Get Out

Get Out (foto: universal pictures)

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8 Universal Pictures

8

Nichts für schwache Nerven: „Get Out“ ist nicht nur einfach ein in allen Belangen stimmiger Horror-Thriller, sondern auch ein scharfzüngiger Kommentar zu dem unterschwelligen Rassismus der weißen amerikanischen Bourgeoisie. Der Streifen liegt nun auf DVD und Blu-Ray vor.

Chris (Daniel Kaluuya – grandios) ist nervös. Seine Freundin Rose (Allison Williams) will ihn an diesem Wochenende nach vier Monaten Beziehung endlich ihren Eltern vorstellen. Nur: Hat sie ihnen gesagt, dass er schwarz ist? Rose lächelt seine Sorgen weg. Ihre Eltern (Catherine Keener und Bradley Whitford), so versichert sie ihm, seien keine Rassisten. Und tatsächlich: Als Chris auf dem recht herrschaftlichen Anwesen seiner potenziellen Schwiegereltern mit offenen Armen empfangen wird, zerstreut das erst Mal seine Bedenken. Allerdings merkt er schnell, dass irgendwas nicht stimmt. Das Hausmädchen und der Gärtner, beide ebenfalls Afroamerikaner (gespielt von Marcus Henderson und Betty Gabriel), verhalten sich merkwürdig. Seltsam entrückt. Als Roses Familie eine Gartenparty für ihre besser betuchten Freunde schmeisst, gerät Chris schnell in den Fokus. „Schwarz ist das neue Weiß“, entfährt es einem Gast anerkennend. Eine ältere Dame will von Rose wissen, ob Schwarze denn wirklich besser im Bett seien. Eine andere kann kaum die Finger von Chris‘ Muskeln lassen. Die Party wirkt auf Chris so verstörend, dass er beschließt: Er muss hier weg. Doch da steckt er schon mitten in seinem ganz persönlichen Alptraum fest …

Puh. Keine Frage: „Get Out“ hat es in sich. Nicht nur, dass Regisseur Jordan Peele hier auf meisterhafte Art und Weise die Klaviatur des Horror-Thrillers spielt, ohne dabei allzu explizit zu werden. Nein, es ist vor allem die Botschaft, die den Betrachter verstört zurücklässt. Rassismus in den USA, so wird uns hier deutlich gemacht, ist kein Ding der Rednecks, nein, er ist auch tief in der amerikanischen bürgerlichen Mitte verhaftet. Das ist nun an sich keine Neuigkeit, aber die Art und Weise, wie Peele dem Zuschauer die Perspektive ermöglicht, wie uneasy sich ein Afroamerikaner inmitten einer solchen Gesellschaft fühlen kann, geht unter die Haut. Afroamerikanische Freunde, die den Film gesehen, waren danach recht verstört. Es ist ein Film, der weh tut, weil viel Wahrheit in ihm liegt. Man kann den Film als einen der ersten filmischen Kommentare zum Trump-Amerika betrachten.

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Fazit: So gruselig wie die Realität.

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