My Soundtrack: Guy Blakeslee (Entrance)

Entrance (foto: label)

Endlich: Nach seiner „Promises“ EP sowie Touren mit Beach House, Explosions In The Sky und Scott Fagan hat Guy Blakeslee alias Entrance im Februar sein Debütalbum „Book Of Changes“ bei Thrill Jockey veröffentlicht. On the road geschrieben und in elf verschiedenen Studios in Los Angeles und London aufgenommen. Aufmerksame Leser werden sich an den Song “Always the Right Time” erinnern, dessen dazugehöriger Clip bei uns zum Video der Woche gekürt wurde. Nun hat sich der gute Guy Zeit für unsere „My Soundtrack“-Reihe genommen.

 

Leonard Cohen- “Teachers”

I remember when my father gave me this LP for “Songs of Leonard Cohen,” I think I was 13 years old. I was already playing guitar and writing songs, and the impact this record, and this song in particular, had on me was massive. The way so much is conveyed with such a simple arrangement, the mysteries and answers to profound questions hinted at by the lyrics, the exotic scale of the song suggesting a gypsy way of life, the brutality of some of the phrases – it all struck me hard and changed the way I would think about songwriting forever.

Ich erinnere mich noch, wie mein Vater mir die LP „Songs of Leonard Cohen“ schenkte, als ich 13 Jahre alt war. Damals spielte ich bereits Gitarre und schrieb auch schon Songs, und der Impact, den diese Platte dabei auf mich hatte, war massiv. Die Art und Weise, wie viel hier mit einem einfachen Arrangement transportiert wird, die Geheimnisse und die Antworten auf elementare Fragen, auf die die Lyrics Hinweise geben, die Exotik der Songs, denen ein Gypsy-Lifestyle inne wohnt, die Brutalität mancher Formulierungen – das alles hat mich stark berührt und auch verändert, wie ich über Songwriting dachte.

 

Cat Power- “The Moon”

Starting when I was 21 I spent most of few years on the road supporting Cat Power, in the US and in Europe. I chose this song because I have such vivid memories of the way hearing it night after night, no matter what else was happening in the venue or in my young hyperactive mind, would always make me slow down, stop, and listen. She would totally slow everyone down and draw us into the moment, using quiet as a tool to disarm and paralyze the audience. I have a particular memory of being on mushrooms in the balcony of the Great American Music Hall in San Francisco, this beautiful ornate Victorian theater, and I was taping her performance with a handheld tape recorder and that particular night, for whatever reason, this song made me feel like I was dying, like I was melting into my chair. I will never forget that feeling, that my friend up on the stage, my hero in so many ways, was able to slow down time and completely alter the experience of being alive for that brief moment.

Ab dem Alter von 21 Jahren habe ich viele Jahre damit verbracht, Cat Power on the road zu supporten, vor allem in den USA und in Europa. Ich habe diesen Song ausgewählt, weil er solch lebhafte Erinnerungen zurückbringt. Schließlich habe ich ihn Nacht für Nacht gehört, und egal was gerade so in der Halle oder in meinem hyperaktiven Geist abging, hat er mich entschleunigt. Ich musste einfach zuhören. Cat hat überhaupt jeden damit entschleunigt, den Moment erleben lassen und die Stille als Werkzeug genutzt, um das Publikum zu entwaffnen und zu lähmen. Ich erinnere mich noch, wie ich gerade – high  von Mushrooms – auf dem Balkon der Great American Music Hall in San Francisco stand, diesem wunderbaren Viktorianischen Theater, und ihre Performance mit der Hand-Videokamera aufzeichnete. In dieser Nacht hat mir der Song das Gefühl vermittelt, ich würde bald sterben, als würde ich mit meinem Stuhl verschmelzen. Ich nie vergessen, dass meine Freundin, in vielen Belangen meine Heldin, da auf der Bühne scheinbar die Zeit mit ihrem Song verlangsamen und das Erlebnis, am leben zu sein, komplett verändern konnte.

 

Bob Dylan- “It’s All over now Baby Blue”

It was hard to pick a Bob Dylan song because his entire body of work has been so influential on me- but this song kind of sums up the way I think about life, the fleeting magic of impermanence, the split second decisions that change everything forever, the acceptance required to make progress.. the knowing deep-down that nothing is going to last and yet the optimism of new beginnings.. he says it all so powerfully with just a few poetic verses. 

