My Soundtrack: Sissip (Mental Bend)

Mental Bend (foto: privat)

Im April sind die Electro-Dreampopper von Mental Bend wieder fleißig und supporten Laura Carbone on tour. Sissip, der weibliche Part des Duos, hat sich dennoch die Zeit genommen, um bei unserer My-Soundtrack-Reihe mitzumachen.

1) Pink Floyd – Wish You Were Here

In meiner Kindheit liefen zu Hause Kinderkassetten und Klassische Musik. Erst mit ca. 10 Jahren entdeckte ich die alte Musiksammlung meiner Mutter. Bei Pink Floyd blieb ich hängen. Mich faszinierte die Soundgewalt, die unkonventionelle Art mit Popmusik umzugehen, die Experimentierfreudigkeit aber auch die visuelle Umsetzung der Musik in den Plattencovern und Videos. Bei dem Song ‚Wish You Were Here’ sind es aber dann doch die Einfachheit der Musik und der tiefgängige Text die mich berühren.

2) Jaco Pastorious – Portrait Of Tracy

Mit etwa 14 spielte ich im Schulorchester Klassische Gitarre. Nicht das durchsetzungsfähigste Orchesterinstrument und so nahm ich dankend die E-Bassistenrolle für das anstehende Schulmusical an. Erst daraufhin setzte ich mich intensiver mit dem Instrument und seiner Geschichte auseinander. Das wunderschöne kurze Instrumentalstück ‚Portrait Of Tracy’ machte mir bewusst, dass der E-Bass nicht nur auf seine Begleitfunktion zu beschränken war und inspirierte mich unter anderem dazu, meine Songs solistisch auf dem E-Bass umzusetzen.

3) Radiohead – Pyramid Song

Es gibt Songs, die kann ich stundenlang in Schleife laufen lassen. Dieser ist genau so einer. Ich befand mich mitten im Jazzstudium und hatte den Drang Musik bis ins kleinste Detail verstehen zu wollen. Beim ‚Pyramid Song’ bestand die Faszination für mich darin, dass man den Grundpuls erst begreifen konnte wenn der Schlagzeuggroove einsetzte. Und trotz der versteckten Komplexität konnte man sich völlig in der Musik verlieren, ohne verstehen zu müssen, was musiktheoretisch gerade passierte. Das war während des theorielastigen Musikstudiums für mich eine wichtige Erkenntnis.

4) Massive Attack – Paradise Circus

Neben Radiohead waren auch Massive Attack der Auslöser dafür, dass ich die Musik die ich machte, um den elektronischen Aspekt erweitern wollte. Durch die oft Loop-basierte Natur der elektronischen Musik entsteht für mich meist etwas beruhigend Meditatives und Songs lassen sich Schicht um Schicht bis zu einem explodierenden Höhepunkt aufbauen, genau wie das bei ‚Paradise Circus’ der Fall ist. Ich liebe den Moment wenn der Bass nach dem Break wieder einsetzt und meinen Körper mit Gänsehaut überzieht.

5) Nina Kraviz – Ghetto Kraviz

Auf unserer letzten Mental Bend Tour war das Nina Kraviz Album unser Favorit beim Autofahren. Der Track ‚Ghetto Kraviz’ besteht aus jeder Menge rhythmischer Spielereien, die das Musikerherz erfreuen, ohne aufdringlich zu sein. Obwohl ich immer noch nicht weiß wie der Text genau geht, taucht der Track regelmäßig aus dem Nichts als Ohrwurm in meinem Kopf auf.