Kino: Der Knastcoach

Der Knastcoach (foto: verleih)

In den USA ist „Get Hard“ ordentlich gefloppt, obwohl mit Will Ferrell und Kevin Hart zwei Comedy-Giganten auf der Besetzungsliste stehen. Nimmt man die Tatsache, dass der Autor dieses Texts bei der Sichtung des Films fast alleine im Kino saß, als Indikator, dann wird der Streifen wohl auch in Deutschland nicht wesentlich erfolgreicher laufen. Hier ist er unter dem Titel „Der Knastcoach“ seit gestern im Kino.

Eigentlich läuft alles rund im Leben des Multimillionärs James (Will Ferrell). James ist ein wahnsinnig erfolgreicher (und arroganter) Fonds-Manager, ein Investment-Genie, das in einem schlossähnlichen Haus lebt, Bedienstete hat und im Begriff ist, die model-schöne Tochter seines Bosses zu ehelichen. Mit dem süßen Leben ist es aber schlagartig vorbei, als ihm Betrug vorgeworfen wird und James zu 10 Jahren Haft in St. Quentin verurteilt wird. Aus lauter Angst, in diesem harten Knast vor die Hunde zu gehen, heuert er seinen Autowäscher Darnell (Kevin Hart) an, der ihn binnen 30 Tagen knasttauglich machen soll. Warum Darnell? Nun, der ignorante James geht automatisch davon aus, dass Darnell eingesessen hat, weil dieser schwarz ist …

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Die komödiantische Prämisse dieses Films könnte nicht einfacher gestrickt sein: Will Ferrell ist weiß, Kevin Hart ist schwarz. Race comedy ist immer ein gefährliches Terrain, weil die Gags oft klischeebeladen sind und es äußerst schwierig ist, gewisse Grenzen des guten Geschmacks nicht zu überschreiten. Der Filmemacher muss mutig wirken, während er das ganze sicher spielt; provokativ, ohne jemanden wirklich zu provozieren oder zu verletzen. Ein schmaler Grat. Etan Cohen schafft es nicht wirklich, auf diesem zu balancieren. Er stürzt ein ums andere Mal ab.

Sicher, es gibt einige lustige Szenen in dem Film, die auch Lacher ernten. Will Ferrells tollpatschige Versuche, sich in Ghetto-Slang auszudrücken. Oder wenn Kevin Hart die gesamte Bevölkerung eines Gefängnishofs persifliert und impersonifziert.

Am Ende verschwinden diese wenigen guten Gags aber in einem Meer von Stereotypen und flachen Knast-Vergewaltigungswitzen. Und man verlässt das Kino mit der traurigen Erkenntnis, dass selbst zwei der lustigsten Typen dieses Planeten gemeinsam einen unlustigen Film machen können.