Japanese Breakfast – Soft Sounds From Another Planet

Japanese Breakfast (foto: label)

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8 Dead Oceans

8

Der Kosmos als Inspirationsquelle, das Irdische als Thema: Michelle Zauner alias  Japanese Breakfast dreht auf ihrem neuen Album „Soft Sounds From Another Planet“ das ganz große Rad.

Die Platte ist der Nachfolger zum viel gelobten Debüt „Psychopomp“, auf dem Zauner (zuvor bei Little Big League aktiv) in mehreren Shoegaze-Nummern den Kummer über den Krebstod ihrer Mutter zu verarbeiten versuchte. Die Trauerarbeit ist auch noch nicht abgeschlossen, es geht melancholisch weiter. Auf der Suche nach Heilung, so liest man, hat sich Zauner dem Kosmos zugewandt, hat versucht, Trost in Science-Fiction, dem Weltall-Sujet und dem Mars One Projekt zu finden. Das hat zum Teil funktioniert: Ab und an bricht etwas Licht durch die dunklen Wolken.

Das Space-Thema wird in Instrumentalstücken wie „Planetary Ambience“ oder „Here Come The Tubular Bells“ aufgegriffen, textlich stehen jedoch andere, abstraktere Themen im Vordergrund. Der Postpunk-Opener „Diving Woman“ etwa erzählt von Taucherfrauen auf der südkoreanischen Insel Jeju-Do, die ohne Pressluftflaschen nach Meeresfrüchten tauchen. Die robyneske Vorabsingle „Machinist“ handelt von der Liebe einer Frau zu einem Roboter – man kann dazu wunderbar tanzen. Der Dream-Pop-Song „Road Head“ dreht sich um Oralsex als letztes Mittel, eine kaputte Beziehung zu retten. Drastische Nummer, die aber großartig geschrieben wurde. Ernster wird es dann wieder bei Titeln wie „Body Is A Blade“ oder „Till Death“, die sich mit dem Thema Tod befassen.

Den Lo-Fi-Sound ihres Debütalbums hat Zauner fast vollkommen hinter sich gelassen. Alles wirkt glatter, polierter, dramatischer. Vielleicht steckt auch noch das eine oder andere Zitat zu viel in ihren Songs. Aber „Soft Sounds From Another Planet“ zeigt trotzdem deutlich, dass in Zauner eine grandiose Songwriterin steckt.

Fazit: Überzeugend.

Anspieltipps: Diving Woman, Machinist, Road Head

 

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