For One Night Only: Comeback der 4 Non Blondes

Linda Perry (Foto: Wikipedia/Nick Step)

Das kommt überraschend: Nach knapp 20 Jahren planen die 4 Non Blondes eine Wiedervereinigung – jedoch für nur ein Konzert im Mai in Los Angeles.

Das angedachte Comeback ist dabei eher aus der Not geboren, gibt die damalige Frontfrau Linda Perry unumwunden zu. Die heute erfolgreich als Musikproduzentin und Komponistin tätige Künstlerin organisiert jährlich ein Wohltätigkeitskonzert im L.A. Gay & Lesbian Center, bei dem bereits große Namen wie Christina Aguilera, Courtney Love, Ozzy Osborne, Heart oder Sia mit von der Partie waren. Diesmal soll das Ganze am 10. Mai stattfinden. Für diesen Termin ließ sich allerdings kein passender Künstler verpflichten.  „Dieses Jahr war niemand verfügbar, alle hatten Termine“, gesteht Perry. Da habe sie einfach zum Hörer gegriffen und ihre früheren Bandmitglieder angerufen.

Kein leichtes Unterfangen, denn seit ihrer Auflösung 1995 haben sich die 4 Non Blondes mehr oder weniger aus den Augen verloren. „Ich habe zu ihnen keinen Kontakt mehr. Ich habe keine Idee, was Christa (Hillhouse) macht, ich weiß nicht, was Dawn (Richardson) macht. Roger (Rocha) ist mir in den Jahren hin und wieder über den Weg gelaufen. Nicht in einer Million Jahre hätte ich gedacht, dass dies passieren könnte“, so Perry.

Und so dürfen sich die Fans nun also freuen, den größten Hit der Band „What’s Up“ mal wieder live hören zu können. Auf wahnsinnig viel Material kann die Alternative-Band ja leider nicht zurückgreifen. Nur ein Album („Bigger, Better, Faster, More“, 1992) veröffentlichte die Gruppe damals. Zunächst verkaufte sich das Machwerk schleppend. Erst als die Single „What’s Up“ ausgekoppelt wurde, schnellten die Verkaufszahlen in die Höhe. Mehr als sechs Millionen mal wurde das Album bis heute verkauft.

Bei den Vorbereitungen zu ihrem zweiten Album brach die Band dann auseinander. Der Grund: die klassichen „unüberbrückbaren musikalischen Differenzen“. Tatsächlich konnte sich Perry nie wirklich mit dem Sound der Band anfreunden und sich der Gruppe unterordnen. Und ähnlich wie Kurt Cobain „Nevermind“ verabscheute, hasste sie „Bigger, Better, Faster, More!“. „Ich war nicht darauf vorbereitet, in einer Pop-Band zu spielen. Das passte nicht zu meiner Vision. Es war nicht richtig für mich, es fühlte sich seltsam an. Ich wusste tief in meinem Inneren, dass ich nicht dort sein sollte. Ich kann mir dieses Album immer noch nicht anhören. Ich hören mich nervig an. Ich bin das nicht“, sagte Perry vor ein paar Jahren in einem Interview.

Nun also die große Kehrtwende. Wenn auch nur für eine Nacht.

Text: Benjamin Fiege

 

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