Lemmy Kilmister: Der Unsterbliche ist tot

Lemmy Kilmister (Foto: wikimedia/Alejandro Páez)

Der Unsterbliche ist tot: Nur zwei Tage nach seinem Geburtstag an Heiligabend bekam Lemmy Kilmister eine Schock-Diagnose: Krebs. Ein äußerst aggressiver obendrein. Und dann ging alles blitzschnell: Der Motörhead-Frontmann starb am 28. Dezember im Alter von 70 Jahren in seiner Wahlheimat Los Angeles. Das gab die Band Montagnacht auf ihrer Facebook-Seite bekannt. 

Alles begann mit einem Rauswurf. 1975, so steht es geschrieben, feuerte die Space-Rock-Psychedelia-Kapelle Hawkwind, die es gerne mal mit illegalen Substanzen krachen ließ, ihren Bassisten, weil dieser an der kanadisch-amerikanischen Grenze wegen illegalen Drogenbesitzes festgenommen wurde und fünf Tage im Gefängnis verbringen musste. War dann zwar doch nicht so illegal, weil es sich bei dem weißen Pulver, das bei Lemmy aufgefunden wurde, nicht um Kokain, sondern um Speed handelte. Änderte aber an der Entscheidung der Band nix. Kilmister war raus.

Er gründete dann angesäuert die Band Bastard (mit Gitarrist Larry Wallis und Drummer Lucas Fox), die sich später in Motörhead verwandelte. Benannt nach dem letzten Track, den Kilmister für Hawkwind verfasste. Der Rest ist Musikgeschichte, geschrieben durch Alben wie „Overkill“ (1979), „Bomber“ (1979) oder „Ace of Spades“ (1980).  Es folgten 40 Jahre Rock’n’Roll. So bezeichnete Lemmy die Musik der Band am liebsten, auch wenn die Combo von vielen als Urvater des Speed Metal gesehen wird.

Geboren wurde Ian Fraser Kilmister am 24. Dezember 1945 im englischen Stoke-on-Trent als Sohn eines Feldkaplans der Royal Air Force und einer Bibliothekarin. Ende der 60er-Jahre zog es ihn nach London, wo er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt. Unter anderem als Roadie für Jimi Hendrix. 1971 stieg er bei Hawkwind ein.

Wirklich gesund lebte der Mann mit markanten Bart und den imposanten Warzen im Gesicht nie: Jahrzehntelang frönte er dem Alkohol (am liebsten Jack Daniels Cola, später durch Wodka Orange ersetzt), gerne auch den Drogen, dazu rauchte er zwei Schachteln Zigaretten am Tag. Im Jahr 2000 wurde bei ihm Diabetes diagnostiziert. 2013 bekam er wegen Herzproblemen einen Defibrillator, seither hatte er immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.