Jade Jackson – Gilded

Jade Jackson (foto: label)

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7 Anti

7

Ein Name, den man sich merken sollte: Jade Jackson. Die amerikanische Singer-Songwriterin darf nicht nur demnächst Social Distortion auf deren US-Tour supporten, sondern hat mit „Gilded“ auch ein sehr hörenswertes Debütalbum vorgelegt.

Auf den ersten Blick mutet die Kombi natürlich etwas seltsam an. Hier die krachende Punk-Mucke von Social Distortion, dort die junge Country-Sängerin. Aber: Auch die Musik von Social Distortion kann sich von diversen Country-Einflüssen nicht ganz freimachen. Und: Vitamin B spielt hier sicher auch eine Rolle. Schließlich ist Jade Jacksons Mutter mit der Ehefrau von Mike Ness befreundet. Ihm spielte die gute Jade gerne und immer wieder ihre selbstgeschriebenen Sachen vor und konnte ihn letztlich von ihren Songs überzeugen, die sich vor allem um Themen wie Einsamkeit drehen. Vielleicht auch, weil Jackson als Kind moderner Hippies ohne Internet aufwuchs und sich nie dazugehörig fühlte. Wenn Klein-Jade Musik hören wollte, konnte sie nicht einfach auf YouTube gehen, sondern musste sich in der Musik-Sammlung ihrer Eltern bedienen, die unter anderem Platten von Mazzy Star, Hank Williams und The Cure umfasste.

Ja, Jade Jackson spielt heute Country, hat auch keine Angst vor den Klischees des Genres, setzt auch mal Slide-Gitarren und Fiedel ein, aber: Es ist Country mit einem Spin. Düster kommen ihre Songs oft daher, die Lyrics haben etwas Besonderes, sind oft von einer feinen Ironie durchzogen, die die Genre-Klischees dann eben doch wieder bricht.

Zu den Glanzlichtern auf ihrem Debütwerk gehört sicherlich der Opener  „Aden“, einer jener Songs, auf dem Jackson die ganze Country-Klaviatur spielt. Sie trägt hier eine packende Herzschmerz-Geschichte vor, zu der das markante, aber nicht dominierende Geigenspiel von Sara Watkins wunderbar passt. Die bluesige Heartland-Rock-Nummer „Good Times Gone“, die auch ein Springsteen wohl gerne in seinem Repertoire haben würde, bleibt auch wegen Mike Ness‘ Gitarrensolo haften. Bei „Back When“ werden keine Erinnerungen an den Boss, sondern an Lucinda Williams wach. „Troubled End“ ist eine hervorragende Country-Noir-Nummer, während „Bridges“ hingegen schon eine gewisse, leichte Grunge-Note hat. Das emotionale „No Guarantees“ geht einem direkt unter die Haut und die von Greg Leisz gespielte Pedal Steel-Gitarre macht auch „Finish Line“ zu einem Erlebnis.

Ein Album ohne nennenswerte Schwächen, aber mit vielen Stärken. Viel mehr kann man sich für ein Debüt kaum wünschen.

Fazit: Gelungener Einstand.

Anspieltipps: Aden, Good Times Gone, Back When, Troubled End, No Guarantees, Finish Line, Bridges

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