Live: Filter

Filter (foto: rüger)

Als die Industrial-Rocker „Filter“ („Title of Record“) in der Frankfurter „Batschkapp“ spielten, war Kollege Christian Rüger live dabei.

„Das war irgendwie schon recht kurz“, lautet die treffende Analyse eines Filter-Fans nach dem Konzert in der Frankfurter Batschkapp. Die Vorband Blackmail hatte ihren Auftritt krankheitsbedingt absagen müssen, sodass Filter schon gegen 20 Uhr die Bühne stürmisch und voller Spielfreude betraten. Knapp eine Stunde später war der Auftritt aber schon wieder Geschichte, denn Sänger Richard Patrick (ehemals Gitarrist bei Nine Inch Nails und Bruder des Schauspielers Robert Patrick) verließ mit seinen drei Bandkollegen stimmlich etwas angeschlagen die Bühne.

Bis dahin erlebte die Batschkapp jedoch einen gut aufgelegten Filter-Frontmann, der immer wieder aus dem Nähkästchen plauderte („Jared Leto is very Hollywood“) und in Interaktion mit dem Publikum trat. Wie beim Song „What Do You Say“, der ersten Singleauskopplung des aktuellen Albums „The Sun Comes Out Tonight“. Hier wechselten Shouts zwischen Patrick und den Zuschauern: ein beeindruckendes Zusammenspiel. Neben wenigen neuen Tracks bot die Post-Grunge-Band einen Querschnitt ihres bisherigen Oeuvres. „The best Things“ oder „Take a Picture“ des vielleicht besten Albums der Bandhistorie „Title of Record“ durften dabei selbstredend nicht fehlen.

Mit zunehmender Spieldauer zeigte sich aber, dass Richard Patrick Probleme mit seiner Stimme hatte. Besonders deutlich wurde dies beim letzten Song „Hey Man, Nice Shot“ vom noch selbstproduzierten Debütalbum „Short Bus“. Danach wurde das Publikum in den noch jungen Abend entlassen – ohne Zugabe und sonstige Schnörkel. Sehr wohltuend im Vergleich zu vielen anderen Bands, die für ihre Auftritte schon vier bis fünf Zugaben eingeplant haben und sich damit mehr selbst feiern als sich von den Fans feiern lassen.

Fazit: Ein kurzes, aber auch kurzweiliges Konzert, das sicher noch lange im Gedächtnis hängen bleiben wird.

Text: Christian Rüger

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