Neu im Plattenschrank: Januar 2015

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Deichkind – Niveau Weshalb Warum

Label: Sultan Günther Music VÖ: 2015

Wummernde Beats, wirre Texte: Deichkind sind zurück. Es gibt ja kaum eine Band hierzulande, die das Feuilleton und tumbe Disco-Prolls gleichermaßen begeistert wie die frühere Hip-Hop- und jetzt Electropunk-Kapelle aus Hamburg. „Auf der Hüpfburg sind wir alle gleich“, titelte Musikkritiker Martin Tenschert (laut.de) da ganz treffend. Rückblende: Es ist rund zehn Jahre her, dass sich Deichkind neu erfanden. 2005 war das, da hatten die Jungs genug vom Hip Hop. Ein Imagewechsel musste her. Mülltüten-Outfits, Glitzer-Anzüge, Pyramiden-Hüte und die Hinwendung zum Electropunk waren die Lösung – musikalischer Wahnsinn made in Germany. „Niveau Weshalb Warum“ ist mittlerweile das sechste Album der Nordlichter. Party – beziehungsweise: Remmidemmi – ist immer noch angesagt, aber der Ton wird nun auf der neuen Scheibe etwas nachdenklicher, gesellschaftskritischer. Soundtechnisch rummst’s immer noch, gerade bei „So’ne Musik“. Bei der Synthie-Nummer „Powered by Emotion“ verneigt sich die Combo vor Depeche Mode und Skrillex.

Fazit: Leider noch geiler.

Anspieltipps: So ’ne Musik, Hauptsache nichts mit Menschen

 

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Melissa Etheridge – This is M.E.

Label: MLE Music VÖ: 2015

„What did we ever know at 23 about what we really want?“, fragt Melissa Etheridge in „Take My Number“, der ersten Single-Auskopplung aus „This is M.E.“. Jugendliche Naivität als Thema. Wir erinnern uns: 27 war die gute Melissa, als 1988 ihr selbstbetiteltes Debütalbum erschien. 27 Jahre sind seither vergangenen, und im Leben von Melissa Etheridge ist in dieser Zeit viel passiert: Drei Langzeitbeziehungen, vier Kinder, ein (erfolgreicher) Kampf gegen den Brustkrebs, ein Stern auf dem Hollywood-Walk-of-Fame – da kann man schon mal einen Blick in den Rückspiegel wagen. Dennoch ist „This is M.E.“ kein Nostalgie-Trip, sondern eher ein Aufbruch, stellt das Album doch wiederum ein Debüt dar: Etheridge hat Island Records verlassen und ihren neusten – ihren 13. – Silberling auf ihrem eigenen Indie-Label veröffentlicht. Und so war Etheridge sozusagen on every step of the way an der VÖ beteiligt. Fehlt nur, dass sie das Ding bei Target, Media Markt/Saturn oder Best Buy noch höchstpersönlich über den Scanner an der Kasse zieht. Klar, dass sie da nun eine ganz besondere Verbindung zu dem Album spürt. Und wir spüren das auch. Ganz besonders aufgrund solch bockstarker Nummern wie „Monster“, „Ain’t that bad“ oder „Like a Preacher“. Schade nur, dass wir so lange auf das Album der Rock-Röhre warten mussten. In den USA erschien das Ding bereits im September.

Fazit: Bockstark.

Anspieltipps: Monster, Ain’t that bad, Like a Preacher

 

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Marilyn Manson – The Pale Emperor

