Haim – Something To Tell You

Haim (foto: label)

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7 Universal Music

7

Wer Angst hatte, dass Haim auf ihrem zweiten Album eine Kursänderung vornehmen könnten, darf beruhigt sein: Auf „Something To Tell You“ bleiben sich die Softrock-Schwestern weitgehend treu, polieren ihren Sound jedoch etwas auf Hochglanz. Sonst? Alles beim Alten. 

Seit ihrem Debütalbum „Days Are Gone“ (2013) ist zwar genug Zeit vergangen, sich gänzlich neu zu orientieren. Doch auch das zweite Album der musizierenden Schwestern Danielle, Este und Alana atmet wieder den Geist Kaliforniens. Ja, Haim halten an ihrem Konzept fest, verbinden sommerlichen Retro-Westcoast-Softrock mit etwas Soul, neunziger Jahre Girl-Pop, 80s-Synthie-Melodien sowie gospeligen Refrains und klingen so, wie Fleetwood Mac wohl heute klingen würden, wäre die Band heute noch Mal jung. Das Versprechen, das die drei Frauen mit ihrer Hit-Single „Want You Back“ vorab schon gaben, lösen sie auch ein.

Das kann man jetzt traurig und wenig innovativ finden. Oder einfach nur logisch, war der Hype um die Haim-Schwestern in den vergangenen vier Jahren doch schier grenzenlos. Warum also etwas am Erfolgskonzept ändern? Never change a winning … und so weiter.

Klar, noch immer wirkt das Ganze etwas inszeniert, die Texte der Gruppe sind auch nicht furchtbar tiefgründig und ein paar Brüche könnte das elf Stücke umfassende Machwerk auch vertragen. An das Schema F –  reduzierter Vers, mehrstimmige Bridge, voller Refrain –  klammern sich die Haims da etwas zu sehr. Dennoch nimmt einen das Trio mit seiner eingängigen Musik gefangen. Etwa bei „Ready For You“ mit seinen Latino-Beats, das den Geist von Prince atmet. Oder bei „Nothing’s wrong“, das eher countryesk daherkommt. Die Nummer „You Never Knew“ ist dann wiederum tadelloser Softrock. Phil Collins‘ Drums haben sich die Haim-Schwestern offenbar für den Titel-Track ausgeliehen. Und bei „Night So Long“ kommt einem Danielle Haim beinahe wie die moderne Stevie Nicks vor.

Fazit: Fast perfektes Sommeralbum. 

Anspieltipps: We Want You Back, Night So Long, Nothing’s wrong, Ready For You

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