„From: Disco To: Disco“: Titel-Track zu „Magical Mystery“

Magical Mystery (foto: dcm)

Eine Perle wird wiederentdeckt: Der 90er-Jahre-Kult-Hit „From: Disco To: Disco“ wird den Film „Magical Mystery“ (aus der Feder von Sven Regener) untermalen.

Keine Frage – das passt. Immerhin ist der Film auch zu der Zeit angesiedelt, als die Nummer das Licht der Welt erblickte. Die Story des Streifens ist schnell erzählt: Mitte der 90er-Jahre trifft Karl Schmidt (Charly Hübner) in Hamburg durch einen Zufall seine alten Kumpels wieder. Während Karl am Tag der Maueröffnung einen Nervenzusammenbruch erlitt und in die Klapse eingeliefert wurde, sind die alten Freunde zu Stars der deutschen Techno-Szene geworden. Mit ihrem erfolgreichen Plattenlabel wollen sie eine „Magical Mystery“-Tour durch Deutschland machen, um den Rave der 90er mit dem Hippiegeist der 60er zu versöhnen. Es beginnt ein abenteuerlicher Roadtrip durch das Deutschland der 90er, unternommen von einer Handvoll Techno-Freaks und betreut von einem psychisch labilen Ex-Künstler.

Arne Feldhusen („Stromberg“, „Tatortreiniger“) führte Regie bei der Verfilmung des Bestsellers „Magical Mystery“, dem Nachfolger von „Herr Lehmann“, von Erfolgsautor Sven Regener, der auch das Drehbuch verfasste.

„From: Disco To: Disco“ von Whirlpool Productions ist dabei in der Tat ein Glanzlicht des Soundtracks. Die Nummer eroberte vor rund 20 Jahren die Charts: Platz 1 in Italien. Top Ten in den BeNeLux-Staaten. Ein Hit, der das verantwortliche Kölner Trio selbst überraschte. Eigentlich wollten Eric D. Clark (aus San Francisco nach Europa gesiedelter Pianist und Gospelsänger), Justus Köhncke (Studio-Profi und größter Chic-Fan) und Hans Nieswandt (Spex-Redakteur und Bassist) nur die Arbeit an ihrer LP „Dense Music“ abschließen. Der Veuve Cliquot war schon offen, Köhncke startete im Can-Studio in Weilerswist diesen Beat, die R&B-Samples sangen „Looove!“ und Eric D. Clark improvisierte über einem Pianomotiv, das er schon Jahre im Kopf gesummt hatte, sein Textchen: „From disco to disco, town across town, everybody is trying to get down!“ Die Genialität lag natürlich darin zu erkennen, dass schon der erste Take, also jedes angeschickerte Kichern und jeder versemmelte Einsatz, genau richtig war. Vom Ansatz her war das Punk, vom Sound her etwas ganz anderes: „From disco to house by the click of a mouse“, wie Eric D. Clark singt.

Ja, die Geschichte dieses Hits ist großartig. Entsprechend haben sich die Remixer ins Zeug gelegt. Da sind Tiefschwarz, die „From: Disco To: Disco“ auf einen satten Percussion-Beat setzen und die Melodie rückwärts drehen, bis man in irisierenden Arpeggios nicht mehr weiß, wo vorne und hinten ist. Adam Port kombiniert Eric D. Clarks Vocals mit einem zerdehnten Elektro-House-Groove und Pitch-down-Effekten – trippy! Und die Pop-Helden von Hot Chip spielen, statt zu remixen, gleich eine Coverversion ein, in druckvollem Postpunk-Disco- Crossover. Erscheinen wird die Neuauflage am Freitag mit folgenden Versionen:

TRACKLIST
01. Whirlpool Productions – From: Disco To: Disco (Remastered)
02. Whirlpool Productions – From: Disco To: Disco (Adam Port Version)
03. Whirlpool Productions – From: Disco To: Disco (Hot Chip Version)
04. Whirlpool Productions – From: Disco To: Disco (Tiefschwarz Version)

 

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