La La Land

La La Land (foto: studio)

Our Rating

9 Studiocanal

9

Eine Hommage an Hollywoods goldene Zeit: „La La Land“ atmet den Spirit einer längst vergangenen Ära. Der mit sieben Golden Globes und sechs Oscars ausgezeichnete Streifen liegt jetzt auf DVD und Blu-Ray vor.

Sie will unbedingt Schauspielerin werden, er ein großer Jazzpianist: Die leidenschaftliche Mia (Emma Stone) und der charismatische Sebastian (Ryan Gosling) suchen wie Tausende andere auch das große Glück in Los Angeles. Doch das Leben dort ist hart: Mias Kontakt zur Glitzer- und Glamourwelt beschränkt sich darauf, großen Stars ihren Kaffee zu servieren. Ihre eigenen Vorsprech-Termine laufen zumeist erfolglos. Und Sebastian? Der dudelt die Berieselungsklaviermusik in einem Restaurant, wo er direkt gefeuert wird, als er Mal eine eigene – sehr schöne – Piano-Ballade ausprobiert. Klare Sache: Als sich die Wege der beiden zufällig kreuzen, verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander. Gemeinsam schmieden sie Pläne für ihre Zukunft auf der Bühne und genießen den Zauber der jungen Liebe in „La La Land“ – der Stadt der Träume. Doch schon bald müssen Mia und Sebastian einsehen, dass sie Opfer bringen müssen, um ihren Träumen näher zu kommen. Kann ihre Beziehung diesem Druck standhalten?

Ein Musical-Film? Das Genre schien doch eigentlich längst tot. Ende der sechziger Jahre wurde es zu Grabe getragen, die Nazi-Satire „Cabaret“ war 1972 sein letztes Hurra (auch wenn „Chicago“ 2001 noch einen Oscar erhielt). 2017, in einer Zeit, in der die Kinoleinwände in nervtötender Regelmäßigkeit von Retro-Monstern und Superhelden heimgesucht werden, dürfte solch ein Film eigentlich keinen Erfolg haben. Umso überraschender war die Wucht, mit der „La La Land“, das gleichzeitig Liebesgeschichte und Tinseltown-Abrechnung ist, letztlich weltweit einschlug. Nachwuchsregisseur Damien Chazelle („Whiplash“) hat mit diesem charmanten Streifen eine würdige Hommage an das klassische Hollywood-Musical geschaffen, das sich aber auch vor den französischen Musicals von Jacques Demy verneigt, in denen dereinst Catherine Deneuve und Françoise Dorléac in sorbet-farbenen Kleidern sonnengeflutete Boulevards entlang schlenderten und dabei Jazz-Pop-Nummern zum Besten gaben, die der Zuschauer auf dem Weg vom Kino nach Hause dann im Auto nachpfiff. Vor allem die Anfangs-Sequenz von „La La Land“ ist absolut sehenswert: Mitten in einem großen Verkehrsstau auf einem Autobahnkreuz setzt Chazelle eine spektakuläre Musical-Nummer in Szene, bei der mehr als hundert Tänzer im Einsatz waren.

Gut, Emma Stone und Ryan Gosling sind jetzt keine fantastischen Sänger oder Tänzer, eben keine Profis in dieser Hinsicht. Aber das müssen sie hier auch nicht sein. Gerade die fehlende Perfektion macht diesen Film so charmant – und sie passt auch zu den Charakteren, die die beiden spielen. Die Chemie zwischen Gosling und Stone ist einzigartig – es war nicht der erste und sicherlich nicht der letzte gemeinsame Film der beiden.

Fazit: Ein charmanter Film mit gutem Timing. In einer Zeit, in der sich die Menschen nostalgietrunken an das vermeintlich idyllischere Früher zurücksehnen, kommt diese Hommage an die großen Studio-Schinken der vierziger und fünfziger Jahre gerade recht. 

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.