Neu im DVD-Regal: Juli 2015

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Wild Card

Verleih: Universum VÖ: 2015

Nick Wild (Jason Statham) hat eigentlich die Faxen dicke. Seit Jahren schlägt sich der ehemalige Söldner als Detektiv und Gelegenheitsbodyguard in der Glücksspielhölle von Las Vegas durch, obwohl er am liebsten nach Korsika auswandern würde. Allein das Geld fehlt, um diesen Traum verwirklichen zu können. Als ihn eines Tages seine schlimm zugerichtete Ex Holly (Dominik García-Lorido) um Hilfe anfleht, wird er in ein schmutziges Spiel hineingezogen, in dem auch der einflussreiche Danny DeMarco (Milo Ventimiglia) mitmischt. Die Männer DeMarcos im Nacken, stürzt sich Nick in die Abgründe von Las Vegas …

Nicht genug neuer, innovativer Stoff im Kino? Wem die ganzen Superhelden-Aufgüsse zu viel werden, der, öhm, kann sich ja an diesem Remake versuchen. „Wild Card“ basiert auf William Goldhams Roman „Heat“, der bereits 1986 mit Burt Reynolds als „Heat – Nick, der Killer“ verfilmt wurde. Liegt aber nicht nur daran, dass der Film ziemlich vorhersehbar geraten ist. Seltsam mutet auch an, dass die ganzen bekannten Gesichter – Sofía Vergara („Machete Kills“, „Modern Family“), Stanley Tucci („Die Tribute von Panem“, „Terminal“), Milo Ventimiglia („Rocky Balboa“) und Anne Heche – schneller wieder verschwunden, als sie aufgetaucht sind. Für Hardcore-Statham-Fans dennoch ein geeigneter Streifen, der Gute befindet sich wenigstens in von ihm gewohnter Form. Und Las Vegas als Kulisse ist ja immerhin auch ganz nett.

 

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The Boy Next Door

Verleih: Universal VÖ: 2015

Verbotene Gefühle: Die Lehrerin und alleinerziehende Mutter Claire (Jennifer Lopez) lässt sich auf einen One-Night-Stand mit dem  jüngeren Noah (Ryan Guzman) ein. Ein Augenblick der Schwäche, den sie sofort bereut – und der sich als großer Fehler erweist. Denn der Teenager, der seit kurzem im Haus nebenan wohnt, will mehr. Und er ist zum Äußersten bereit, um Claire mit niemandem teilen zu müssen …

Nach zwei Jahren Leinwand-Abstinenz feiert J-Lo in „The Boy Next Door“ ihre Rückkehr ins Filmgeschäft. In einem besseren B-Movie, der ein wenig an „Fatal Attraction“ erinnert. Der Plot ist vorhersehbar, ein paar inhaltliche Fehler peinlich (eine Erstausgabe (sic!) der „Illias“ als Geschenk, really?), das Ganze aber nicht schlecht genug, um irgendwann mal als Kultfilm zu gelten.

 

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’71 – Hinter feindlichen Linien

Verleih: Ascot VÖ: 2015

Belfast 1971. Die Einheit des jungen englischen Soldaten Gary wird nach Nordirland beordert, um die örtliche Polizei bei einem Routineauftrag zu unterstützen. Doch gleich der erste Einsatz gerät völlig außer Kontrolle. Von seinen Kameraden getrennt muss Gary vor den aufgebrachten Iren um sein Leben rennen. Nur durch die Hilfe einiger Einwohner erhält er die Chance, zu überleben und zu seiner Einheit zurückzukehren. Allerdings wird Gary bei einem Bombenattentat schwer verletzt und findet Unterschlupf bei einer katholischen Familie. Und doch ist er nicht in Sicherheit: Die IRA ist ihm auf den Fersen.

Der 5. Februar 1971 ist tatsächlich ein schwarzer Tag in der Insel-Geschichte: An diesem Tag wurde in Nordirland der erste britische Soldat erschossen. Sein Name: Robert Curtis. Es ist ein Wendepunkt des Nordirlandkonflikts, seither waren Schießereien zwischen der Irish Republican Army (IRA) und den englischen Soldaten an der Tagesordnung. Bis heute starben bei diesem Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken mehr als 3500 Menschen.

