single: “See You Again” von Wiz Khalifa feat. Charlie Puth, die in Gedenken an den abseits der Dreharbeiten 2013 tödlich verunglückten Schauspieler Paul Walker.

Fazit: Vollgas.

Anspieltipps: See You Again, Ride Low