Im Interview: Milka Loff Fernandes über Musikvideos

Milka Loff Fernandes. (foto: privat)

Milka Loff Fernandes. (foto: privat)

Ex-VIVA-Moderatorin Milka Loff Fernandes sprach mit uns über ihr Verhältnis zu Musikvideos – und ihren Auftritt im Video der „Band ohne Namen“.

Milka, in unserem Essay zum Thema Musikvideos (KLICK) gehen wir der steilen These nach, dass das Musikvideo eine Renaissance erlebt. Siehst du da selbst auch einen Aufwärtstrend, was dieses Format angeht? Eine neue Relevanz?

Ich glaube selbst nicht, dass Musikvideos jemals an Relevanz eingebüßt haben. Für mich sind sie eine Kunstform – eine Art, eine Botschaft zu transportieren. Das passiert mal besser, mal schlechter. Doch es passierte und passiert noch die ganze Zeit. Es gab allerdings eine lange Zeit ein Problem der Verfügbarkeit, in der das Internet noch nicht zum Beispiel durch Smartphones und LTE so allgegenwärtig war und die Musiksender begannen, weniger auf Musikvideos als auf Reality-Shows zu setzen. Doch selbst da ist etwas Interessantes passiert. Die Werbung hat diese „Lücke“ erkannt und sich die positiven Funktionen eines Musikvideos zu eigen gemacht. Werbung wurde also musikvideoartiger. In der Zeit stürmten dann Songs die Charts, wie z.B. „Hip Teens don’t wear blue Jeans“.

Welche Videos haben Dich beeindruckt?

Das erste Video, dass ich bewusst wahrgenommen habe, war Michael Jacksons „Bad“ und ich weiß noch, ich war sofort infiziert. Die Tanzszenen, das Setting, die Attitude, der Song – einfach alles hat mich in seinen Bann gerissen. Ich wollte damals – da war ich, glaube ich sechs Jahre alt – zum Beispiel UNBEDINGT eine Lederjacke haben. Und Daft Punk haben, wie ich finde immer sehr interessante Videos gemacht. Den Clip zu Get Lucky fand ich zum Beispiel im letzten Sommer genial. Ein Clip, in dem fast nix passiert. Warum nicht?

Erreichen Videos ohne das klassische Musikfernsehen im Rücken überhaupt noch eine ähnliche Relevanz wie frühere Musikvideos?

Musikfernsehen war wirklich ein tolles Phänomen, dass absolut einzigartig war bis dahin und den Nerv der jungen Menschen getroffen hat. Aber da gab es auch noch nichts anderes. Die Auswahl war beschränkt. Das Fernsehen hatte an sich eine ganz andere Funktion und Wertigkeit im täglichen Leben. Es war auch ein Statussymbol. Heute kann man sich die Themen, über die man auf dem Schulhof reden möchte, überall herholen. Die Aufgabe zu selektieren hat man jetzt allerdings selbst, wenn es nicht die sozialen Netzwerke für einen tun. Jetzt ist ein anderes Experiment dran. Musikfernsehen wird wohl nie wieder so wichtig werden, wie es einmal war.

 

Welche Erinnerungen hast Du an deine eigene Mitwirkung in dem Video der Band ohne Namen?

Das ist schon so lange her, dass alles, woran ich mich erinnere nur noch schön ist. Und mein Rock war VIEL zu kurz! Nein, im Ernst. Wir hatten ein paar tolle Tage. Da gäbe es schon viel zu erzählen.

Interview: Benjamin Fiege

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