Regisseur Yann Demange ist mit „’71“ eine perfekte, fesselnde Anti-Kriegs-Parabel gelungen. Demange katapultiert in seinem ersten Kinofilm den jungen englischen Soldaten Gary Hook ebenso in diese blutige Szenerie hinein wie den Zuschauer. Glänzend: Hauptdarsteller Jack O’Connell, der auf der Insel zu den großen Schauspielversprechen gehört, und Gary mit einer überzeugenden Verletzlichkeit spielt. Großartig. Erfahrung mit der filmischen Aufarbeitung des noch immer andauernden Konflikts hatte Produzent Robin Gutch übrigens bereits durch die mehrfach ausgezeichnete Biographie „Hunger“. Ebenfalls sehenswert.

 

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Backcountry

Verleih: Pandastorm Pictures VÖ: 2015

Eigentlich sollte es ein ja romantisches Camping-Wochenende in der Wildnis werden. So hatte es sich Alex für seine Verlobte Jenn zumindest ausgedacht. Raus aus der Großstadt, rein in den Nationalpark, eine Wanderung ohne Landkarte und technischen Schnickschnack. Die junge Anwältin Jenn lässt ihr geliebtes Smartphone jedoch nur widerwillig zurück und auch der Park-Ranger warnt die beiden vor der gnadenlosen Wildnis. Nach drei Tagen Fußmarsch wird klar: Jenn und Alex haben sich verlaufen, ihre Vorräte sind fast aufgebraucht. Die Situation wird immer unheimlicher. Haben die beiden das Revier eines Schwarzbären betreten? Und was hat der seltsame Fremde in dem Waldgebiet verloren?

„Backcountry – Gnadenlose Wildnis“ basiert auf den wahren Erlebnissen eines nordamerikanischen Camper-Paares. Der Film lebt von den atemberaubenden Landschaftsbildern und hat durchaus seine verstörenden, gruseligen Momente. Wer auf Tier-Horror steht, wird hier bestens bedient, der Streifen gehört mit Sicherheit zu den besseren des Genres, in dem ja auch wahnsinnig viel Müll produziert wird. Auch wenn der Bär kein Weißer Hai ist. Ihr wisst, was ich meine.

 

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Sexcoach

Verleih: Ascot VÖ: 2015

„Geh und hol dir deine Eier zurück!“ Wenn die eigene Mutter dir so einen Satz vor den Latz knallt, dann muss etwas schief gelaufen sein. Und zwar gewaltig. Tat es auch für Spence, dem Allison das Herz nicht nur gebrochen, sondern geradezu herausgerissen hat. Dem wimmernden Häufchen Elend muss unbedingt geholfen werden. Es schlägt die Stunde von Coke, Frauenschwarm, bester Freund und ab jetzt auch Sexcoach. Im schicken Strandhaus seiner Eltern wird das Therapiezentrum aufgebaut und Spence eine Sexkur verordnet. Das Ziel: 13 heiße Bikini-Girls klarmachen. Für den liebeskranken Romantiker trotz zahlreicher williger Krankenschwestern keine leichte Aufgabe …

Nein, „Sexcoach“ hat sich jetzt nicht unbedingt verdächtig gemacht, kurz davor gewesen zu sein, in Arthouse-Kinos gezeigt zu werden. Es wirkt, als wäre der Streifen gerne ein modernes „American Pie“. Dafür fehlt ihm aber dann doch die Klasse. Der Humor ist äußerst flach. Zielgruppe dürften hier vor allem pubertierende, männliche Teenager sein.

 

SERIEN

 

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The Killing – Season 3

Verleih: Pandastorm Pictures VÖ: 2015

Ein Jahr nachdem der Rosie Larsen-Fall abgeschlossen wurde, ist Sarah Linden nicht mehr als Ermittlerin bei der Mordkommission aktiv. Ihr Ex-Partner Detective Stephen Holder sucht derweil nach einem Mädchen, das von zu Hause ausgerissen ist. Seine Suche führt ihn zu einer Reihe von grausamen Morden, die mit einer früheren Ermittlung von Linden in Verbindung stehen könnten. Obwohl damals ein Täter gefasst und verurteilt wurde, scheint der wahre Killer noch unterwegs zu sein. Linden kehrt zurück, um mit Holder den Bösewicht zu fassen.

Das von Publikum und Kritik gleichermaßen hochgelobte US-Remake der dänischen Erfolgsserie „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ ist das Prestige-Projekt des US-amerikanischen Privatsenders AMC, der für Erfolgsproduktionen wie „Breaking Bad“, „The Walking Dead“ und „Mad Men“ verantwortlich zeichnet. Und während im Normalfall das Original meist besser als die Kopie ist, verhält es sich hier anders. „The Killing“ ist der klare Punktsieger, und das gilt auch für die dritte Staffel. Das Niveau kann gehalten werden. Unterschied zu den Vorgänger-Staffeln? Mehr Leichen.