Nachruf: Zum Tod des „Ultimate Warriors“ (+ Video)

Warrior (foto: WWE)

Warrior (foto: WWE)

Nur wenige Tage nach seiner Einführung in die WWE-Hall-of-Fame und seinem Auftritt bei WWE RAW ist Jim Hellwig verstorben. Hellwig war in den 1980ern und frühen 1990ern als „Ultimate Warrior“ einer der größten Stars des Wrestlings. Er wurde nur 54 Jahre alt.

„No WWE talent becomes a legend on their own. Every man’s heart one day beats its final beat. His lungs breathe their final breath. And if what that man did in his life makes the blood pulse through the body of others and makes them believe deeper in something larger than life then his essence, his spirit, will be immortalized.“ Jim „Ultimate Warrior“ Hellwig am Montag

Jim Hellwig (photo: WWE)

Jim Hellwig (photo: WWE)

      

Wer als Kind in den frühen Neunziger Jahren Wrestling verfolgt hat, der kam nicht umhin, vom Ultimate Warrior beeindruckt zu sein. Bunt, martialisch, wild, ein wie aus Stein gemeißelter Körper, mystische Promos, eine wilde Heavy-Metal-Frisur – der Warrior wirkte wie ein aus einem Comic-Heft entsprungener Superheld, ein Wesen aus einer anderen Welt. Kaum ein Wrestler verkörperte schon allein optisch die 80er Jahre wie der ultimative Krieger. Wenn Hellwig zu seiner unverwechselbaren Musik in die Halle stürmte, wild an den Ringseilen rüttelte und seine Gegner binnen weniger Minuten platt machte, dann waren die Fans auf ihren Beinen. Wie elektrisiert. Da störte es auch keinen, dass Warrior-Matches selten technische Leckerbissen waren. Im Gegenteil. Der Warrior, ein Archetyp der Stärke und Intensität, war zeitweise so beliebt, dass er selbst Wrestling-Ikone Hulk Hogan temporär in der Beliebtheitsskala überholte. 

Dass das nur zeitweise so war, liegt einerseits an Hellwig selbst, auf der anderen Seite auch am Geschäft. Hellwig galt backstage nie als der einfachste Zeitgenosse, spätestens ab Mitte der Neunziger wirkte er mit seinem übermuskulösen Körperbau zudem aus der Zeit gefallen. Das Wrestlingpublikum wurde smarter, wandte sich von den cartoonhaften Charakteren ab und jubelte lieber realistischeren Helden zu. Zu allem Überfluss überwarf sich Hellwig auch noch mit den meisten Promotions, für die er arbeitete.

Und so kam es auch, dass man den Warrior seit 1996 nicht mehr in einem WWE-Ring sah. Der tiefe Graben zwischen ihm und der Promotion, die ihn einst groß gemacht hatte, ging sogar so tief, dass die WWE eine DVD auf den Markt brachte, die sich über die Figur des Warriors lustig machte.

Erst in den vergangenen zwei Jahren konnte das Kriegsbeil begraben werden. Die Story zwischen Hellwig und der WWE schien zu einem versöhnlichen Abschluss zu gelangen. Es sah schwer nach Happy End aus: Am 5. April wurde der Warrior, begleitet von seinen liebreizenden Töchtern, verdienterweise in die Hall of Fame der Liga aufgenommen. Am Montag darauf hielt er zudem bei Monday Night RAW eine emotionale Rede. Eine Rede, von der zu diesem Zeitpunkt niemand wusste, dass es seine letzte sein würde.

Jim Hellwig hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Text: Benjamin Fiege

 

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