Neu im DVD-Regal: März 2015

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Miley Cyrus – Bangerz Tour

Studio: RCA VÖ: 2015

Controversy creates cash. Alte amerikanische Weisheit. Gut, ums Kleingeld musste sich Miley Cyrus schon längst keine Gedanken mehr machen, als  „Bangerz“ im Jahr 2013 auf den Markt kam. Den einen oder anderen 1,50 Dollar hatte sie ja schon als „Hannah Montana“ verdient. Irgendwann wird aber jeder älter, zu alt für solchen Teenie-Kram, und dann gilt es sich neu aufzustellen. Das war natürlich auch bei Cyrus so und so kam mit „Bangerz“ der Miley-Relaunch. Miley kultivierte mit dieser Platte ein sexuell explizites öffentliches Image. Madonna- bzw. britneygleich entdisneyfizierte sich die junge Dame, mit den entsprechenden Songs natürlich, klar, aber auch indem sie etwa breitbeinig auf der Bühne rumlungerte oder mit Robin Thicke twerkte. Das Ding war megaerfolgreich, die Tour spielte mehr als 62 Millionen US-Dollar ein und gipfelte in einem zweistündigen TV-Special, das in Barcelona und Lissabon aufgezeichnet wurde. Überraschend schlechte Einschaltquoten hatte das Ganze, weil die meisten Amerikaner wohl in den Ferien waren. Mit der DVD haben sie (und SIE) jetzt allerdings die Möglichkeit, die Show noch mal zu sehen. Und was wird uns hier kredenzt? Natürlich allerlei On-Stage-Stuff, Hits wie „Wrecking Ball“ oder „We Can’t Stop“, aber auch ein bisschen Behind-the-Scenes-Footage. Kurz: Wir sehen eine Frau, die ihr Handwerk versteht. And she’s here to stay.

Fazit: Für jene, die darauf schon immer darauf warteten, dass Miley mal nackert auf der Abrissbirne durchs Wohnzimmer reitet. Oder solche, die guten Pop zu schätzen wissen.

 

MOVIES

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Am Sonntag bist du tot

Studio: Ascot Elite VÖ: 2015

Eigentlich will Dorfpriester James Lavelle (Brendan Gleeson) doch nur, dass es allen Menschen in seinem Provinzkaff an der irischen Küste gut geht. Doch seine unter der Oberfläche verkommene Gemeinde schockt ihn regelmäßig durch ihren Hass und ihre Streitlust. Eines Tages, als der Geistliche die Beichte abnimmt, droht ihm eines seiner Schäfchen: „Am Sonntag bist du tot!“ Nicht, dass der unbescholtene Priester etwas angestellt hätte. Nein, er soll stellvertretend für einen anderen katholischen Priester sterben, der den Gläubigen früher missbraucht hat, aber nicht mehr lebt. Das Beichtgeheimnis hindert den Priester daran, die Polizei einzuschalten. Also muss er sich selbst auf die Suche nach seinem zukünftigen Mörder machen.

Ich bin ja schon seit einigen Jahren ein großer Brendan-Gleeson-Fan, seit mir ein paar einheimische Freunde in Irland „The Guard“ auf DVD vorspielten. Seither hat mich die Gleeson’sche Schauspielkunst gepackt, der Mann hat mich bisher auch nie enttäuscht. Auch diesmal nicht. Gleeson überzeugt, man könnte fast sagen: Er spielt hier die Rolle seines Lebens. Auch das Drehbuch ist fantastisch, zumal relativ schnell die Suche nach dem Mörder in spe in den Hintergrund rückt und vielmehr die Frage nach der verbliebenen Autorität der Kirche aufgeworfen wird. Drehbuchautor und Regisseur John Michael McDonagh thematisiert hier als einer der ersten Filmemacher den Missbrauchskandal in den Einrichtungen der katholischen Kirche in Irland. Und das, ohne den Religionskritik-Holzhammer zu schwingen, sondern indem er einen Priester in den Mittelpunkt rückt, der auch für Atheisten als Identifikationsfigur funktioniert. Welchen Wert heute noch Ethik, Moral und Religion haben? Wie sich Missbrauchsfälle auf die Glaubwürdigkeit der Kirche auswirken? Die Botschaft des Films ist von verstörender Klarheit. Geschehenes lässt sich nicht ungeschehen machen.

Fazit: Absoute Kaufempfehlung.