Label: Hell etc./Universal VÖ: 2014

Die jüngeren Leser dieser Seite mögen Amerikas bösen Buben ja mittlerweile vornehmlich als Schauspieler wahrnehmen („Sons of Anarchy“, „Californication“) beziehungsweise den Typen, der Lana Del Rey in ihrem Video „vergewaltigt“ hat. Sorgte ja für reichlich Gesprächsstoff dieser Clip, vergangenes Jahr. Nun macht der Schock-Rocker aber wieder mit eigenem Material von sich reden: „The Pale Emperor“, auf eigenem Label veröffentlicht, ist das mittlerweile neunte Studio-Album Mansons – und es ist eines seiner besten. Weil es an seine frühen Machwerke erinnert. Manson lässt nicht nur das Biest, sondern auch den Musiker raus, ohne die Schock-Karte überzustrapazieren. Da hört man plötzlich Blues-, Grunge- und Country-Elemente beim Mephisto von Los Angeles heraus. Wäre früher undenkbar gewesen, auch wenn das alles natürlich mit der notwendigen Dosis creepiness gewürzt ist. Textlich gibt’s hingegen nicht wahnsinnig viel Neues zu berichten: Macht, Folter, Drogen, Sex, Gewalt, Abhängigkeit, Leere – es sind die alten Themen, die Manson umtreiben. Manch einer mag ihm da ausbleibende Entwicklung bescheinigen. Was würde Manson da wohl antworten? Vielleicht: „I wasn’t born with enough middle fingers“.

Fazit: Still dope.

Anspieltipps: Killing Strangers, Deep Six

 

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Asaf Avidan – Gold Shadow

Label: Telmvar/Universal VÖ: 2015

Asaf Avidan hat ein außergewöhnliches Falsett-Organ. Einsteigern fällt es zunächst schwer, den 34-Jährigen als Mann oder Frau zu verorten. Spoiler Alert: Der Israeli ist ein Mann. Einer, der vor drei Jahren mit „Different Pulses“ einen Riesenerfolg hatte (auch dank des Remixes seines Songs „One Day“ durch DJ Wankelmut), und der jetzt mit „Gold Shadow“ nachlegt. Liebe ist das Thema, aber keine glückliche. „Gold Shadow“ ist ein einziges Klagelied, das eine Beziehung besingt, die zu Grabe getragen wird, ehe sie überhaupt so wirklich zu Ende ist. Hintergrund: Avidan war seit Jahren in festen Händen, als er die Arbeit an seiner neuen Platte begann. Er wollte sich mit seiner Freundin in Italien niederlassen. „Ich redete mir, dass ich mich bloß für ein Trennungsalbum entschieden hatte, um frühere Beziehungen aufzuarbeiten“, verriert er in einem Interview mit „Plattenladen-Tipps“.  Aber seine Gefühle für seine Partnerin waren längst erloschen, über Nacht, so heißt es, flüchtete er aus der gemeinsamen Wohnung. Pech für die ehemalige Avidan’sche Herzensdame, Glück für Asafs Hörer. Denn werden die melancholischen Texte auf einem Klangteppich präsentiert, der 30er-Big-Band-Jazz, 50’s Pop, 60’s Folk, Blues und 2014er-Synthesizer miteinander verbindet.

Fazit: Ebenso brillant wie der Vorgänger „Different Pulses“.

Anspieltipps: Over My Head, Little Parcels of an Endless Time

 

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Father John Misty – I Love You, Honeybear

Label: Bella Union/PIAS VÖ: 2015

J. Tillman, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Father John Misty, hat mit „I Love You, Honeybear“ gerade sein zweites Solo-Album als FJM vorgelegt. Und es scheint, als habe der Folk-Sänger seit „Fear Fun“ (2012) einen Riesensprung nach vorn gemacht. Da sind zuallererst die reicheren Arrangements, FJM wartet jetzt mit Streicher- und Gospel-Ensembles sowie einer Country-Band auf. Und dann natürlich die Texte, in denen Tillman viel reflektierter klingt als früher. Tilman über Tilman, das gibt’s beispielsweise sehr schön in „The Night Josh Tilman Came To Our Apartment“. Alles in allem etwas mehr upbeat, was der ehemalige Fleet-Foxes-Drummer da präsentiert. Hat vielleicht auch etwas mit der Hochzeit des Frischvermählten zu tun. Scheint ihm gut zu tun, die Braut. Die findet sich übrigens thematisch in „Chateau Lobby #4“ auf dem Album verewigt. Aber keine Sorge: Es ist jetzt auch nicht so, dass die Liebe – auch wenn sie ihn auf dem Album schwer beschäftigt – ihm nun komplett die Sinne vernebelt hat. In „Holy Shit“ wird’s durchaus gesellschaftskritisch.

Fazit: Kaufempfehlung.

