My Soundtrack: Julian Müller (Blackberries)

Julian Müller mit den Blackberries (foto: jens vetter)

Mit Britpop (und Krautrock) ging es bei den Blackberries aus Solingen vor vier Jahren los. Die Liebe zur Insel-Musik hat das Quartett bis heute auch nicht losgelassen. Kein Wunder also, dass Sänger Julian Müller beim Erstellen seiner My-Soundtrack-Liste vor allem in Großbritannien fündig wurde. Gerade hat die Band, die bereits Supportshows für Bastille, Imagine Dragons und Miles Kane gewuppt hat, übrigens ihr neues Studioalbum „Greenwich Mean Time“ veröffentlicht. Ein Album voller Atmosphäre und Tiefe mit Hymnen an die Pop-Bands der Sechziger Jahre, an deutschen Krautrock und an den „Sound of Psychedelia“. Müllers Liste verrät, woher die Inspiration kommt …

The Beatles – Twist & Shout

Meine musikalische Initialzündung. Der Song lief früher auf Super RTL in der Werbung für die „Mini Playback Show“ mit Marijke Amado. Davor habe ich mich nicht wirklich für Pop-Musik interessiert – den Song habe ich dann ständig vor mich hingesungen. Mein Vater hat mir daraufhin eine CD-Box mit den frühen Beatles-Alben gegeben und das war dann mein Soundtrack der nächsten fünf Jahre – „Please Please Me“ bis „Rubber Soul“. „Twist & Shout“ ist für mich aber neben aller Nostalgie nach wie vor ein perfektes Stück Rock’n’Roll. Allein dieser Gesang macht mich noch heute fertig.

 

The Hollies – On A Carousel

Ein perfekter 60s Song und mein Einstieg zu meiner zweiten großen musikalischen Liebe. Neben den Beatles waren The Hollies für mich die wichtigste und prägendste Band. Eingängige oft genialische Songs, großartiger Harmonie-Gesang und sowohl Drummer Bobby Elliott als auch Gitarrist Tony Hicks waren für mich musikalisch ganz wichtige Vorbilder im Finden meines eigenen Stils. Die 67er Psychedelia von Alben wie „Evolution“ oder „Butterfly“ ist genauso großartig, wie die frühen Rock’n’Roll- und Pop-Singles und die Alben Anfang der 70er wie „Distant Light“ oder „Romany“. Und Allan Clarke war der beste Sänger aller Zeiten (Little Richard nicht mitgezählt).

 

The Beach Boys – Surf’s Up

Die Beach Boys wurden für mich erst etwas später wichtig. Die frühen Surf-Sachen haben mich anfangs nicht so angesprochen und für „Pet Sounds“ war ich wahrscheinlich noch zu jung. Mittlerweile habe ich alle Alben, bin riesen Fan und habe von Brian Wilsons viel über Satzgesänge, die über einen dreistimmige Harmonien hinausgehen, gelernt. Es ist schwer, sich auf einen Song zu beschränken – „God Only Knows“, „Long Promised Road“, „Forever“ oder auch frühe Singles wie „California Girls“ wären alles Kandidaten – „Surf’s Up“ ist auf seine Art für mich Brian Wilsons genialste Komposition. Wenn ich jemandem zeigen müsste, warum er Sachen konnte, die sonst keiner konnte, würde ich diesen Song wählen.

 

The Beatles – Strawberry Fields Forever

Zwei Beatles-Songs in einer kurzen Liste ist vielleicht nicht besonders originell, aber muss in diesem Fall für mich sein. Jeder, der sich auch nur ein wenig für ’60s Psychedelia interessiert kennt diesen Song und das nicht ohne Grund. Für mich der wichtigste Song dieses Genres (allein diese Mellotron-Flöten!) und steht hier repräsentativ für die ganzen anderen nicht genannten Songs von Bands wie den Zombies, den Pretty Things, Moody Blues, den frühen Pink Floyd und Bee Gees, Love, Strawberry Alarm Clock, The Marmalade und und und…

 

The Rolling Stones – Sympathy For The Devil

Bei der ewigen auch heute noch gern gestellten Frage Beatles oder Stones würde ich zwar immer die Beatles nennen, aber die Zeiten, wo man sich für eins entscheiden muss, sind ja vorbei. „Sympathy For The Devil“ vereint sehr vieles, was ich an dieser Band und an Musik im allgemeinen liebe. Der Song ist eingängig, ohne sich anzubiedern, dazu diese Percussions, das Klavier, die Chöre, Mick Jaggers Gesang und am wichtigsten: Keith Richards‘ Solo. Mehr Rock’n’Roll, mehr Dreck, mehr ungefilterte Leidenschaft geht für mich nicht.

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