Kino: Zum Verwechseln ähnlich

Das Poster (foto: verleih)

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Weiße, die schwarze Babys adoptieren? Kennt man. Schwarze, die ein weißes Baby adoptieren? Noch nie da gewesen. Mit genau dieser interessanten Prämisse beschäftigt sich die französische Komödie „Zum Verwechseln ähnlich“, die in dieser Woche in den deutschen Kinos angelaufen ist. 

Der aus Martinique stammende Pariser Blumenhändler Paul (Lucien Jean-Baptiste) und seine Frau Sali (Aïssa Maïga) haben nur einen Wunsch: ein Baby. Weil es mit dem Kinderkriegen bei Sali jedoch leider nicht klappen will, entschließen sich die beiden, ein Kind zu adoptieren. Die Warterei zieht sich ewig, dann endlich meldet sich das Amt für Familienzusammenführung bei dem Ehepaar mit dem passenden Nachwuchs. Nur: Der kleine Benjamin ist weiß. Für Paul und Sali kein Problem, für Teile ihres Umfelds jedoch schon. So sind nicht nur Salis aus dem Senegal stammenden Eltern,  Mamita (Marie-Philomène Nga) und Ousmane (Bass Dhem), zunächst gegen den ungewöhnlichen Familienzuwachs, nein, auch eine Sozialarbeiterin, die dickköpfige Madame Mallet (Zabou Breitman), macht den beiden das Leben schwer.

Eines haben die Franzosen ja auf jeden Fall drauf: Komödien zu produzieren, die mit viel Herzenswärme gesellschaftliche Problemen verhandeln. „Zum Verwechseln ähnlich“ erzählt die Geschichte schwarzer Eheleute, die mit Klischees, Alltagsrassismus und jeder Menge Vorurteile konfrontiert werden. In einer Zeit, in der ein Präsident Macron ungestraft über Afrikaner, die angeblich zu viele Kinder bekommen, schwadronieren darf, und in der der Rechtspopulismus in der Grande Nation erstarkt, ist das auf jeden Fall ein aktuelles Thema. Regisseur Lucien Jean-Baptiste, der auch die männliche Hauptrolle spielt, trifft in dem Film zumeist den richtigen Ton. Auch wenn es am Ende etwas ins Klamaukige abgleitet: Ein Film, der nachdenklich macht.

Fazit: Sehenswert.

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