Skye (Morcheeba): „Sick. But in a healthy way“

Skye (foto: miriam diaz gomez)

Die Stimme, das Gesicht einer Band auszutauschen – das ist selten eine gute Idee. Auch die Downtempo-Combo Morcheeba hat diese Erfahrung gemacht. Mittlerweile ist aber wieder alles gut, und Sängerin Skye seit vier Jahren wieder mit von der Partie. Gerade haben die Trip-Hop-Pioniere mit „Head Up High“ ihr neuestes Album herausgebracht. Wir sprachen mit Skye über das neue Werk, seine Entstehung – und warum „sick sein“ nichts Schlechtes bedeuten muss.

Wer es mit Nick Cave hält, würde sagen, „Blood Like Lemonade“ waren eure „Murder Ballads“. „Head Up High“ hat einen anderen, fröhlicheren Ansatz.

Ja, die Platte sollte richtig viel Energie versprühen. Da waren wir uns schnell einig.  Paul (Godfrey) beschreibt das neue Album als „Morcheeba with a pulse“. Es ist schneller, als man es von uns erwartet, mehr up-tempo, mehr beat-driven. Im Grunde kehren wir ein bisschen zurück zu unseren Wurzeln.  Es erinnert in manchen Aspekten an die Big-Calm-Zeit.

Manche sagen, „Head Up High“ sei das wahre Reunion-Album.

(lacht) Ja, das habe ich auch gehört. Schon ein bisschen verrückt. Immerhin bin ich jetzt seit vier Jahren wieder dabei und wir hatten ja auch schon wieder eine Platte draußen. Aber vielleicht haben sie das nicht mitbekommen und waren zu faul, sich auf den neuesten Stand zu bringen. (lacht)

Vielleicht auch, weil du erst inmitten der „Blood Like Lemonade“-Arbeiten hinzu gestoßen bist.

Ja, das stimmt. Diesmal war ich direkt von Anfang an involviert.

Eine ganze Reihe von Gastmusikern hat an dem neuen Album mitgewirkt. Am prominentesten davon sicherlich James Petralli, der sogar ein paar Songs singen darf. War das komisch für dich, einen zweiten Sänger mit am Start zu haben?

Nein, ganz und gar nicht. James ist ein fantastischer Sänger, er hat eine wunderbare Stimme. Er hat nicht nur gesungen, sondern an „Call it Love“ auch mitgeschrieben. Es hat großen Spaß gemacht, ihm zuzuhören und mit ihm zu singen.

Während deiner Abwesenheit von Morcheeba hast du dich auf deine Solokarriere fokussiert und auch eigene Alben veröffentlicht, für die du die Songs und Texte geschrieben hast. Schreibst du heute auch für Morcheeba die Lyrics?

Nein, das ist Pauls Job und das ist auch ok so. Ich mag seine Texte und singe sie gerne. Ich bin für die Melodien verantwortlich. Das ist auch eine tolle Aufgabe, weil Melodien das erste von einem Song sind, das sich den Leuten einprägt. Aber nur, weil jeder seine festen Aufgaben hat, heißt das nicht, dass wir nicht über die Dinge sprechen, uns gegenseitig inspirieren oder Ideen miteinander teilen.

Hast du einen Lieblingssong auf dem neuen Album?

„Under the ice“. Ich mag das Tempo. Ich singe den Song live sehr gerne.

Du, Paul, Ross – ihr habt mittlerweile alle eigene Familien. Du selbst hast drei Kinder. Beeinflussen sie dich musikalisch?

Sie beeinflussen mich vielleicht nicht unbedingt musikalisch, aber ich komme durch sie natürlich mit Künstlern und Musik in Berührung, von denen ich ohne sie nichts wüsste. Alt J ist da so ein Beispiel.

Hören Deine Kinder denn Morcheeba?

Ja, das tun sie! Während der Arbeit an „Head Up High“ beispielsweise schickte mir Paul ein paar Beats. Eines meiner Kinder hörte sie, und sagte: Wow, die sind „sick“. „Sick“- das sagen die jungen Leute heute, glaube ich. (lacht)

Also würdest du Morcheebas Musik als „sick“ bezeichnen?

(lacht). Ja. Total „sick“. Aber auf eine gesunde Art und Weise.

 

To change a band’s voice, or face, is seldom a good idea. Downtempo-Band Morcheeba made this experience too. Meanwhile, things are good again, and singer Skye returned to the group four years ago. Just recently, the trip hop pioneers released their newest album „Head Up High“. We catched up with Skye to talk about the new album, its production – and why „being sick“ is not necessarily a bad thing.

To say it with Nick Cave: „Blood Like Lemonade“ were your „Murder Ballads“. „Head Up High“ seems to have a more optimistic approach, it’s a lot faster.

Yes, the new record was supposed to spread a lot of energy. We all agreed on this. Paul (Godfrey) describes it as „Morcheeba with a pulse“. It’s faster than people might expect from us, more up-tempo, more beat-driven. It’s a return to our roots if you like. In some aspects, it reminds of the Big-Calm-era.

Some people call „Head up High“ your real reunion record.

(laughs). Yes, I heard about that. That’s a little weird. Since I am back with the group for four years already and we already had a record released since then. But maybe they did not notice and were just too lazy to catch up. (laughs)

Maybe it’s because you re-joined the band while they were actually working on „Blood Like Lemonade“ already? 

Yes, that’s true. This time I was involved right from the start.

There is a quite a list of guest musicians who contributed to the new Morcheeba album. Most prominently James Petralli, who gets to sing some songs on „Head Up High“ too. Is that weird for you, to have a second singer on the record?

No, not at all. James is a fantastic singer. He not only sang but contributed in writing „Call it Love“ too. It was great fun to listen to and sing together with him.

During your absence from Morcheeba, you focussed on your solo career and released two albums, you wrote the songs yourself, including the lyrics. Do you add to the lyrics of Morcheeba’s songs nowadays too?

That’s Paul’s job and I am ok with this. I like to sing his lyrics. I am responsible for the melodies. I am the melody maker. That’s a fantastic task too, since melodies are the first thing that stick in people’s minds. But just because we all have our special tasks, it does not mean we don’t talk about things, inspire each other or share ideas.

Which is your favorite tune on the new record?

„Under the Ice“. I love the tempo. I like to sing it live.

All of you guys have their families meanwhile. You yourself have three kids. Do they influence you musically?

Maybe not influencing, but of course they introduce me to new stuff I might not get in touch with if it wasn’t for them. Alt J is an example.

Do your kids listen to Morcheeba?

Yes, they do actually. Just recently, during the work on „Head Up High“, Paul send in some beats. One of my kids listened to them and said: „Wow. That’s sick.“ „Sick“- that’s what the young people say nowadays, I suppose.

So would you describe Morcheebas music as „sick“ yourself?

(laughts). Yeah, it’s totally sick. But in a healthy way.

Interview: Benjamin Fiege

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