Kino: The Wolf of Wall Street

Leonardo DiCaprio (foto: wikipedia/siebbi/Ipernity).

Dass Leonardo DiCaprio Fieslinge kann, das wissen wir. Spätestens (!) seit „Django Unchained“. Auch in seinem neuesten Streifen spielt DiCaprio wieder einen Widerling: In Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“, gerade in den deutschen Kinos angelaufen, verkörpert er den Stockbroker Jordan Belfort.

„The Wolf of Wall Street“, Martin Scorseses 23. Film in 50 Jahren, basiert auf den Memoiren des Stockbrokers Jordan Belfort, der dereinst die Investmentfirma Stratton Oakmont auf Long Island gegründet, und die Neunziger Jahre vor allem damit verbracht hatte, unverschämt reich mit seinen illegalen Geschäften zu werden.

Damit wäre die grundlegende Handlung des Films auch bereits geklärt. Ansonsten vertändelte Belfort augenscheinlich viel Zeit mit Koks, Nutten und Zwergenweitwurf (ja, richtig gelesen!). Sex und Dekadenz. Zumindest ist es das, was man in etwa zwei Dritteln des rund dreistündigen Films zu sehen bekommt. Scorsese räumt Jordans Party, die erst 1998 mit Belforts Festnahme enden sollte, richtig viel Zeit ein.

Das ist auch der Grund, weshalb sich der Film den Vorwurf gefallen lassen muss, Belforts Lebensstil zu glorifizieren. Klar, es ist ein Biopic, aber wenig bis gar nicht werden die Opfer Belforts gezeigt, jene verzweifelte Menschen, denen der Mann mit seinen Penny Stocks das Geld aus der Tasche gezogen und ihre Existenz zerstört hat. Stattdessen noch mehr Koks und Nutten.

DiCaprio erleben wir hier wieder in absoluter Höchstform. Wie er diesen schmierig-arroganten White-Collar-Verbrecher darstellt, das ist schon großes Kino. Vor allem er ist es, der diesen Film sehenswert macht. Ansonsten bleibt irgendwie das Gefühl zurück, dass Scorsese hier bei Scorsese klaut, was zwar unterhaltsam ist, aber nicht an die großen Würfe wie Goodfellas, Taxi Driver oder Raging Bull heranreicht.


Text: Benjamin Fiege

 

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