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Borgman

Studio: Pandastorm VÖ: 2015

Ich muss zugeben: Mit dem niederländischen Kino bin ich seit den Flodders nicht mehr in Berührung gekommen. Das wird sich in Zukunft wieder ändern. Denn auf dem flachen Land können sie auch Film. Das hat „Borgman“ jetzt gezeigt. Ein guter, unheimlich guter Psycho-Thriller, in dem ein Obdachloser eine reiche Familie heimsucht und sie aus ihrem Wohlstandsparadies vertreiben will. Auf der Flucht vor ein paar brutalen Männern sucht der mysteriöse Landstreicher Schutz bei der wohlhabenden Familie van Schendel. Der aggressive (und rassistische) Familienvater Richard verjagt den ungebetenen Gast zunächst. Doch Borgman kehrt zurück und versteckt sich heimlich im Gartenhaus des Anwesens. Richards Ehefrau Marina bietet dem Fremden unkompliziert Hilfe an und ein warmes Bad. Marina fühlt sich zunehmend von ihm angezogen und will nicht, dass er die Familie wieder verlässt. Kurz darauf verschwindet der Gärtner spurlos, Borgman schleicht sich mit neuer Identität in die Mitte der Familie und nistet sich ein. Nun geraten auch die Kinder in seinen perfiden Bann… „Borgman“ ist ein tiefschwarzer Thriller mit Märchenelementen über die unheimliche Verführung durch das unscheinbar wirkende Böse. In Cannes feierte der Streifen als erster niederländischer Spielfilm seit fast 40  Jahren Weltpremiere und wurde bereits auf zahlreichen internationalen Filmfestivals ausgezeichnet. Überzeugend: Hauptdarsteller Jan Bijvoet.

Fazit: Gelungene Parabel zum Thema Intoleranz. „Mach einen Strich durch Diskriminierung“, wie die Fußballer aktuell dazu sagen würden.

 

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Northmen – A Viking Saga

Studio: Ascot VÖ: 2015

Wir schreiben das Jahr 873 nach Christus: Vom eigenen König verbannt, nimmt eine Horde furchtloser Wikinger Kurs auf Britannien. Ihr Ziel: das Kloster Lindisfarne mit seinen Goldschätzen, die sie unter ihrem Anführer Asbjörn (Tom Hopper) plündern wollen, um sich vom auferlegten Bann freizukaufen. Von einem schweren Sturm überrascht, zerschellt ihr Drachenboot jedoch an den Felsen vor der schottischen Küste. Gestrandet auf Feindesland, ist ihre einzige Chance, sich in eine entfernt gelegene Wikingersiedlung zu retten. Auf ihrem mühsamen Weg durch die Highlands entführen die Krieger Lady Inghean (Charlie Murphy), die Tochter des schottischen Königs Dunchaid. Die Verbannten wittert ein beträchtliches Lösegeld. Doch Dunchaid hetzt den Entführern sein berüchtigtes – weil grausames – „Wolfsrudel“ (nein, nicht das aus Hangover) auf den Hals. Ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt – eine Jagd auf Leben und Tod.

Der deutsch-schweizerische Film wurde 2013 in wo, ja wo, gedreht? Erraten Sie es? Genau, Südafrika. Das gibt zwar beeindruckende Bilder, die aber wenig mit der Location zu tun haben, in der die Handlung stattfinden soll. Auch um historische Details schert sich das Ganze nicht wirklich. Immerhin sind Regisseur Claudio Fäh einige nette Actionszenen gelungen. Und ein Bonbon gibt es auch für Heavy-Metal-Fans: Johan Hegg, Frontmann von Amon Amarth, spielt den Wikingerkrieger Valli.

 

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The Second Coming – Die Wiederkehr

Studio: Pandastorm VÖ: 2015

Eigentlich wünscht sich die von vielen Rückschlägen gebeutelte Familie Chen nichts weiter als ein ruhiges Leben, doch sie gerät nach Jahren der Verdrängung in einen Teufelskreis des Grauens, als Totgeglaubte die Macht über die Lebenden beanspruchen. Auslöser ist das Verhalten der Tochter Lucy (Joey Leong), die sich zunächst nur etwas ungewöhnlich benimmt, bis sie schließlich gewalttätig wird. Stück für Stück kommen die Armut, die Vergewaltigung der Mutter Jen (Maggie Siu Mei-Kei) sowie die Rache des Vaters Ming (Tak-Bun Wong) an den Schuldigen, der diesen umgebracht hat, zurück an die Oberfläche und quälen die Familie…bis schließlich eine eindrückliche Wahrheit enthüllt wird, von der keiner etwas ahnte.

Harter, unter die Haut gehender Geister-Schocker aus Singapur und Taiwan, der es echt in sich hat. Regisseur Herman Yau kehrt mit diesem Streifen in das Horror-Genre zurück, das ihn in den 90er-Jahren einst groß gemacht hat. Nichts für schwache Nerven.

Fazit: Beweist einmal mehr, dass Asien die besseren Horrorfilme macht. Wird wohl nicht lange dauern, ehe Hollywood ein hochglanzpoliertes Remake produziert.

 

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