Gisbert zu Knyphausen – Das Licht dieser Welt

Gisbert zu Knyphausen - Das Licht dieser Welt (foto: pias)

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8 PIAS

8

Der Liedermacher Gisbert zu Knyphausen ließ seine Fans etwas warten. Zumindest, was Solo-Material angeht. Sieben Jahre nach „Hurra! Hurra! So nicht“ legt er nun aber endlich sein drittes Solo-Album vor: „Das Licht der Welt“, via PIAS erschienen. Produziert hat es Jean-Michel Tourette, wobei Gisbert zu Knyphausen und Florian Eilers als Co-Produzenten tätig waren.

Gut, untätig war zu Knyphausen in den vergangenen sieben Jahren natürlich nicht. Mit dem Hamburger Liedermacher Nils Koppruch hatte er 2012 unter dem Namen Kid Kopphausen das Album „I“ veröffentlicht. Nachdem Koppruch noch im selben Jahr plötzlich verstarb, legte zu Knyphausen eine Pause ein, um dann mit Olli Schulz ausgiebig auf Tour zu gehen. Kurz darauf spielte er mit dem Produzenten Moses Schneider und Der dünne Mann unter dem Namen Husten eine EP ein. Die Hände in den Schoß hat zu Knyphausen also nicht gelegt.

Nun gibt es aber endlich wieder Solo-Material vom guten Gisbert, der sich auf „Das Licht dieser Welt“ vom reinen Liedermacher-Ansatz entfernt. Heißt: weniger Gitarren, dafür nun auch Vibraphone, Posaunen, Trompeten, Synthesizer und ein Klavier. Und Drums! Bei „Niemand“ erinnert ihr überraschender Einsatz sogar etwas an Phil Collins‘ „In The Air Tonight“.

Inhaltlich geht es in den zwölf Songs zumeist berührend zu. Etwa, wenn zu Knyphausen einen begonnenen Song seines verstorbenen Kumpels vollendet: „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“ – Koppruch kommt hier am Ende sogar selbst zu Wort. Ein Song mit melancholischem Subtext, der aber das Leben feiert. Ein Motiv, das der Wahl-Berliner auch im titelstiftenden Song verwendet. Nur selten aber verliert sich zu Knyphausen in der Euphorie wie in „Unter dem hellblauen Himmel“, und selbst dann nicht ohne doppelten Boden.

Experimente wagt zu Knyphausen mit „Teheran smiles“, das er ebenda mit der iranischen Band Pallett aufnahm, und dem jazzigen „Cigarettes & Citylights“. Erstmals begegnet zu Knyphausen seinem Publikum auf Englisch. Und man merkt schnell: Auch das kann er.

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Fazit: Welcome back, Gisbert!

Anspieltipps: Niemand, Unter dem hellblauen Himmel, Etwas Besseres als den Tod finden wir überall, Teheran smiles, Cigarettes & Citylights

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