Kino: Mad Max – Fury Road

Tom Hardy ist Mad Max (foto: warner/jasin boland)

Welcome back to the wasteland: Mad Max ist wieder unterwegs. Der australische, postapokalyptische Straßenkrieger gibt in „Mad Max: Fury Road“ wieder den einsamen Wolf und liefert sich spektakuläre Verfolgungsjagden. Allerdings hält nicht mehr Mel Gibson seine Knochen in der Rolle des Max Rockatansky hin, sondern Tom Hardy.

Ursprünglich war Gibson allerdings für die Rolle vorgesehen, der Film hätte nämlich bereits 2001 gedreht werden sollen. Damals brach Regisseur George Miller nach 9/11 aber aufgrund der veränderten Wirtschaftslage die Finanzierung weg. Das Projekt wurde verschoben. Und irgendwann fühlte sich der gute Mel dann zu alt für den Stoff. Nun also Tom Hardy, den die meisten wohl aus „Inception“ oder als Batman-Gegenspieler Bane aus „The Dark Knight Rises“ kennen dürften. „Tom ist zunächst ein Geschöpf des Theaters. Er ist sehr gut vorbereitet und emotional zugänglich, aber zugleich sehr physisch. Und vor allem besitzt er eine Ausstrahlung, die auch Mel Gibson hatte. Beide Männer wirken zugleich liebenswert und wild. Nur nett oder nur brodelnd wäre langweilig. Es ist die Mischung, die diese beiden Männer so extrem charismatisch macht“, begründete Regisseur George Miller in „me.movies“ die Personalie.

Nicht die einzige Änderung: Gedreht wurde diesmal nicht im australischen Outback, sondern in der Wüste Namibias. Starke Regenfälle ließen das australische Hinterland zur Unzeit aufblühen und somit als Location ausscheiden, obwohl dort schon fertige Sets errichtet worden waren. Ergo: Umzug nach Westafrika. „Die Gegend war so entlegen und so gefährlich, dass schon der täglich Treck zum Set wie eine militärische Operation anmutete“, erinnert sich Miller in besagtem Interview an die Strapazen des Drehs.

574854_432796076746172_1566371067_nDas aktuelle Programm im Lux-Kino Frankenthal

Ansonsten knüpft „Fury Road“ aber an die Vorgänger an. Waren in Mad Max II (1981) Energie und Treibstoff die umkämpfte Ressource in einem postapokalyptischen Dystopia und in Teil drei (1985) Wasser, so sind es diesmal Menschen in einer Welt, die vom fiesen Warlord Immortan Joe angeführt wird. Der hält nicht nur Max gefangen, sondern auch ein Harem an sogenannten Brüterinnen. Hübsche junge Frauen, lebendige Kühlergrill-Figuren sozusagen. Die Kriegerin Furiosa (Charlize Theron) rebelliert gegen den blutrünstigen Anführer und versucht, mit einigen dieser Damen (darunter: Zoe Kravitz) zu flüchten. Max schließt sich ihr an. So weit der recht simple Plot, der mehr oder weniger aus einer einzigen – dafür aber sehr spektakulären – Verfolgungsjagd besteht.

Hardy mag offiziell der (wortkarge) Protagonist in diesem 3D-Feuerball sein, aber ganz ehrlich: Es ist die Show von Charlize Theron, die weitaus mehr Szenen und Text als ihr männlicher Kollege hat. „Mad Max: Fury Road“ hat starke feministische Untertöne, was den Streifen nicht zum typischen Action-Movie und daher – abseits der tollen Stunts, der visuellen Kraft und des Nostalgiefaktors – sehenswert macht. Nur den 3D-Effekt hätte es nicht unbedingt gebraucht, zumal Miller den Film 2D drehen ließ.