Frankie Goes To Hollywood – Welcome To The Pleasuredome

Frankie Goes To Hollywood - Welcome To The Pleasuredome (foto: bmg)

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7 BMG

7

Mit seiner „The Art Of The Album“-Reihe will das Label BMG das Format des Albums feiern. Die Platte „Welcome To The Pleasuredome“ von Frankie Goes To Hollywood ist dabei der nächste Streich, der als CD-Deluxe Edition und Doppel-LP wiederveröffentlicht wird. 

Nein, wirklich umfangreich ist der Katalog, den Frankie Goes To Hollywoods hinterließen, nun wirklich nicht. Nur zwei Studioalben veröffentlichte die britische Kapelle um Frontmann Holly Johnson. Und dennoch hatte die 1980 gegründete Band mit ihrem bombastischen Sound einen großen Einfluss auf die britische Popmusik der achtziger Jahre.

Zur Band zählten damals Holly Johnson (Gesang), Paul Rutherford (Gesang und Keyboards), Brain Nash (Gitarre), Mark O´Toole (Bass) und Peter Gill (Schlagzeug). Schon nach ihren ersten Festivalgigs wurde der Produzent Trevor Horn auf das Quartett aufmerksam. Nachdem er einige Demos gehört hatte, entwickelte er für die Band einen neuen bombastischen Sound mit epischen Versionen ihrer Songs und wurde Produzent des FGTH-Debütalbums „Welcome To The Pleasuredome“, das Ende 1984 erschien und dem drei Nummer-eins-Singles vorausgingen, die letztlich allesamt auf der Platte landeten: das sexuell aufgeladene „Relax“, der opulente Anti-Kriegssong „Two Tribes“ und die leidenschaftliche, oft als Weihnachtslied missverstandene Ballade „The Power of Love“.

Der Sound der Band war damals innovativ, die Inhalte der Songs galten damals mindestens als  kontrovers, oft sogar als gefährlich. Der homoerotische Text von „Relax“ führte zwischenzeitlich sogar dazu, dass die altehrwürdige BBC sich weigerte, den Song zu spielen. Die großen Themen, die das Album verhandelte – Sex, Liebe und ein möglicher Atomkrieg – trafen den Nerv der Zeit. Und so avancierte das als Doppel-LP veröffentlichte (!) Debüt der Liverpooler zum Millionenseller: Noch vor der Veröffentlichung gab es in UK mehr als eine Million Vorbestellungen für das Album.

Es waren aber natürlich vor allem die drei Singles, die dazu reichten, die LP zu einem sofortigen Klassiker zu machen. Auch wenn das epische „Welcome To The Pleasuredome“ natürlich auch ein großartiger Song ist, der sich mit seinen rund 13 Minuten aber nicht zum Radio-Hit eignete. Ehrlicherweise findet sich aber auch einiges Füllmaterial auf der Scheibe, etwa Coverversionen von Bruce Springsteens „Born To Run“ oder Gerry Marsdens „Ferry Cross The Mersey“, die es wirklich nicht gebraucht hätte.

Ganz nett und informativ sind bei der nun vorliegenden Deluxe-Version die Liner Notes, die der The Guardian-Autor Paul Flynn verfasste.

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Fazit: Klassiker.

Anspieltipps: Relax, Welcome To The Pleasuredome, The Power Of Love, Two Tribes

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