Anspieltipps: The Night Josh Tilman Came To Our Apartment, Cheateau Lobby #4, Holy Shit

 

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Louise Gold – Terra Caprice

Label: RaR/Motor Entertainment VÖ: 2015

Da sage noch mal einer, deutsche Musik würde international heute niemanden mehr jucken. Enter Louise Gold! Die 40-jährige Indie-Popperin aus Berlin hat zuletzt Schlagzeilen in Brasilien, Rußland, den USA, Japan und Südafrika gemacht. Der Grund? Eine Coverversion von John Lennons „Oh My Love“, für das Gold den lunaren Herzschlag Neil Armstrongs und den Sound der Umlaufbahn der Venus als Orchestration verwendete. Das Lied fehlt zwar auf dem nun vorliegenden Debütalbum, aber es gibt einen Hinweis darauf, was die Gold so umtreibt: räumliche Weite nämlich. Und so ist es auch nicht wahnsinnig überraschend, dass die Arbeit an dem Werk während eines Roadtrips durch die USA begann. „Terra Caprice“, das bedeutet „Land der Willkür“, eine Alphaville-Referenz. Ähnlich wie in diesem Sci-Fi-Schinken geht es in dem Album um verhinderte Zwischenmenschlichkeit und unterbrochene Kommunikation. Flirrener Pop, Bossa Nova, ein wenig Americana, Jazz, countryeske Elemente – Louise Gold ist schwer in eine Schublade zu stecken. Sinnig für eine, die die Weite und nicht die Enge sucht.

Fazit: Erstaunliche Stimme!

Anspieltipps: Terra Caprice, A 100 Years from Today

 

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Nessi – Rolling with the Punches

Label: Nessi/Rar VÖ: 2015

Label, Produzentin, Texterin – die Berlinerin Nessi (25) ist das alles in Personalunion. Scheint kein leichtes Unterfangen gewesen zu sein, die Veröffentlichung ihres Erstlings „Rolling with the Punches“. Von „Überlebenskampf im Musikbusiness“ ist da in ihrer offiziellen Info die Rede, von falschen Freunden, Auf und Abs. „These days have left their marks / but I won’t go down without a fight / bare-knuckled and ready to cross / I’m on the ropes prepared to bite“. Die Strapazen haben sich aber letztlich gelohnt, das Ding ist endlich draußen. Und das – das ist der Vorteil des absoluten Chef-seins – genau so, wie sich die Künstlerin das vorgestellt hat. Und wie hat sie sich es vorgestellt? Nun, da sind allerlei energiegeladener Electro-Pop-Elemente (der gut und gerne in den Achtzigern oder Neunzigern so hätte aufgenommen werden können, aber dennoch nicht altbacken wirkt), fluffige Beats und flotte Texte zu finden. Alles äußerst eingängig und tanzbar, vorgetragen von einer gefälligen, abwechslungsreichen Stimme.

Fazit: Schön, dass da jemand das Feld deutscher Popmusik Helene Fischer nicht kampflos überlassen will.

Anspieltipps: And I Fall, Rolling with the Punches

 

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Samba Touré – Gandadiko

Label: Glitterbeat VÖ: 2015

Das nächste Album ist immer das schwerste. Das gilt besonders, wenn man gerade einen absoluten Volltrefer gelandet hat. „Albala“ (2013) war so einer. Ein absoluter Kritiker-Liebling. Aufgenommen zu einer Zeit, als Diré, der Heimatort Tourés in Nord-Mali unter der Scharia-Gesetzgebung litt und islamistischem Terror ausgesetzt war. Ein musikalisches Statement inmitten politischer und humanitärer Krisen. „Albala“ ist Samba Tourés Vermächtnis. Nun legt der Künstler mit „Gandadiko“ nach.  Auf Songhai, der Muttersprache Tourés, bedeutet der Albumtitel soviel wie „Land der Dürre“ oder „Brennendes Land“. Das Düstere, Schwere, es ist immer noch da, dennoch ist „Gandadiko“ kein zweites „Albala“. Das neue Machwerk Tourés ist etwas hoffnungsvoller, ja, auch tanzbarer geraten.  Traditionelle Klänge treffen hier auf Folk, Blues, Rock’n’Roll und Pop. Und über allem trohnt Tourés sanfte, entspannte Stimme.

