My Soundtrack: Esche (Serum 114)

Serum 114 (foto: eschweiler photography)

„Die Nacht mein Freund“ – so heißt das neue Studio-Album, dass die Deutsch-Punk-Rocker von Serum 114 gerade auf den Markt gebracht haben. Und während sich die Band auf die anstehende Tour (ab September, Termine siehe unten) vorbereitet, nahm sich ihr Sänger und Songwriter Esche Zeit für unsere „My Soundtrack“-Reihe.  

 

Die Toten Hosen – Wünsch Dir was

Ich dachte, das ist Punkrock. Vorher fand ich Michael Jackson und David Hasselhoff gut, ich war eben ein Kind. Dann drückte mir einer die „Kauf Mich“ in die Hand und sagte: „Die Toten Hosen, das ist Punkrock.“ Ich kaufte ihm das so ab. Beim Pogo in meinem Kinderzimmer ging mein Kleiderschrank kaputt. David Hasselhoff war Schnee von gestern, denn jetzt war ich ein Punk.

 

Social Distortion – Don’t Drag Me Down 

Ich war Teenager und gerade ganz frisch von zuhause abgehauen. Probleme mit diesem Nazi von Schuldirektor (Don’t rest in peace, motherfucker!) und natürlich auch ein gebrochenes Herz hatten mich dazu gebracht, meine Tasche zu packen und mich von zuhause zu verpissen. Nach sieben Tagen auf der Strasse geriet ich an Raf. Rafael, welcher seinen Namen selbst mit den Kürzeln der damaligen Terrorgruppe „Rote Armee Fraktion“ abkürzte, war Straßenpunk auf Durchreise und bot mir an, mit ihm auf seinem Wochenendticket nach Konstanz zu reisen. Von dort aus ging es in dem Auto mit irgendwelchen anderen Punks in die Schweiz. Im CD-Radio lief das Album „White Light, White Heat, White Trash“. Auf Konzerten hörte ich Mike Ness den Song immer mit den Worten ansagen: „Don’t Drag Me Down, Motherfucker!“ Der Song wurde der Soundtrack meiner Jugend.

 

Slime – Gewalt 

Je tiefer ich in die Punksszene eintauchte, desto mehr wurde mir klar, dass die Hosen zu Zeiten der „Kauf mich“ nicht „Punk-„ sondern eher „Popstars“ waren. Gut fand ich sie aber trotzdem. Dass sogar eine Band wie Slime in den Tiefen der Szene als „Kommerz“ bezeichnet wurde, sagt vieles aus. Ich legte schon immer Wert auf gut gespielte Musik. Schrammel- und Garagenpunk hatte auch etwas, aber ich sah zu Bands hinauf, die ihre Instrumente tatsächlich spielen konnten. Slime waren solche Typen. Der Song „Gewalt“ ist für mich heute noch eines der besten Statements gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass.

 

Ramones – Pet Sematary 

Einer meiner besten Kumpels war damals Franz. Gemeinsam hatten wir uns im Keller meiner Eltern verschanzt, wo mein Vater nach Feierabend seine Beatles Songs nachtrommelte. Wir hatten natürlich andere Töne im Sinn. Wir hatten also ein Schlagzeug, eine Gitarre mit Verstärker und ein Mikrofon, das wir in einen uralten Winston-Amp steckten. Nach acht Stunden mit offenem Fenster und unzähligen Versionen von Pet Sematary standen die Cops vor der Tür. Gehörte dazu…

 

Marsimoto – Wellness 

Auch ein Punk, auf seine Art und Weise. Seit dem wir „Illegale Fans“ von Deichkind gecovert hatten, habe ich mich immer mehr mit anderen Musikrichtungen auseinander gesetzt und für mich heraus gefunden, dass es mir eigentlich egal ist, wie man diesen Stil nun nennt, solange es irgendwie gut gemacht ist. Marten Laciny ist für mich einer der größten Künstler dieser Zeit. „Dein Kühlschrank so leer, mein Kühlschrank solar. Jo.“

„Die Nacht mein Freund – Tour 2016“
29.09.16 Berlin, Bi Nuu
30.09.16 Leipzig, Hellraiser
01.10.16 Lübeck, Riders Cafe
02.10.16 Bochum, Matrix
13.10.16 Nürnberg, Hirsch
14.10.16 München, Technikum
15.10.16 Bremen, Tivoli
16.10.16 Hannover, Faust
19.10.16 Frankfurt, Batschkapp
20.10.16 Stuttgart, dasCann
21.10.16 Köln, Essigfabrik

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