Es war schon etwas schwierig, einen Bob-Dylan-Song auszuwählen, weil der ganze Katalog dieses Mannes mich beeinflusst hat. Aber diese eine Song fasst ganz gut zusammen, wie ich über das Leben denke, über die fließende Magie der Vergänglichkeit, über spontan getroffene Entscheidungen, die das ganze Leben verändern und die Akzeptanz, die nötig ist, um sich zu entwickeln. Das Wissen, das nichts für die Ewigkeit bestimmt ist. Der Optimismus, neue Dinge betreffend. Er drückt das alles in ein paar wenigen poetischen Versen aus.

 

Buddy Holly- “Everyday”

I’ve always loved this song, I may have first heard it in the film “Stand By Me” which I would watch often on VHS as a child- all the music in the film is so wonderful, and this song is used to convey the sense of possibilities, of happily skipping into the unknown that can be such a beautiful part of childhood. It’s amazing how short and to the point this song is, and how the words describe the way the song sounds.. “..going faster than a roller-coaster..” Although it points towards the brightness of the unknown, there is also a confidence- “love like yours will SURELY come my way..” There’s a sense of knowing you’re destined for greatness in this song, the sparkling realms of immortality.

Ich liebte diesen Film schon immer und habe ihn wahrscheinlich erstmals in dem Film „Stand By Me“ gehört, den ich mir als Kind häufig auf VHS angeschaut habe. Der ganze Soundtrack des Films ist wundervoll, und dieser Song transportierte wunderbar dieses Erahnen des Möglichen, das fröhliche Eintauchen ins Ungewisse, das so ein schöner Teil der Kindheit ist. Es ist unglaublich, wie kurz und zielstrebig dieser Song ist und wie die Lyrics umschreiben, wie der Song klingt: „… going faster than a roller-coaster“. Obwohl er sich an die Schönheit des Ungewissen richtet, vermittelt er auch Gewissheit: „Love like yours will surely come my way“. Es gibt da in diesem Song diese Ahnung, dass du für Großartiges vorherbestimmt bist, für dieses glitzernde Gefilde der Unsterblichkeit.

 

Phoebe Bridgers- “Smoke Signals”

This is a new song I just discovered, I’ve been listening to it obsessively for the past 2 months.. I heard it on the radio at night in Los Angeles and actually pulled over to the side of the road to listen and wait for the DJ to tell me who it was by. It’s like a letter sent from the year 2016 into the year 2017.. Lemmy dies, Bowie dies, she wants to live in the Holiday Inn and check out from life, she’s speeding because “fuck the cops”… it’s so timeless but it’s so current, present.. I love it. It makes me cry so I’ve had to stop listening to it so much. I’ve checked out some of her other songs, and I’m not as impressed.. this one gives me the impression she’s going to break some ground with the songs she hasn’t written yet, which is exciting to me. I like to know that people younger than me are going to breathe new life into songwriting and keep making things better.

Ein neuer Song, den ich gerade erst entdeckt habe und mir seit zwei Monaten fast schon obsessiv reinziehe. Ich hörte ihn erstmals nachts im Radio, als ich in Los Angeles war, und musste rechts ranfahren, um dem Song zu lauschen und mitzubekommen, wie der DJ den Titel verrät. Der Song ist wie ein Brief, der aus dem Jahr 2016 ins Jahr 2017 geschickt wurde. Lemmy stirbt, Bowie stirbt, sie will ins Holiday Inn ein- und aus dem Leben auschecken, sie rast, fuck the cops … der Song ist gleichermaßen so zeitlos wie aktuell. Ich liebe ihn. Er brachte mich sogar schon zum Weinen, weshalb ich ihn nicht mehr so oft hören kann. Ich habe auch andere Songs der Künstlerin ausgecheckt, fand diese aber nicht so gut. Dieser hier vermittelt aber den Eindruck, dass mit dem, was sie noch nicht geschrieben hat, noch so einiges gehen kann. Das ist aufregend. Es freut mich, dass jüngere Künstler sich anschicken, dem Songwriting neues Leben einzuhauchen und die Dinge besser machen.

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