Neu im DVD-Regal: November 2014

MUSIK

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Queen – Live at the Rainbow ’74

Studio: Virgin VÖ: 2014

Synopsis: Wir schreiben den 31. März 1974. An jenem Sonntag gibt eine heiße Newcomer-Band namens Queen im legendären Londoner „Rainbow“ ein Konzert. Der vorläufige Höhepunkt der ersten UK-Tour der Gruppe  als Headliner. Es sollte ein Meilenstein auf dem Karriereweg der Kapelle werden, ein Schlüsselmoment der Rockgeschichte. Nun, 40 Jahre später, erscheint dieser Moment endlich offiziell auf DVD, und so ist er nicht mehr nur jenen 3000 glücklichen Seelen vorbehalten, die damals im „Rainbow“  zu Mercury, May & Co. abgingen.

Fazit: Queen-DVDs kommen in schöner Regelmäßigkeit auf den Markt. Zuletzt gab’s ja Montreal 1981 oder Budapest 1986. Shows also, die zur absoluten Hochphase der Combo stattfanden. „Live at the Rainbow ’74“ zeigt da erfrischenderweise mal eine ganz andere Phase. Eine junge, wilder Newcomer-Band, der noch alle Türen offen stehen. Die Musik, die Queen um Frontmann Freddie Mercury da vortragen (Songs aus den ersten drei Alben der Briten), ist eh über jeden Zweifel erhaben: Das ist innovativer, frischer Rock, den sie da kredenzen. Aber hält auch das vier Jahrzehnte alte Bild- und Tonmaterial da mit? Ja, das tut es. Gemessen an dem Alter der Aufnahmen sind Bild und Ton perfekt und trüben in keinster Weise das Konzerterlebnis.

 

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Sting – The Last Ship

Studio: Cherrytree VÖ: 2014

Synopsis: „The Last Ship“ wurde an einem intimen Abend voller Musik und Storytelling an Stings Geburtstag während einer ganzen Reihe von Benefizkonzerten im New Yorker The Public Theater aufgezeichnet. Sting und seine 14 Musiker performen hier Songs aus Stings gleichnamigen Album und Broadway Musical, das von seinen Kindheitserinnerungen inspiriert wurde, und in der nordenglischen Seefahrerstadt Wallsend spielt, wo der Ex-Police-Star geboren wurde und aufwuchs.

Fazit: Großartige Show. Die DVD/Blu Ray enthält auch mit „What Say You, Meg“ ein Stück, das auf der CD fehlt, weil Sting es erst später schrieb. Gerade Stings Moderationen beziehungsweise Kommentare zwischen den Tracks, die kleinen Geschichten, machen das Ganze so sehens- beziehungsweise hörenswert. Brilliante Musik, Bild und Ton überzeugen auch.

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Spuren – Lass alles hinter Dir

Studio: Elite Film VÖ: 2014

Plot: Australien, Mitte der Siebziger Jahre: Die junge Robyn Davidson kommt mit einem bestimmten Ziel nach Alice Springs. Sie will die australische Wüste bis zum Indischen Ozean durchqueren. Sprich: 3200 Kilometer, durch die brütende Hitze Down Unders, zu Fuß. Begleitet nur von Kamelen und ihrem Hund Diggity. Klar, dass alle sie für verrückt halten, das Ganze nicht reibungslos verläuft und sie auf ihrem Weg allerlei Abenteuer erlebt. Als ihr schließlich das Geld ausgeht, schließt sie einen Deal mit dem Fotografen Rick Smolan, der ihre Geschichte fürs National Geographic festhalten darf. Robyn gerät in immer lebensgefährlichere Situationen.

Fazit: So fantastisch es sich anhört: Das Ganze beruht auf einer wahren Begebenheit. Da läuft man als Regisseur immer Gefahr, den ganzen Zinnober fürs geneigte Publikum überzudramatisieren, die Story bis zur Unkenntlichkeit zuzuspitzen und ihr damit nicht mehr gerecht zu werden. Der typische Hollywood-Reflex eben. Aber Regisseur John Curran beweist da in „Spuren“ glücklicherweise Fingerspitzengefühl und schlägt eher leisere Töne an. Das tut dem Film gut, der ansonsten von den erstklassigen Schauspielern und den atmosphärischen, ja, bezaubernden Landschaftsbildern lebt. Intensive Geschichte, die jederzeit glaubwürdig bleibt. Trotz der Kamele. Denn die wurden damals tatsächlich importiert …

Mit: Mia Wasikowska, Adam Driver, Emma Booth, Jessica Torvey

Regie: John Curran

 

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Wolfcop

Studio: Elite Film VÖ: 2014

Plot: Nein, ein Cop wie aus dem Bilderbuch, das war Lou nie. Vor allem. weil der Gute gerne mal zu tief ins Glas schaut. Doch dann ändert sich alles schlagartig: Nach einer Zechtour wird Lou von einer Satans-Sekte in einen Werwolf verwandelt. Fortan sorgt Lou bei Vollmond als haariger Wolfscop für Recht und Ordnung.

Fazit: Klar, das Genre muss man mögen. Sonst wird man mit „Wolfcop“ wohl nicht viel anfangen können. Wer aber auf die Mixtur aus Horror und Comedy steht, der wird hier fündig. Für denjenigen wirkt dieser Old-School-Streifen dann fast schon herzerwärmend. Sicher, subtil ist anders, etwas blutig ist das Ganze schon geraten, und die Story ist recht simpel. Es sind aber der vollkommen überzogene kanadische Humor, das Fehlen von CGI-Elementen, die handgemachten Effekte, die den Film ebenso trashig wie liebenswert machen. Erinnert ein bisschen an diese typischen Achtziger-Horror-Streifen.

Mit: Leo Fafard, Amy Matysio, Jonathan Cherry, Sarah Lind

Regie: Lowell Dean

Text: Benjamin Fiege