Gauguin

Gauguin (foto: studiocanal)

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7 Studiocanal

7

Ein Ausnahmekünstler, der – von der französischen Gesellschaft verstoßen – sein Glück in Übersee fand: Der Film “Gauguin” befasst sich mit dem Leben und Wirken des Künstlers auf Tahiti. Jetzt liegt er fürs Heimkino vor.

Tahiti, 1891. Der französische Maler Paul Gauguin (Vincent Cassel) erfüllt sich seinen großen Traum vom Paradies, lässt Paris hinter sich und zieht sich in sein selbsterwähltes Exil nach Französisch-Polynesien zurück. Hier will er sich inspirieren lassen und malen. Gauguin lässt sich vom Dschungel verschlucken, und trotzt dabei Einsamkeit, Hunger und Krankheit. Bei seinen Erkundungstouren trifft er auf Eingeborene, die ihm ihre junge hübsche Tochter Tehura (Tuhei Adams) überlassen. Das Mädchen wird seine Muse – und auch Modell seiner bekanntesten Gemälde. Als freier Mann in der Wildnis, fernab der Politik und Regeln eines zivilisierten Europas, entwickelt Gauguin einen neuen Stil des Malens.

Gleich mehrere Male machte Gauguin nach Polynesien über. Während seines ersten Aufenthalts auf Tahiti entstand sein Buch “Noa Noa”, in dem er von seinem Leben in der Südsee erzählte, dabei aber Wirklichkeit und Fiktion ungeniert miteinander vermischte. Ein nicht unwichtiger fun fact, basiert der vorliegende Spielfilm doch auf eben jenem literarischen Werk. Und so darf man hier kein Biopic erwarten, dass sich um größtmögliche Authentizität und Realitätstreue bemüht. Regisseur Edouard Deluc nimmt sich stattdessen so seine künstlerischen Freiheiten. Er zeichnet den Gauguin dabei als unsympathisches Genie, als innerlich zerrissenen und getriebenen Eigenbrötler, der es zwar große Kunstwerke schuf, im Leben aber komplett versagte. Der französische Hollywood-Star Vincent Cassel spielt diesen schwierigen, ambivalenten Charakter dabei sehr überzeugend und mit einer ungeheuren Intensität. Ärgerlich ist bei diesem ansonsten gelungenen Film jedoch die Tatsache, wie unkritisch er mit Gauguins Vorliebe für minderjährige Mädchen umgeht. Seine Muse Tehura war zu Beginn der Liaison gerade Mal 13 Jahre alt. Ein Umstand, der in dem Film überhaupt nicht thematisiert wird. Die Figur kommt vielmehr älter rüber.

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Fazit: Sehenswert.

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