Inspector Barnaby Vol. 27

Inspector Barnaby Vol. 27 (foto: edel: motion)

Our Rating

7 Edel: Motion

7

„Inspector Barnaby“ ist nicht totzukriegen. Mittlerweile hat die beliebte britische Serie 20 Jahre auf dem Buckel, ein Ende ist (glücklicherweise) noch nicht abzusehen. Edel hat nun Staffel 27 auf DVD veröffentlicht.

Was den Deutschen ihr Tatort, das ist den Briten nun seit zwei Jahrzehnten ihr Barnaby. Seit 1997 muss dieser in der fiktiven Grafschaft Midsomer meist bizarr anmutende Mordfälle aufklären. Die Serie hat ein solch starkes Fundament, dass sie selbst den Wechsel des Hauptdarstellers problemlos verkraftet hat. Seit Staffel 20 gibt ja bekanntlich Neil Dudgeon den Inspector John Barnaby und damit den Nachfolger seines Vetters Tom Barnaby (John Nettles). Auch in den Nebenrollen wurde in der Zwischenzeit munter durchgewechselt. Hat dem Charme der Serie keinen Abbruch getan. Zumal die Reihe sich immer wieder leicht modernisiert hat, ohne sich dabei zu verraten.

Auch Staffel 27 lässt sich durchaus ansehen. Wieder sind die Fälle skurril bis obskur. Eine kurze Übersicht:

 

Alles Böse kommt von oben (The Incident At Cooper Hill)

Die Prämisse klingt ein wenig nach „Akte X“: Eine Forstarbeiterin verunglückt nachts, geblendet von einem mysteriösen Flugobjekt. Klar, dass die UFO-Gläubigen der Gegend plötzlich Oberwasser haben. Da aber nicht Fox Mulder, sondern John Barnaby ermittelt, konzentriert man sich bei der Suche dann doch auf einen möglichen irdischen Mörder. Merkwürdig ist aber, dass sowohl das erste als auch ein zweites Mordopfer von einer seltsamen Substanz bedeckt sind. Und Captain Ford vom Stützpunkt der Royal Air Force behindert die Ermittlungen, wo er kann …

 

Der Tod radelt mit (Breaking The Chain)

Die große Radsport-Hoffnung Greg Eddon wird in seinem Trainingszelt ermordet. Sein Tod nützt den Konkurrenten Mitch und Aiden, den Söhnen des ehrgeizigen Des McCordell. Doch auch Aiden wird ermordet. Mitch will die Team-Masseurin Kim Vosse heiraten und gerät in schweren Streit mit seinem Vater. Auch auf ihn wird ein Mordanschlag verübt. Recherchen führen Barnaby zu früheren Anschlägen auf die Radsport-Teams in Midsomer. Der Täter hat offenbar einen Bezug zu Kim Vosse. Barnaby taucht tief ein in die Welt von Sportlern, die beim Kampf gegen Konkurrenten nicht gerade zimperlich sind.

 

Die Kunst stirbt zuletzt (A dying Art)

Nach der Eröffnung seines Skulpturenparks wird Brandon Monkford tot aufgefunden – drapiert auf einer Statue von Lance Auden. Es gibt Verdächtige im Überfluss. Tony Pitt, der alleinige Begünstigte in Brandons Testament, hätte ein Motiv. Doch dann folgen weitere Leichen, alle „arrangiert“ an Skulpturen.

 

Heilige und Eilige (Saints and Sinners)

Die Entdeckung des Knochens eines Heiligen bei einer archäologischen Grabung verursacht Aufregung und Unruhe in Midsomer Cicely. Doch als die Grabungsleiterin Zoe Dyer ermordet wird, dämmert Barnaby und Nelson bald, dass es nicht nur Skelette sind, die damals im geheiligten Boden begraben wurden. Schon bald sind zwei weitere Opfer zu beklagen und Betrugsfälle, Affären und falsche Identitäten halten Barnaby auf Trab. Es stellt sich die Frage: Wer ist hier Heiliger und wer Sünder?

Anzeige

Man merkt schon: Es steckt wieder so einiges drin in der Staffel. Ist zwar nicht die stärkste, weil gerade die erste Folge so ihre Längen hat, aber auch nicht die schlechteste. Der typisch britische Witz ist der Reihe nicht verloren gegangen. Inhaltlich etwas seltsam, dass auf Barnabys neue Lebensumstände – der Gute ist ja mittlerweile Vater – nur marginal eingegangen wird. Da steckt eigentlich mehr Potenzial drin. Aber vielleicht ist man da durch die deutschen „Tatorte“, die sich ja gefühlt immer zu 60, 70 Prozent mit den verkorksten Privatleben der Ermittler-Teams beschäftigen, auch zu sehr geschädigt.

Fazit: Wie immer unterhaltsam.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.