Lutter

Lutter (foto: zdf/pandastorm)

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5 Pandastorm

5

Es war ein recht kurzes Intermezzo: Nur knapp drei Jahre lang, von 2007 bis 2010, schlüpfte Joachim Król in die Rolle des Essener Kriminalhauptkommissars Lutter. Pandastorm hat nun erstmals die Gesamtedition, also alle sechs Fälle, der gleichnamigen Ruhrpott-Krimi-Reihe auf DVD veröffentlicht.

Schimanski war gestern, Lutter ist heute. So oder so ähnlich müssen die Macher der ZDF-Serie seinerzeit gedacht haben, als sie sich die Figur des Essener Kriminalhauptkommissars ersponnen hatten. Das Beste aus Schimanski nehmen, sprich: das Grobe, das Unkonventionelle, der ständige Ärger mit den Vorgesetzten, die für Krimis wie geschaffene Pott-Kulisse. Und dann das Ganze ohne ausgewaschene Bundeswehr-Jacke in die Neuzeit, ins neue Jahrtausend übersetzen. Am besten, indem man sich die coolen Posen eines Horatio Caine aus „C.S.I. Miami“ abschaut. Und so muss der arme Joachim Król bei Verhaftungen gefühlt ständig die Sonnenbrille rausholen, obwohl NRW nicht Florida ist.

Król ist zwar zweifelsohne ein hervorragender Schauspieler, aber in Sachen Fonz-Faktor weder ein Götz George noch David Caruso. Sein ganzer Act wirkt in dieser pommes-rot-weiß-geschwängerten Serie zu bemüht. Die Dialogschreiber machen es ihm auch nicht leicht, stets wird dem armen Mann Klischeebeladenes vorgesetzt. Vielleicht hatte er deswegen seinerzeit auch nur Lust auf sechs Folgen und wechselte zum „Tatort“.

Sieht man von den teils hölzernen Dialogen und der ungelenken Charakterzeichnung ab, offenbaren sich einem aber einigermaßen spannende Kriminalfälle, die den Zuschauer vom Kumpelmilieu bis in die High Society beziehungsweise in die höchsten Etagen der Finanzpaläste und Kommunalpolitik führen. 

Interessant ist auch meist die Besetzung der Filme. Neben den Stammkräften Król, Lucas Gregorowicz, Jochen Nickel und Timo Dierkes sind in Nebenrollen Namen wie Maja Maranow, Susanne Uhlen, Mareike Carrière, Ulrike Krumbiegel, Cosma Shiva Hagen, Jürgen Tarrach, Armin Rohde, Charles Brauer, Uwe Kockisch, Michael Hannemann, Thomas Meinhardt, Tilo Prückner, Ralf Richter und viele andere zu sehen.

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Fazit: Kann man sich anschauen.

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