Fine Young Cannibals

Sie stifteten der Welt einen dieser Hits, der auf keiner 80s-Compilation fehlen darf: Die Fine Young Cannibals bleiben vor allem wegen „She Drives Me Crazy“ unvergessen.

Aller Anfang ist schwer: Nach dem Ende der Skaband The Beat schließen sich zwei Ex-Mitglieder, Gitarrist Andy Cox und Bassist David Steele, 1984 zu einer neuen Band zusammen. Allerdings fehlt den beiden noch ein Sänger, und so hört sich das Duo durch mehr als 500 Bewerbungsbänder. Am Ende entscheiden sie sich für den talentierten Roland Gift. Die Fine Young Cannibals sind geboren. Der Name der Band aus Birmingham bezieht sich dabei auf das Jazzmelodram „All the Fine Young Cannibals“ (deutscher Titel: „Früchte einer Leidenschaft“) mit Natalie Wood aus dem Jahre 1960.

Es dauert nicht lange, ehe das Trio erste Erfolge einfährt. Schon im Jahr 1985 gelingen der Gruppe mit den Singles „Johnny Come Home“ und „Blue“ erste Achtungserfolge. Dem Publikum gefällt der etwas unique Sound der Band, der durch die soulige Stimme Roland Gifts veredelt wird. Nicht nur auf der Insel, sondern auch in Deutschland und der Schweiz wird man auf die Band aufmerksam.

Das Elvis-Cover „Suspicious Minds“ wird zum ersten größeren Hit, jedoch wird noch nicht alles Gold, was die Cannibals anfassen: Hätte man damals den Begriff „Shitstorm“ schon gekannt, wäre er wohl gefallen, als die FYI 1986 den Buzzcocks-Titel „Ever Fallen in Love“ für den Soundtrack des Films „Gefährliche Freundin“ („Something Wild“) covern.

Danach gönnt sich die Band erstmal eine kleine Pause, die Mitglieder wenden sich eigenen, kleineren Projekten zu. Gift versucht sich ganz passabel als Schauspieler im Film und auf der Theaterbühne, Cox und Steele gründen das House-Music-Projekt Two Men, a Drum Machine and a Trumpet.

Danach findet die Band wie verabredet wieder zusammen und werkelt an dem großen Wurf, der ihr Anfang 1989 mit dem Album „The Raw & the Cooked“ gelingen sollte. Das Ding rockt die Charts – weltweit. Verantwortlich dafür zeichnet vor allem die eingangs erwähnte Hitsingle „She Drives Me Crazy“.

Die Band beweist kurz darauf Haltung, als sie den Brit Award für ihren erfolgreichen Longplayer nicht annimmt, da sie sich im Zusammenhang mit der öffentlichen Verleihung nicht für einen Fototermin nebst Werbegelegenheit für Margaret Thatcher hergeben wollten.

Cox und Steele veröffentlichen das Album Ende 1990 als „The Raw and the Remix“ erneut.

1992 trennt sich die Band.

Ende 1996 erscheint eine Best-Of-Compilation mit einem neuen Song.

In den frühen Nuller Jahren tourt Gift ohne Steele und Cox, die weiterhin gemeinsam miteinander musizieren, als Roland Gift and the Fine Young Cannibals durch die Lande.

DISKOGRAFIE

1985: Fine Young Cannibals

1988: The Raw & The Cooked

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