Movie Review: A Long Way Down (+ Trailer)

 

Pierce Brosnan (Foto: Wikipedia/Sebaso).

Pierce Brosnan (Foto: Wikipedia/Sebaso).

Ein ernstes Thema – Selbstmordgedanken – verpackt in eine schwarzhumorige Geschichte mit vier merkwürdig-liebenswerten Charakteren: Neun Jahre nach der Veröffentlichung von Nick Hornbys Roman „A Long Way Down“ hat sich Regisseur Pascal Chaumeil an die Verfilmung des Stoffs gewagt. Das Ergebnis ist unterhaltsam, aber etwas zu kurz geraten: Bei der Zeichnung der Charaktere kratzt der Film leider nur an der Oberfläche.

„Ich hätte es wissen müssen: Es ist der beliebteste Ort in London und die beliebteste Nacht für Selbstmorde. Natürlich bin ich nicht alleine.“ Ex-Fernsehmoderator Martin Sharp (Pierce Brosnan) will an Silvester gerade von einem Londoner Hochhausdach springen, als plötzlich drei weitere Menschen auftauchen, die ebenfalls ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Doch vor Publikum will keiner der vier so recht springen, und so schließt das Quartett vom Hochhausdach einen Pakt: Bis zum Valentinstag bringt sich keiner um. Es bleiben sechs Wochen, die gemeinsam überlebt werden wollen. Für Martin, der durch eine Affäre mit einer Minderjährigen nicht nur Job und Familie verlor, sondern auch für ein paar Monate in den Knast musste. Für Maureen (Toni Collette), die sich alleine rund um die Uhr um ihren schwerstbehinderten Sohn kümmert. Für die junge Politikertochter Jess (Imogen Potts), die mit dem Verschwinden ihrer Schwester hadert und mit ihrem losen und politisch-unkorrekten Mundwerk in eine ganze Reihe von Fettnäpfchen tritt. Und für den wortkargen Rockmusiker und Pizzaboten JJ (Aaron Paul).

Auch wenn die bunt zusammengewürfelte Truppe und ihre Selbstmordgründe unterschiedlicher nicht sein könnten – die Zeit, die die Vier vom Hochhausdach miteinander verbringen, erweist sich als heilsamer als jede Therapie. Schade nur, dass sich der Film wenig Zeit nimmt, auf seine Figuren einzugehen und sie näher vorzustellen – bei etwas über 90 Minuten Spielzeit und vier gleichwertigen Protagonisten gestaltet sich das etwas schwierig. Ein paar Minuten mehr hätten da tut getan, denn gerade bei Pizzabote JJ bleibt vieles im Dunkeln. Den schauspielerisch stärksten Eindruck hinterlässt Imogen Potts als Jess, die gleichermaßen für die tragischsten und lustigsten Momente des Films sorgt, etwa, wenn sie Maureens Sohn Matty zum ersten Mal begegnet und ihr herausrutscht: „Ach, das versteckst du also.“

Text: Natalie Sudermann

 

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