Morris aus Amerika

Morris aus Amerika (foto: verleih)

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7 Farbfilm

7

Ein deutsch-amerikanischer Coming-of-Age-Film, gedreht von einem zypriotischen Regisseur: „Morris aus Amerika“ liegt nun auf DVD und Blu-Ray vor.

Als wenn es Teenager nicht eh schon schwierig genug hätten, ihren Platz in der sie umgebenden Welt zu finden: Morris (Markees Christmas) ist 13, etwas übergewichtig und schwarz. Doch das ist eigentlich nicht sein Problem. Frisch gestrandet aus New York lebt er allein mit seinem Vater Curtis (Craig Robinson), der im Trainerteam des örtlichen Profi-Fußball-Clubs arbeitet, in Heidelberg. Auch wenn es zwischen Old School-Hip Hop und Gangsta-Rap ziemlich unterschiedliche Auffassungen gibt, schweißt die gemeinsame Liebe zu Hip-Hop die beiden zusammen. Freunde zu finden und sich in dieser völlig neuen Welt zu behaupten, ist allerdings gar nicht so einfach, vor allem wenn man Gangsta-Rapper werden will. Zu allem Unglück ist da auch noch das Problem mit der deutschen Sprache, bei der auch die charmante Nachhilfelehrerin Inka (Carla Juri) nur bedingt helfen kann. Doch dann trifft Morris Katrin (Lina Keller) und sein ganzes Leben steht Kopf.

Wenn Regisseur Chad Hartigan von Morris‘ Rap-Versuchen erzählt, dann weiß der Mann, wovon er spricht. Immerhin war und ist der Gute selbst Teil der Hip-Hop-Generation. Und er weiß, was es heißt, ein Außenseiter zu sein. Auch er hatte als Kind zypriotischer Einwanderer in den USA erst Mal zu kämpfen. Und so stecken – obwohl Hartigan weiß ist – viele eigene Erfahrungen des Regisseurs in diesem Film, der – gerade für den deutschen Zuschauer – einen eindrucksvollen Blick von außen auf Deutschland liefert, der es für den deutschen Zuschauer erfahrbar macht, was es heißt, hierzulande fremd und unterschwelligem Rassismus ausgesetzt zu sein. Beeindruckend: die Leistung von Hauptdarsteller Markees Christmas, der hier zwar sein Filmdebüt gibt, aber schon deutlich reifer wirkt. Und dann diese fantastischen Aufnahmen Heidelbergs …

Fazit: Sehenswert.

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