Neu im DVD-Regal: September 2015

FILM

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The Voices

Verleih: Ascot VÖ: 2015

Schön schwarz ist der Humor in diesem amerikanisch-deutschen Thriller. Im Mittelpunkt stehen ein liebenswürdiger, allerdings etwas schizophrener junger Mann, ein gutmütiger Hund und ein nicht ganz so gutmütiger Kater. Aber der Reihe nach: Jerry ist ein freundlicher Zeitgenosse. Er lebt in einer amerikanischen Kleinstadt und hat gerade einen Job in einer Badewannenfabrik angefangen, der ihm großen Spaß macht. Allerdings wird sein Leben bestimmt von der Beziehung zu seinen Haustieren und – was seine Kollegen nicht wissen – von den gerichtlich angeordneten Sitzungen bei seiner Psychotherapeutin (Jacki Weaver). Die soll dafür sorgen, dass Jerry regelmäßig seine Medikamente einnimmt. Doch unter Einfluss der Mittelchen muss seine sonst so bunte und heitere Welt der Realität weichen – sie wird grau und trist. Also setzt er die Pillen eigenmächtig ab. Die Folge: Jetzt kann sich der einsame Mann auch mit seinen Haustieren unterhalten. Fortan versuchen der gutmütige Hund Bosco und der zutiefst bösartiger Kater Mr. Whiskers, sein Denken und Handeln in gegensätzliche Richtungen zu beeinflussen. Als er sich in seine sexy Kollegin Fiona (Gemma Arterton) verliebt und ein missglücktes Date ein tragisches Ende nimmt, gerät Jerrys Leben völlig außer Kontrolle.

Ultra-düster, makaber, völlig over the top – „The Voices“ ist schwer zu fassen. Klar, trashig, aber eben auch trashig genug, um schon wieder kultig zu sein. Mit Abstand Ryan Reynolds‘ abgedrehteste Rolle, obwohl der Gute in seiner Karriere schon allerlei versucht und erlebt hat. Überraschend ist auch, wie es Regisseurin Marjane Satrapi und ihre Drehbuchautoren schaffen, Jerrys Geisteskrankheit mehrdimensional zu gestalten. Nicht üblich im typischen Hollywood-Schinken – und vor allem nicht in diesem Genre.

 

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Fremde Haut

Verleih: MMM Film VÖ: 2015

Die lesbische Iranerin Fariba (Jasmin Tabatabai) ist jung, ist schön, ist intelligent und ihr droht die Todesstrafe, weil ihr Verhältnis zu einer verheirateten Frau aufgeflogen ist. Sie schafft es nach Deutschland, in die schwäbische Provinz, zu fliehen und muss um zu überleben, die Identität eines Mannes annehmen.  Jedes falsche Wort, jede Kontaktaufnahme ist für sie mit der Gefahr der Enttarnung verknüpft. Und sie will nur eins: ihre weibliche Identität zurück. Ihre Arbeitskollegin Anne (Anneke Kim Sarnau) findet Gefallen an dem seltsamen Fremden. Fariba kann nicht widerstehen. Sie riskiert alles und das Glück scheint zum Greifen nah.

Re-Release eines überzeugenden Streifens mit einer überragenden Jasmin Tabatabai, die in ihrem Spiel Erinnerungen an Hilary Swank („Boys Don’t Cry“) wachruft. Der Plot ist leider immer noch aktuell, bedenkt man die immer noch existierende Verfolgung, Exekution und Folter von Homosexuellen im Iran. Ein Film, der es schafft, auf der Klaviatur der großen Gefühle zu spielen – ohne dabei aber klischeehaft oder zu sein oder zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken. Großartig.

 

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The Gang

Verleih: Black Hill Pictures VÖ: 2015

Holland, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Eine Welle grausamer Verbrechen beherrscht die südliche Provinz Brabant und besonders in der Stadt Oss ist die Lage dramatisch. Dort überzieht die berüchtigte Ossche Bande die Region mit Vergewaltigung, Mord und Korruption. Selbst hohe Politiker und Mitglieder der Kirche sind in die Gräueltaten involviert. Mit Einsatz der Militärpolizei versucht die Regierung, der Lage Herr zu werden. Doch stattdessen kommt es zu Straßenschlachten. Mittendrin versucht die junge Café-Besitzerin Johanna aus dieser Welt der Gewalt zu entfliehen. Doch Ties, ihr Ehemann und Neffe des Bandenchefs de Kuiper, steht ihrem Vorhaben im Weg. Für Johanna gibt es nur einen Ausweg: Ties muss sterben!

Nach wahren Begebenheiten inszenierte Regisseur André van Duren einen spannenden Film über eine Welle grausamer Verbrechen in der Stadt Oss kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Gedreht wurde der Streifen bereits im Jahr 2011. Warum eine VÖ hierzulande so lange gedauert hat? Liegt wohl am zwischenzeitlich gestiegenen internationalen Bekanntheitsgrad des Darstellers Matthias Schoenaerts. Liest sich die Grundlage des Stoffs noch recht spannend, bleibt der Film doch etwas hinter den Möglichkeiten zurück. Die deutsche Synchro holpert etwas, die Straßenschlachten werden etwas lieblos inszeniert. Die Schauspieler überzeugen allerdings.

