MS MR auf Deutschland-Tour

MS MR (foto: sony music)

MS MR kommen in diesem Monat für fünf Konzerte nach Deutschland. Als kleinen Appetizer offeriert die Band das neue Video „Criminals“.

Lizzy Plapinger und Max Hershenow alias MS MR sind unterwegs, um ihr Album „How Does It Feel“ zu promoten, dass die beiden im Juli 2015 bei Sony veröffentlicht haben.

Als Plapinger und Hershenow 2014 nach New York zurückkehrten, um die Arbeit an diesem zweiten MS MR-Album zu beginnen, waren gerade mal drei Jahre seit ihrer ersten Begegnung vergangen. Nachdem sie zunächst am College die gleichen Vorlesungen besucht hatten, saßen sie kurze Zeit später in Brooklyn vor Max‘ Laptop und jonglierten mit musikalischen Fragmenten. Schnell machten sich Lizzy und Max mit Songs wie „Bones“ und „Hurricane“ einen Namen, veröffentlichten im Mai 2013 ihr Debütalbum „Secondhand Rapture“, das bis heute über 30 Millionen Streams verzeichnet. Sie wurden bei großen Festivals für die Hauptbühnen gebucht und waren schon bald ein gefeiertes Alternativ-Pop-Duo, das mit einem prägnant-facettenreichen Style überzeugte.

Die Tage, in denen die beiden ihre Musik anonym bei Tumblr veröffentlicht hatten, sind mittlerweile lange vorbei – bei ihrer Rückkehr nach New York waren MS Plapinger und MR Hershenow nicht mehr diejenigen, die sie vor ihrer Abreise gewesen waren. Sowohl als Texter, Sänger, Produzenten als auch auf der Bühne zeigte sich das Duo verbessert und fokussierter. Ihr Ziel: das Gelingen der komplizierten Alchemie von Subversion und Direktheit, die für sie einen modernen Pop Act ausmacht. Ab sofort galt das gemeinsame Streben nicht mehr nur dem Glück alleine, sie wollten Kontrolle.

Bei dem ganzen Vergnügen, das ihnen die vergangenen zwei Jahre beschert hatte, war dem Duo allerdings auch etwas schwindelig geworden. Sie hatten tausende Ideen für das neue Album, und um diese kanalisieren zu können, versetzten sie sich zurück in die Gefühlswelt ihrer frühen, namenlosen Anfangsphase, um jene Intimität zu erzeugen, die einst die Keimzelle ihrer Musik gewesen war. „Secondhand Rapture“, das sie in den legendären Electric Lady Studios fertig gestellt und vor zehntausenden Menschen gespielt hatten, wurde für gerade einmal 500 Dollar (!) im Gästezimmer einer Wohnung in Brooklyn aufgenommen. Als sie damit begannen, ihre Ideen auszuarbeiten, die letzten Endes „How Does It Feel“ ergeben sollten, war es nicht der Glamour, sondern die ganz besondere MS MR-DIY-Ethik, an der sie ihren Kompass ausrichteten. Lizzy und Max mieteten sich ein Zimmer in Bushwick und holten MS MR-Drummer Zach Nicita als Co-Produzenten dazu. Drei Monate lang arbeiteten sie wie in ihrer Anfangszeit: den ganzen Tag, die ganze Nacht, ohne Toningenieur, ohne irgendeinen Außenstehenden und ohne besonderes Zusatz-Equipment. Und genau wie früher kleidete Max Lizzys Gesangskabine mit schweren Laken aus, die er an die Wände drapierte.

Wenn man auf diese Art und Weise Musik macht, bleibt nichts im Verborgenen, alles ist für jeden ersichtlich; die Intentionen von MS MR waren eindeutig und „How Does It Feel“ spiegelt sie wider. Mit dem Album erdet sich die Band erneut, es ist aber gleichzeitig auch eine ganz bewusste Weiterentwicklung. Wie bereits die „Candy Bar Creep Show EP” und das Debütalbum „Secondhand Rapture” offenbart das Album dunklen, epischen, synthetisierten Alternative-Pop, glasiert mit süßen Hooklines und durchwirkt von bitterer Alltags-Lyric.

Die Melodien lassen Lizzys Kindheit in Großbritannien erahnen, die Energie des Londoner Indiepop hat ihre Spuren bei der Sängerin hinterlassen, die als Gründerin des Connaisseur-Pop-Labels Neon Gold selbst an der Entdeckung und Weiterentwicklung junger Musiktalente beteiligt ist. Max verbrachte seine Jugend in Lateinamerika, am Vassar College gründete er eine Band, am Martha Graham Center Of Contemporary Dance studierte er Tanz und Choreographie.

Tour-Termine

17.11.2015 München, Technikum
18.11.2015 Frankfurt, Batschkapp
19.11.2015 Köln, Gloria
21.11.2015 Hamburg, Mojo Club
22.11.2015 Berlin, Huxleys