Gaza Surf Club

Gaza Surf Club (foto: farbfilm)

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Ein Stückchen Freiheit in der Isolation: Ein paar junge Menschen, die in Gaza wie in einem Freiluft-Gefängnis leben, eingepfercht zwischen Israel und Ägypten, regiert von der Hamas, zieht es an den Strand, wo das Meer den salzigen Geruch von Freiheit verströmt. Die jungen Leute haben die Nase voll von Krieg und religiösem Fanatismus. Ihre Art des Protests? Surfen. Der Doku-Streifen „Gaza Surf Club“ ist soeben auf DVD und Blu-Ray erschienen.

„Vom Augenblick der Geburt bis zum Tod gibt es hier keine Hoffnung“. Es sind eindringliche Worte, die der 42-jährige palästinensische Fischer Abu Jayab spricht. Abu ist es, der den jungen Menschen in Gaza beibringt, wie man sich auf den Brettern, die seine Welt bedeuten, hält – und ihnen damit ein kleines bisschen Hoffnung, ein kleines bisschen Freiheitsgefühl spendet. Ein Gefühl, das die Menschen in diesem schmalen Küstenstreifen zwischen Israel und Ägypten bitter nötig haben. Gaza ist isoliert, die Grenzen sind dicht. Ein dauerhaftes Embargo liegt über dem Land. An dem Hafen legen längst keine Schiffe mehr an, und auch der Flughafen wird nicht mehr angeflogen. Gaza verlassen? Fast ein Ding der Unmöglichkeit. Und wer es schafft, der kehrt meist nicht wieder zurück. So wie der junge Ibrahim, der nach langem Warten ein US-Visum bekommt, um auf Hawaii ein Praktikum zu machen. Eigentlich wollte er mit dem dort erlangten  Wissen die Entwicklung des Surf-Clubs in Gaza vorantreiben, bittet dann aber schließlich um Asyl auf der Insel, auf der es so viel entspannter zugeht als in seiner zerstörten Heimat.

Regisseur Philip Gnadt eröffnet dem Zuschauer einen von Kitsch befreiten Blick und eine neue, überraschende Perspektive auf eine Region, von der man sonst nur Schreckensmeldungen aus den TV-Nachrichten kennt. Gnadt zeigt, wie sich eine Gruppe selbstbestimmter Jugendlicher aus den Trümmern erhebt und sich dank des Surfens ein Stück weit Normalität erkämpft. Darunter auch die 15-jährige Sabah, die als Kind auf dem Brett stand und zu den besten Surfern Gazas gehörte, nur um dann vom Ehemann ihren geliebten Wassersport verboten zu bekommen.

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Fazit: Sehenswert.

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