 

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Der Bunker

Verleih: Ascot VÖ: 2015

Ella ist davon überzeugt, dass ihr Verlobter ein Geheimnis vor ihr in einem unterirdischen Bunker versteckt hält. Auf der Suche nach Antworten gerät sie selbst in Gefahr und findet sich in dem verschlossenen Bunker wieder. Gefangen in einem Labyrinth von endlosen Korridoren entdeckt sie das schreckliche Geheimnis ihres Verlobten. Menschen wurden über Jahre hinweg gefangen gehalten und einige davon auch gefoltert. Um überleben zu können, schließt sie sich den Gefangenen an. Doch auch diese haben Geheimnisse vor ihr und wollen einfach nur der jahrelangen Tortur entfliehen.

Do you remember Mischa Barton? Schien mal eine große Karriere vor sich zu haben. Nun taucht die Gute, die durch die Serie „O.C. California“ bekannt wurde, also in diesem B-Movie auf. Einem waschechten Slasher. Der wartet immerhin mit allem auf, was einen guten Horrorfilm ausmacht: nette Cinematographie, ein guter Plot und gruselige Musik. Und trotzdem ist die Sache am Ende nicht rund. Zu oft verliert sich der Streifen in Klischees – und das Ende enttäuscht.

 

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Verleih: Universal VÖ: 2015

Eine etwas abseits gelegene Grundschule wird von einem mysteriösen Virus heimgesucht. Dieser verwandelt die harmlosen kleinen Racker in blutrünstige Zombies. Der hilflose Lehrer Clint (Elijah Wood) versucht, seine Armee von überforderten Lehrekräften im Kampf gegen die mutierten Schüler anzuführen.

Wenn es um Zombie-Flicks geht, hat man das Gefühl, schon alles mal gesehen zu haben. Nun fügt „Cooties“ dem Genre also Zombie-Grundschüler hinzu, die durch den Verzehr von Chicken-Nuggets verseucht wurden. Ein Film, der irgendwo zwischen Horror und Comedy schwankt, dabei aber weder besonders gruselig noch besonders lustig ist. Trash, der genauso gut im Mitternachtsprogramm laufen könnte (und wohl auch wird), bei dem man einfach das Hirn ausschalten muss, um sich unterhalten zu fühlen.

 

SERIE

 

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The Killing (Staffel 4)

Verleih: Pandastorm Pictures VÖ: 2015

Es geht Schlag auf Schlag in Sachen DVD-Releases bei „The Killing“. Nun also Staffel 4. Nach dem drastischen Ende der dritten Staffel müssen Detective Sarah Linden und ihr Kollege Steven Holder die Spuren verwischen und parallel weiter ihrer Arbeit nachgehen. Denn der nächste Fall lässt nicht lange auf sich warten: Eine vierköpfige Familie wurde ermordet und der einzige Überlebende und Hauptverdächtige ist der Sohn der Familie: Kyle Stansbury, Kadett an einer privaten Militärakademie. Währenddessen untersucht Detective Carl Reddick das Verschwinden von Lieutenant Skinner. Können Linden und Holder den Fall lösen, während sie mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben?

Es ist das große Finale dieses Remakes der dänischen Krimiserie „Kommissarin Lund“ – und ein würdiges obendrein. Die Fälle sind spannend und unterhaltsam, die Atmosphäre stimmig. Auch die Darsteller wissen erneut zu überzeugen. Fast schon enttäuschend, dass die Serie nun zu Ende ist. Linden und Holder sind das perfekte Team – weil sie so unperfekt sind.

 

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Hemlock Grove (Staffel 1)

Verleih: Concorde Home Entertainment VÖ: 2015

Eine Stadt voller dunkler Geheimnisse, ein brutaler Mordfall und ein Katz- und Maus-Spiel um die schonungslose Wahrheit: In dem kleinen Städtchen Hemlock Grove wird eine 17-Jährige brutal ermordet. Peter Rumancek und Roman Godfrey werden aufgrund ihrer Eigenartigkeit zu Hauptverdächtigen in dem Fall. Um ihre Unschuld zu beweisen, versuchen die beiden den wahren Täter zu finden. Nur: In Hemlock Grove scheint jeder ein Geheimnis zu hüten …

Dunkel, abgedreht, komplex – die erste Staffel der Netflix-Serie Hemlock Grove weiß zu gefallen. Soap Opera meets Horror Story – ein Konzept, das überzeugt. Da haben sich die Macher wohl auch das eine oder andere bei David Lynchs „Twin Peaks“ abgeschaut. Gibt schlechtere Vorbilder. Ansonsten fließt auch etwas „True Blood“ mit ein. Die Cast (mit dabei: Famke Janssen) ist stark, wenn man ausblendet, dass die Darsteller deutlich älter aussehen als die Charaktere, die sie verkörpern.