Kino: Jurassic World

Chris Pratt als Raptoren-Dompteur (foto: universal)

 22 Jahre nach ihrem ersten Angriff sind die Dinos wieder los: „Jurassic World“ knüpft da an, wo Steven Spielberg 1993 aufgehört hat. Herausgekommen ist dabei zwar kein Brüller, pun intended, aber immerhin solides Popcorn-Kino.

Die Story ist ebenso simpel wie schnell erzählt: In „Jurassic World“ geht es um raffgierige Betreiber, die im Labor einen Supersaurier züchten lassen, um ihren mittlerweile doch sehr gewöhnlich gewordenen Insel-Freizeitpark um eine Attraktion zu bereichern. Allerdings sind sie dabei etwas übermütig vorgegangen:  Ihr Frankenstein-Dino dreht durch, bricht aus, monstert durch die Prärie, frisst ein paar Touristen und Park-Mitarbeiter along the way –  und wendet sich schließlich seinen Saurier-Kollegen zu, um diesen ebenfalls den Garaus zu machen. Der machohafte Park-Mitarbeiter Owen versucht, das Riesenvieh unschädlich zu machen – und ganz nebenbei die Neffen seiner Angebeteten, der zickigen Park-Geschäftsführerin Claire (Bryce Dallas Howard), zu retten.

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Es war die Blaupause des modernen Blockbusters: 1993 brachte Regisseur Steven Spielberg den ersten „Jurassic Park“-Teil in die Kinos. Vorlage:  ein Roman von Michael Crichton. War ganz schön beeindruckend, ein echtes Must-See, vor allem aufgrund der zu dem Zeitpunkt unheimlich modernen Digital-Technik.  Klar, dass Spielberg mit dem Streifen auch Millionen scheffelte. Es war schließlich der perfekte kapitalistische Film, Merchandising wurde damals in rauen Mengen verkauft. Dieser Umstand provozierte schließlich zwei künstlerisch wertlose Fortsetzungen, die es jetzt nicht auf Teufelkommraus gebraucht hätte:  1997 und 2001, die Älteren werden sich erinnern.  Mittlerweile ist aber wieder ein ganz neues Kinopublikum herangewachsen, das man mit dem bewährten Stoff nun auch gerne zur (Kino-)Kasse bitten möchte. In neuer Verpackung versteht sich: 3D. Und das sieht zugegebenermaßen sehr gut aus.

Executive Producer Spielberg hat die Regie diesmal Colin Trevorrow überlassen. Der Einfluss des großen Meisters ist aber dennoch spürbar und tief in der DNA des Streifens verankert. Beim Tod des Brontosauriers wird man unweigerlich an E.T. erinnert.  Die panischen Besucher und das Aquarium-Spektakel? Ganz klar eine Referenz an den „Weißen Hai“. Und Pratt alias Owen trägt auch unverkennbare Indiana-Jones-Züge. Ansonsten bleibt dieser recht eindimensional, was weniger an Darsteller Chris Pratt liegt als vielmehr am Skript, das doch sehr vorhersehbar geraten ist. Dabei hatte Regisseur Trevorrow,  bis dato ein No-Name, das aber auch am Drehbuch mittüfteln durfte, doch im Vorfeld noch groß getönt: „Wenn man es mit herumrennenden menschenfressenden Dinosauriern zu tun hat, ist es wichtig, dass man mit diesen Menschen fühlt.“ Das gelingt dem guten Mann allerdings nur bedingt, da die Figuren doch recht schablonenhaft geraten sind. Eindimensional. Trotz 3D.

Der überraschendste Kniff ist da noch die Wandlung des T-Rex vom Antagonisten zum sympathischen Hoffnungsträger. Ansonsten gilt: Hirn ausschalten – und sich knapp zwei Stunden einfach unterhalten lassen. Mehr will Popcorn-Kino ja eigentlich auch gar nicht.