Haiyti – Montenegro Zero

Haiyti - Montenegro Zero (foto: universal)

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8 Vertigo/Universal

8

Haiyti gilt als neue Hoffnung im Deutsch-Rap. Als Einzelkämpferin, die Barrieren einreisst. Barrieren zwischen Straße und Avantgarde. Jetzt hat die Trap-Prinzessin mit “Montenegro Zero” ein Album veröffentlicht, bestehend aus zwölf Songs, die gänzlich ohne Features auskommen – und die Haiyti “Gangsta-Pop” nennt.

Nicht jedem mag Haiyti bereits ein Begriff sein. Die Gute fiel 2016 erstmals einer breiteren Öffentlichkeit auf, schuld daran war ihr Mixtape “City Tarif”, das mächtig für Furore sorgte. Straight outta St. Pauli. Roh und hart, aber dennoch von einer gewissen Leichtigkeit beseelt. Kurzum: Die Gute blieb im Ohr. Seitdem erschien regelmäßig neues Material, gerne auch in Form von Kollaborationen mit KitschKrieg und Die Achse oder Features mit Künstlern wie Coup, Trettmann und LGoony. Dendemann, Haftbefehl und Deichkind galten schnell als Fans. Darauf kann man aufbauen.

Nun legt die Dame aus Hamburg-Langenhorn, die tief im Norden der Elbmetropole aufgewachsen ist, endlich ihr Major-Debüt vor. Immer gefährlich, wenn die Erwartungen in den Himmel schießen, aber Haiyti wird ihnen im Großen und Ganzen gerecht. Die Platte ist erfrischend kirre und unangepasst, oft provokant, nie glatt. Die zwölf hier präsentierten Songs sind geprägt von einem stringenten Vibe. Sie verarbeiten Einflüsse von Dancehall (“100.000 Fans”, “Bahama Mama”) bis Deutsche Welle (“Berghain”) und klingen doch ziemlich unique.

Thematisch bewegt sich Haiyti dabei zwischen Gangsta-Topics (“Mafioso”), Liebeleien (“Sunny Driveby”, “Gold”) und Gesellschaftskritik (“Berghain”). Mit großer Geste entscheidet sie sich für die bella figura, mit all den ihr eigenen Brüchen. Wie sie auf “100.000 Fans” vor dem Grand Hotel mit roten Rosen wirft oder auf “Monacco” (sic!) mit offenem Verdeck über die Grande Corniche gleitet, ist von einer Eleganz, wie man sie hierzulande selten findet.

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Fazit: Vielversprechend.

Anspieltipps: 100.000 Fans, Gold

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