Fazit: Berührend.

Anspieltipps: Gandadiko, Woyé Katé

 

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Crushed Beaks – Scatter

Label: Matilda Records VÖ: 2015

Der Kleber, der eine Band zusammenhält. Die Liebe zur Musik? Frauen? Kohle? Nun, im Falle der Londoner Kapelle Crushed Beaks war dieser Kleber die Liebe zum Horrorfilm, vor allem, wenn dieser das Label „Dario Argento“ trug. Wer die Musik und vor allem die Videos der Band kennt, wird wissen, wovon die Rede ist. Matt Poile (Gesang, Gitarre) und Alex Morris (Drums) starteten zunächst als Duo und machten sich als Live-Band einen Namen. Mittlerweile sind sie zu dritt: Scott Bowey (Bass) ergänzt die Band, und das tut dem Sound der Combo, die sich dem Noise Pop verschrieben hat, gut. Mit „Scatter“ legen Crushed Beaks nun ihr Debütalbum vor, veröffentlicht auf dem bandeigenen Label Matilda Records. Ein intensives, energiegeladenes Werk mit catchy Melodien. Eine erfrischend unzynische Rockplatte, die nicht zu Unrecht Begeisterung bei der englischen Fachpresse auslöste.

Fazit: Schön, dass die Mucke nicht mehr nur den Engländern vorbehalten wird.

Anspieltipps: Rising Sign, Overgrown

 

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Sherwood & Pinch – Late Night Endless

Label: On-U-Sound VÖ: 2014

„Late Night Endless“, das ist das Produkt aus zwei Jahren Studio-Arbeit und das erste Album von Sherwood & Pinch. Beide sind natürlich keine Unbekannten: Adrian Sherwood war als Produzent in den Achtziger Jahren eine Dub-Legende und verhalf dem Remix-Format zu Ruhm und Ehre. Rob „Pinch“ Ellis war einer der Pioniere der Dubstep-Bewegung und ist immer noch eine ihrer prominentesten Figuren. Mit der Musik aus Sherwoods On-U-Label ist Ellis praktisch aufgewachsen. „Late Night Endless“ ist also ein kleines Legendentreffen, bei dem Postpunk, Jungle, Dubstep, Reggae, Techno, Jamaica, Ramsgate und Bristol miteinander verwoben wurden. Dub coming full circle.

Fazit: Aufregende Verschmelzung zweier Künstler.

Anspieltipps: Music Killer Dub, Africa 138, Stand Strong

 

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Katia Guerreiro – Live at the Olympia

Label: KGP VÖ: 2015

Ach ja. Fado. Klingt für mitteleuropäische Ohren zugegebenermaßen zuweilen etwas gewöhnungsbedürftig, diese portugiesische Blues-Variante. Wer aber mal durch die malerischen Straßen Lissabons getigert ist, kommt nicht umhin, sich in diese traditionsreiche Musik zu verlieben. Katia Guerreiro gehört zu den modernen Vertretern des Genres. Den 23. Januar 2012 bezeichnet sie gern als die magischste Nacht ihres Lebens. Im ausverkauften legendären Olympia von Paris liefert Katia ein Spektakel ab, das ihren bisherigen Karriere-Höhepunkt markieren sollte. Auf ihrer ersten Live CD/DVD „Katia Live at the Olympia“ hält die Portugiesin diesen Moment für die Ewigkeit fest.

Fazit:  Ein Plädoyer für den Fado.

Anspieltipps: Vodka e Valium, Asas

 

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The Charlatans – Modern Nature

Label: BMG VÖ: 2015

Seit gut 27 Jahren werden die Charlatans auch ein Stück weit von der Tragik angetrieben. Vielleicht wurde das nie so offensichtlich, wie in der Zeit nach dem Unfall-Tod von Keyboarder Rob Collins 1996, in der das 1997er-Meisterwerk „Tellin‘ Stories“ entstand. Die Vorzeichen für „Modern Nature“, das nunmehr 12. Album der Band, sind nun wieder ähnlich. 2013 starb Drummer Jon Brookes an einem Gehirntumor. Und wieder legen die Charlatans ein starkes Album nach: Melodisch, luftig, viel Hammond-Orgel, funky. „Songs that make us happy“, wollte die Band laut eigener Aussage aufnehmen. Uns machen sie es damit auf jeden Fall.

