Interview (d/engl.): Mark Crozer – Music for the Eater of Worlds

Mark Crozer (vorne/front) mit The Rels. (foto: band)

Musik für den Weltenfresser: Bray Wyatt ist nicht unbedingt das, was man als Schwiegermutters Liebling bezeichnen würde. Eher ein Psychopath in bester Max-Cady-Manier, ein Südstaaten-Monster, das geschmacklose Hemden und Hüte trägt und sich selbst als Weltenfresser bezeichnet. Bray Wyatt ist ein Wrestler, dessen Erfolg und Popularität auch durch sein Entrance-Theme begünstigt wurden: „Live in Fear“, geschrieben und gesungen vom britischen Alternative-Rocker Mark Crozer, der uns im Interview verrät, dass er das Theme – obwohl es wie Arsch auf Eimer passt – ursprünglich gar nicht für Wyatt geschrieben hatte. 

Mark, schaust du Wrestling?

Mark: Es ist ein großer Spaß und eine echte Kunstform, denke ich. Ich hatte es nicht wirklich mehr gesehen seit ich ein Kind war, aber in letzter Zeit wurde ich mehr und mehr in diese Welt hinein gezogen. Ich habe den Bray-Wyatt-vs-Chris Jericho-Showdown bei NXT vor ein paar Wochen wirklich genossen.

Wie ist es denn dann zur Zusammenarbeit mit World Wrestling Entertainment gekommen?

Mark: Sie haben sich den Song aus einer Musikbibliothek in New York herausgesucht. Ich glaube, es war sogar Bray Wyatt persönlich. Er hat letztes Jahr begonnen, den Song zu nutzen und er wurde so beliebt und passte so gut zu seinem Charakter, dass die WWE mir sagte, dass sie den Song gerne als permanentes Theme behalten würden. Ich war natürlich sehr glücklich. Jetzt ist er überall auf YouTube und man kann ihn bei Itunes kaufen. Ich bin begeistert, dass die Leute den Song mögen. Ich habe das übrigens im Juni letzten Jahres herausgefunden, als mich online jemand fragte, ob der Song „Broken Out In Love“ von mir sei. Ich sagte ja, aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass es sich um den selben Song handelte. Es hat mich wirklich überrascht.

Gefällt dir, wie sie den Song jetzt nutzen?

Mark: Ja, es ist fantastisch. Ich hätte niemals gedacht, dass der Song ein Wrestling-Theme sein könnte, aber .. ich liebe es! Bray Wyatt ist ein interessanter Charakter. Er ist verdammt unheimlich, aber er könnte irgendwann zum Antihelden werden, dem die Leute zujubeln.

Erinnerst Du Dich noch ans Songwriting?

Mark: Ich stamme aus dem United Kingdom, lebe aber mittlerweile in den USA. Den Song schrieb ich vor sechs Jahren, als ich in einer alten Bruchbude auf dem Land lebte, ein paar Meilen von Oxford entfernt. Es war einer dieser Songs, die sich beinahe von selbst schrieben. Ich habe nicht viel Zeit darauf verwendet, an dem Song zu arbeiten. Manche der Tracks sind First-Takes. Dabei hatte ich, bevor ich es in dem Lied versuchte, noch nie Slide-Gitarre gespielt. Aber deswegen funktioniert es wahrscheinlich. Es ist einer dieser Songs, die ich nicht nochmal so aufnehmen könnte. Wenn ich versuchen würde, ihn aufzupolieren und besser zu spielen, würde das das Feeling des Songs killen.

Wo kam denn die Inspiration her?

Mark: Es waren wohl mehrere Einflüsse. Zu der Zeit spielte ich Rhythmusgitarre bei The Jesus and Mary Chain für ein paar Monate und hörte viel deren Songs. Was mich an ihnen beeindruckte war, dass sie viele Lieder in dieser traditionellen 1,4,5-Akkordprogression schrieben und sie dennoch so cool und catchy waren. Außerdem streute ich ein bisschen Radiohead-Vibe mit ein. Ich habe zu dieser Zeit nicht allzu viel darüber nachgedacht, aber ich weiß, dass mir diese Bands beim Schreiben des Songs im Kopf herumschwirrten. Die Lyrics kamen dann ganz natürlich und speisten sich aus der Stimmung des Songs. Ich wusste, der Song war etwas sumpfig und unheimlich, und der Text passt gut dazu. Einige Leute befragten mich zu diesem Song und ich glaube, er handelt von Obsession. Diese Art von Besessenheit, die einen befällt, wenn man jemandem verfallen ist, und die einen beinahe zerstört. Die Idee, dass Liebe wie eine Krankheit erscheinen kann.

Was macht diesen Song bei Wrestling-Fans so populär?

