Mavis Staples – If All I Was Was Black

Mavis Staples (foto: anti)

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8 Anti / Indigo

8

Ein starkes Statement gegen Rassismus, eine Musik gewordene Anklage – mit “If All I Was Was Black” liefert Mavis Staples einen Musik gewordenen Kommentar zur gesellschaftlichen Lage in den Vereinigten Staaten ab.

“If All I Was Black”, Mavis’ dritte Kollaboration mit Songwriter Jeff Tweedy (Wilco), erscheint in einer Zeit, in der Neonazis mit Hakenkreuzfahnen durch Charlottesville/Virginia marschieren können. Einer Zeit, in der Schwarze bei Polizeikontrollen Angst vor den Ordnungshütern haben müssen. #blacklivesmatter. Einer Zeit, in der die Rechten nicht mehr “nur” auf der Straße, sondern auch an den Schalthebeln der Macht, im Weißen Haus, zu finden sind. 

Es klingt zwar ein wenig resigniert, wenn die 78-jährige Mavis Staples ihr Leben Revue passieren lässt und dann feststellt: “Eigentlich hat sich nichts geändert”. Aber Resignation liegt einer Frau wie Staples fern. Schon in den fünfziger und sechziger Jahren machte sie sich mit den Staple Singers gegen Rassismus stark und schlug sich auf die Seite des Bürgerrechtlers Martin Luther King. Und auch heute legt Staples den Finger in die klaffende, eitrige Wunde Amerikas. “We’re not loving one another the way we should,” sagt Mavis. “Some people are saying they want to make the world great again, but we never lost our greatness. We just strayed into division.”

Staples und Tweedy funken da auf einer Wellenlänge und wollten der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft etwas entgegensetzen. Herausgekommen sind zehn Songs, die zwar einerseits voller Liebe stecken, andererseits aber auch von Ärger, ja, von Wut angetrieben werden.  “I have a mind to bury them whole, when they go low,” heißt es etwa in “We Go High.” “There’s evil in the world, and there’s evil in me”, bekennt Mavis in “Try Harder.” “Oh, they lie, and they show no shame”, ätzt sie in der anklagenden Hymne “Who Told You That”. 

Musikalisch bewegt sich Staples auf gewohnten Pfaden, spielt mit Blues (“A Little Bit”, “No Time For Crying”), Folk und Country (“Peaceful Dream” – sehr stark) und singt dabei in Soul- und Gospel-Manier. Klare Sache: Die Frau hat es immer noch drauf.

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Fazit: Starke Protest-Platte, die die richtigen Töne trifft. In jeder Beziehung.

Anspieltipps: Little Bit, If All I Was Was Black, Peaceful Dream, Try Harder

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