Fazit: Episch.

Anspieltipps: Lean On, Come Home Baby

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Hotel Bossa Nova – Desordem & Progresso

Label: Enja Records VÖ: 2015

Es mag kaum überraschen, dass der Bossa Nova für Hotel Bossa Nova die Basis ihres Schaffens ist. Von hier aus brechen Liza da Costa (Gesang), Tilmann Höhn (Gitarre), Alexander Sonntag (Kontrabass) und Wolfgang Stamm (Schlagzeug) in alle Richtungen des Latin Jazz auf. Freigeistiger als auf „Desordem e Progresso“ (Turbulenz und Fortschritt, als Kontrastpunkt zum auf der brasilianischen Flagge prangendem „Ordem e Progresso), ihrem fünften Album, hat die Wiesbadener Band  jedoch noch keines ihrer Werke gestaltet. Im Gegensatz zu dem eher balladesken Vorgänger „Na Meia Luz“, das vornehmlich klassisch aufgebaute Songs rund um das weite Feld des Bossa Nova enthielt, überrascht das Quartett diesmal mit Abenteuerlust, Tempovorstößen und Innovationsdrang. Fun fact am Rande: Liz da Costa war übrigens früher die Sängerin vom Eurodance-Duo Captain Jack.

Fazit: Mit einem guten Wein genießen.

Anspieltipps: Estrada Amarela, Nao Dou

 

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F.R.E.I. – Showtime

Label: Liberatio VÖ: 2015

Let’s face it: Der Graf von Unheilig hat aufgehört, Pur werden es auch nicht mehr ewig machen. Wohin sollen also Fans dieser Bands in Zukunft ihre Aufmerksamkeit lenken? F.R.E.I. wäre da so eine Alternative. Das Kölner Quartett, das 2013 den Preis als Beste Pop-Band bekommen hat, hat gerade einen neuen Silberling vorgelegt. Poppigen Schlager-Sound mit deutschen, recht klischeehaften Texten kredenzen sie da (mit ein paar Rock-Anleihen versehen), der sich durchaus im Spannungsfeld der beiden zuvor genannten Acts bewegt.

Fazit: Ecken und Kanten Fehlanzeige. Helene-Fischer-Deutschland wird begeistert sein. Wir sind’s nicht so.

Anspieltipps: Ex-Beste-Freundin

 

COMPILATIONS

 

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Various Artists – Another Day, Another Time: Celebrating the Music of „Inside Llewyn Davis“

Label: Warner VÖ: 2015

Zum Filmstart von „Inside Llewyn Davis“ Ende 2013, einer tragikkomischen Verfilmung des Künstlerlebens des gleichnamigen Folk-Sängers, stellten die Regisseure Joel und Ethan Coen sowie Soundtrack-Produzent T Bone Burnett ein spektakuläres Konzert auf die Beine, auf dem ein tolles Line-Up inklusive der Darsteller aus dem Film eine ganze Latte an alten und neuen Folk-Songs auf die Bühne der New York City Town Hall brachten. Nun ist das Ding bei Nonesuch Records und Warner Music als Doppel-CD und als DVD erschienen. Es ist eine Verneigung vor der Folk-Musik der Sechziger Jahre. Mit allerlei bekannten Namen: Elvis Costello und Joan Baez sind dabei, Jack White, Conor Oberst und Marcus Mumford. Zudem war dieser Gig der Startschuss für eine ganze Reihe an Karrieren: die der Punch Brothers etwa oder von Rhiannon Giddens. Klar, dass es bei einem solchen massiven Line-Up einige Hits and Misses gibt. Besonders gut aber gefällt die Gillian-Welch-Version von „Will the Circle be Unbroken“.

Fazit: Gibt es nur in New York.

Anspieltipps: Will the Circle be Unbroken, Waterboy

 Texte: Benjamin Fiege

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