Mark: Weißt du, ich bin mir nicht sicher. Ich glaube, er passt hervorragend zu Bray Wyatts Charakter, auch wenn ich nicht sagen kann, warum. Es ist ein catchy Song in keiner sehr offensichtlichen Art, wenn das Sinn für Dich macht. Er hat ein klassisches Element, und könnte beinahe in jeder Ära geschrieben worden sein. Ich weiß es echt nicht. Ich bin einfach froh, dass er den Leuten gefällt.

Welche Auswirkungen hat der Erfolg denn auf deine Karriere?

Mark: Er hatte schon einen großen Impact. Der Song brachte mir viele neue Fans und hat dazu geführt, dass sich die Leute auch für meine Arbeit insgesamt interessieren. Wie etwa für das Mark Crozer and The Rels-Album aus dem vergangenen Jahr. Der Song wurde 40-, 50-mal auf YouTube geladen und mehr als 100.000 mal angesehen. Das ist verrückt, aber großartig. Er öffnet mir Türen und dafür bin ich sehr dankbar.

Was können wir denn als nächstes von Dir erwarten?

Mark: Ich habe letzes Jahr ein neues Album herausgebracht – Mark Crozer and the Rels -, aber ich werde dieses Jahr wohl noch etwas veröffentlichen. Es wird vielleicht kein ganzes Album sein, eher eine EP mit fünf, sechs neuen Songs. Und irgendwann möchte ich das Bray-Wyatt-Theme bei einem WWE-Event live spielen. Das wäre toll.

Interview: Benjamin Fiege

Music for the Eater of Worlds

What is your opinion on wrestling? 

Mark: It’s great fun and a real art-form I think. I hadn’t really watched wrestling much since I was a kid but lately I have found myself getting more and more drawn into that whole world. I really enjoyed the Bray Wyatt vs Chris Jericho showdown that was on NXT a few weeks back.

How did the collaboration with WWE began?

Mark: My song was picked from a music library in New York. I think it was Bray Wyatt himself who chose it. He started using it last year and it proved so popular and so well-suited to the character that the WWE told me they wanted to keep it as his permanent theme. I was delighted of course! Now it’s all over YouTube and you can buy it on iTunes. I’m thrilled that people like it so much. I heard about it back in June last year from a guy online who asked me if I had a song called ‘Broken Out In Love.’ I said yes but I didn’t think this could be the same song… I was quite surprised when I learned about it.

Do you like how it is presented now?

Mark: Yeah, I think it’s great! I never in a million years would have ever even thought about the song being picked as a wrestling theme but… I love it! I think Bray Wyatt is a really interesting character. He’s creepy as hell but could easily become the kind of anti-hero figure that people love.

What do you remember about writing the song?

Mark: I’m from the UK, though I live in the States now, and I wrote and recorded it one evening about six years ago when I lived in a crumbling old house in the country a few miles outside of Oxford. It was one of those songs that almost wrote itself. I really didn’t spend that much time working on it. Some of the tracks are literally the first take. I’d never even played slide guitar before trying it on this song. But that is perhaps what makes it work. It’s one of those songs that I don’t think I could re-record. If I tried to clean it up and play in ‘better’ it would probably totally kill the feel of it.

Where did you get the inspiration from?

Mark: Probably a combination of influences… At that time I’d been playing rhythm guitar with The Jesus and Mary Chain for a few months and I was listening to their songs a lot. One thing that struck me was how they tended to write a lot of songs using the traditional 1,4,5 chord progression and yet they were all so cool and so catchy. I wanted to try using that progression because I’d never really done it before. I also wanted to add a bit of a Radiohead vibe. I wasn’t really thinking about it all that much but I do remember having those two bands in mind when I wrote the song. The lyrics just kind of came naturally from the mood of the song. I knew it was a bit swampy and disconcerting and the words match that mood. Quite a few people have asked me what the song’s about and… well, I suppose it’s about obsession. The kind of obsessive feeling you have for someone that you’ve fallen for that almost destroys you. It’s the idea that love sometimes can seem like a disease.

What is it that makes the song so popular among WWE fans in your opinion?

Mark: You know, I’m really not sure! I do think that it totally fits Bray Wyatt’s character though I can’t say why. I think it’s a pretty catchy song in a not very obvious way… if that makes sense. It’s got a certain ‘classic’ element to it – like it could have been written in any era. Really… I dunno… I’m just very happy that people like it.

Which effects had the success of the theme song for your career?

Mark: Well… it’s had a pretty big impact already. It’s gained me a lot of new fans and lead to increased interest in my other work like last year’s Mark Crozer and The Rels album… I’ve seen that the song has been uploaded to YouTube something like 40 or 50 times and between them those videos have had a few hundred thousand views which is crazy but great! It’s really opening doors for me and I’m very grateful for that.

What can we expect of you next?

Mark: I just put out a full-length album last year – Mark Crozer and The Rels – but will most likely release something new later this year. It might not be another full album but there will probably be an EP of 5 or 6 songs at least. And of course I want to perform Bray Wyatt’s theme live at a WWE event at some point. That would be a lot of fun.

Interview: Benjamin Fiege

For more information, check:Mark Crozer’s website

 

 

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