Im Interview: Paper Aeroplanes

Sarah Howells, Richard Llewellyn. (foto: debbie scanlan)

Dass aus Wales richtig gute und erfolgreiche Musiker kommen, ist mittlerweile bekannt. Duffy und Marina and the Diamonds sind die jüngsten Beispiele. Die nächste walisische Band, die eine  große Nummer werden könnte? Paper Aeroplanes. Die 2009 gegründete Dream-Pop-Folk-Formation hat mit „Little Letters“ gerade ihr drittes Album vorgelegt. Wir sprachen mit den Papierfliegern Sarah Howells (Gesang) und Richard Llewellyn (Gitarre) über die Arbeit an ihrem neuesten Werk. 

Was bedeutet der Titel „Little Letters“?

Sarah: Er hat eigentlich gleich mehrere Bedeutungen. Prinzipiell reflektiert er die Art, wie wir heute miteinander kommunizieren. Liebe und Leben, alles muss am besten in 140 Zeichen passen.

Rich: Der Titel könnte sich aber ebenso auf Liebesbriefe, Post-It’s oder Tagebucheinträge beziehen.

„Little Letters“ klingt anders als eure Vorgänger-Alben. Würdet Ihr da zustimmen?

Sarah: Ja, „Little Letters“ unterscheidet sich auf jeden Fall von den vorherigen Alben. Es hat ein etwas dunkleres, intensiveres Feeling. Außerdem haben wir es in einem richtigen Live-Studio aufgenommen und nicht in Richs kleinem Schlafzimmer-Studio, was man sicherlich auch raushört. Es hat ein Full-Band-Gefühl, aber ich meine, dass das Atmosphärische dadurch nicht verloren gegangen ist.

Eure ersten beiden Alben „The Day We Ran Into The Sea“ und „We Are Ghosts“ habt ihr noch in Eigenregie veröffentlicht. „Little Letters“ erschien jetzt auf dem Navigator-Label. Hat das Einfluss auf euer Arbeiten gehabt? 

Rich: Es war sicherlich alles etwas aufwendiger, aber es ist nicht so, dass man uns in unsere Arbeit reingeredet hätte oder wir dadurch beeinflusst worden wären.

Wie läuft das Songwriting bei Euch denn eigentlich ab?

Rich: Wir schreiben die Songs zusammen, wobei Sarah’s Fokus auf den Lyrics liegt. Ich bin eher für die Melodie zuständig, die vor allem stark sein muss, man soll einen direkten Zugang zu ihr finden. Ob aber zuerst die Musik oder erst die Texte stehen, ist unterschiedlich. Wichtig ist, dass es am Ende zusammenpasst. (lacht)

Sarah: Wo ich die Texte schreibe, ist ganz unterschiedlich. „Sleeper Train“ etwa habe ich während einer Zugfahrt von Xi’an nach Peking geschrieben. Die Lieder sind persönlich gehalten, auch wenn wir natürlich nicht alles, was in unseren Songs passiert genauso erlebt haben. Aber die Geschichten haben immer etwas mit uns zu tun. Ich denke, es ist einfacher über etwas zu schreiben, wenn man eine Verbindung dazu hat.

Ist eure walisische Heimat für Euch eine Inspirationsquelle?

Sarah: Auf jeden Fall. Die rohe Schönheit der walisischen Westküste ruft bei mir während des Songwritings immer wieder Bilder im Kopf hervor. Es ist einfach eine wunderschöne Landschaft.

Ihr schreibt eure Lieder selbst. Könntet Ihr euch vorstellen, Titel zu spielen, die jemand anderes für euch geschrieben hat?

Rich: Ausgeschlossen ist das nicht, aber das Songwriting ist schon ein sehr persönlicher, intimer Vorgang. Am Ende müssten wir uns bei dem Song wohlfühlen, er müsste zu uns passen. Und da ist es schwer vorstellbar, dass jemand einen Titel für uns schreibt, der sich beim Spielen auf der Bühne anfühlt, als wäre es unser eigener.

Welcher Song ist denn Euer Favorit auf der aktuellen Platte?

Sarah: Für mich ist es wohl „Circus“. Ein simpel gehaltenes Lied, das aber sehr persönliche Gefühle offenlegt – und diese genauso rüberbringt, wie ich es gerne wollte. Es erinnert mich immer an das Geräusch der Wellen, wenn sie auf die Küste treffen.

Interview: Benjamin Fiege

Weitere Informationen: http://www.paperaeroplanesmusic.com/

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