My Soundtrack: Nive Nielsen

Nive Nielsen (foto: band)

Nive Nielsen hat in ihrer jungen Karriere schon viel erlebt. Ihr erstes Konzert fand direkt vor der dänischen Königin statt und wurde vom Fernsehen übertragen. Hollywood hat auch schon angeklopft, in „The New World“ mit Colin Farrell ist die Gute zu sehen gewesen. Und außerdem macht sie ganz töfte Musik. Kürzlich ist ihr zweites Album „Feet First“ erschienen, das sie mit ihrer Band The Deer Children eingespielt hat. Ein Album, für das sie sich weltweit Inspiration holte – und es auch in mehreren Ländern aufnahm. Trotzdem hat Nive die Zeit gefunden, uns für unsere „My Soundtrack“-Reihe die fünf Songs zu nennen, die sie ihr Leben lang begleiten.

Moondog – Lament 1 (bird’s lament).

Moondog is super cool. And funny! His music’s been part of me for a long time now – his compositions are so inspiring, in how his rhythms are jumping all around yet make total sense, and the melodies are light and playful but played seriously and intently, almost like bombastic playfulness. I loooove these melodies!!

Moondog ist supercool. Und lustig. Seine Musik ist schon seit langer Zeit ein Teil von mir. Seine Kompositionen sind so inspirierend, gerade seine springenden Rhythmen, die dennoch total Sinn ergeben, oder seine leichten und verspielten Melodien, die dennoch ernsthaft gespielt und gemeint sind. Bombastische Verspieltheit. Ich liebe diese Melodien!!

 

Giant Sand – Stranded pearl (from the album proVisions).

So…I love when things are playful! Howe Gelb always seems to be having fun with words, and he makes me smile. In this song he sings with Isobel Campbell and they tell a story. It’s a cowboy that could be somewhere in the past because of some of his word choices (something about a gingham hiked high) but he has a car and he is in love. Haha and the percussion bit they do with their breath is pretty inventive and cool. Howe Gelb always inspires to have fun with words and stories, and he also thought me to just do things. Happy accidents and all.

Also… Ich mag es, wenn Dinge verspielt sind. Howe Gelb scheint immer Spaß mit Worten zu haben, er bringt mich zum Lächeln. In diesem Song singt er mit Isobel Campbell und sie erzählen dabei eine Geschichte. Es geht um einen Cowboy, der wegen seiner Wortwahl in seiner Vergangenheit irgendwo hätte sein können (irgendwas mit „Gingham hiked high“), aber er hat ein Auto und ist verliebt. Haha. Und dann dieser Percussion-Teil, den sie mit ihrem Atem machen – sehr erfinderisch und cool. Howe Gelb inspiriert einen immer mit seinen Worten und Geschichten, er lehrte mich, Dinge einfach zu machen. Glückliche Zufälle undsoweiter.

 

Abner Jay – I’m so depressed (from the album One Man Band).

This song is absolutely great. Abner Jay’s expression is amazing. I am not so interested in any kind of singing techniques but I am fascinated by how we hear emotions in other humans through their voice. Our brains are wired to understand expression, it’s a survival mechanism, we can hear anger and irritation and even tell them apart, we can hear a smile in somebody’s voice. In Abner Jay’s singing I hear a lot of sincerity, like he feels every song he sings and I believe him even if he has song that same song a 100 times. He is a huge inspiration to always remember why you wrote a song. Plus: it’s a one-man band! The exact opposite of what I am trying to do hehe – but seriously, a one-man band! Awesome J.

Dieser Song ist absolut großartig. Abner Jays Ausdruck ist wunderbar. Ich interessiere mich nicht für jedwede Gesangstechniken, aber mich fasziniert, wie wir Emotionen in menschlichen Stimmen wahrnehmen. Unsere Gehirne sind so angelegt, dass wir solchen Ausdrücke verstehen, es ist ein Überlebensmechanismus, wir können Wut und Ärger hören und auseinanderhalten, wir können aber auch Lächeln in der Stimme wahrnehmen. In Abner Jays Stimme höre ich viel Aufrichtigkeit, als würde er jeden Song tatsächlich so fühlen, wie er ihn singt. Selbst wenn er den Song schon 100 mal gesungen hat.  Er ist eine große Inspiration, sich immer daran zu erinnern, warum man einen Song geschrieben hat. Außerdem: Er ist eine One-Man-Band. Das exakte Gegenteil von dem, was ich versuche zu machen, hehe – aber ernsthaft: eine One-Mand-Band! Awesome J.

 

 

Wilmoth Houdini – Don’t do that to me (from the album Shango, Shouter & Obeah)

This song is fun, cool and full of contrast. He sings about rather serious issues but he will sing it in a sort of party song. I can see him quickly laughing about his troubles, and that is pretty cool because I admire people who can call a spade for a spade and face their troubles head on, always prepared to have fun, because life is short. Hhhmmm I don’t know of this is true to Wilmoth Houdini at all, in actuality I don’t know anything about him, but I love this song and it inspires me in an imagined life lesson kind of way.

Dieser Song ist lustig, cool und voller Kontraste: Er singt über ganz ernste Sachen, aber in Form eines Party-Songs. Er kann über Probleme lachen, und das ist eine schöne Eigenschaft. Ich mag Leute, die ihre Probleme beim Namen nennen und in dieser Weise damit umgehen. Immer darauf vorbereitet, Spaß zu haben. Das Leben ist kurz. Hhhmmm. Ich weiß nicht, ob das Wilmoth Houdini wirklich wahrhaftig beschreibt, weil ich ihn nicht eigentlich gar nicht kenne, aber ich liebe diesen Song und er inspiriert mich auf eine Life-lesson-Art.

 

Arthur Russell – Another Thought (from the album Another Thought).

Arthur Russell is another musician who’s been part of me for a long time – especially this album here. There is something very direct and immediate about the way he sings and plays the cello. It seems very effortless, beautiful and a bit loopy. Nothings feels over laboured. But a lot lot lot of work went into making things sound so effortlessly simple and natural. Arthur Russell is inspiring that simple is beautiful sometimes. It’s music that makes time stop. And I just love it.

Arthur Russell ist auch einer dieser Musiker, die mein Leben schon lange begleiten. Gerade mit diesem Album. Er hat so etwas Direktes und Unmittelbares in seinem Gesang und seinem Cello-Spiel. Es erscheint so mühelos, schön und loopy. Nichts fühlt sich konstruiert an. Aber es steckt viel Arbeit in diesen Dingen, die mühelos und natürlich scheinen. Arthur Russell steht dafür, dass Einfachheit manchmal schön sein kann. Musik lässt Zeit still stehen. Und das liebe ich.