Elvis Presley – The Searcher: The Original Soundtrack

Elvis Presley - The Searcher (foto: rca)

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10 Legacy Recordings

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Am 14. April feiert auf dem US-Sender HBO die dreistündige Elvis-Presley-Doku “The Searcher” Premiere. Legacy Recordings, die Katalogabteilung von Sony Music Entertainment, und RCA Records haben nun den Soundtrack dazu veröffentlicht.

Keine Frage: Elvis-Dokus gibt es wie Sand am Meer. Dass ein Emmy- und Grammy-Preisträger aber bei einer solchen Regie führt, kommt dabei eher selten vor. Bei “The Searcher” ist dies nun aber der Fall, zeichnet hier doch Thom Zimny verantwortlich. Und der gute Mann hatte dem Vernehmen nach eine ambitionierte Mission: Zimny ging es offenbar gehörig auf den Zeiger, dass man, wenn man heutzutage über den King of Rock ‘n’ Roll spricht, automatisch bei irgendwelchen skurrilen, bizarren Anekdoten und Halbwahrheiten aus dem Leben dieser schillernden Persönlichkeit landet, etwa bei Drogenmissbrauch und Fresssucht, und diesem legendären Sänger damit in keinster Weise gerecht wird. Zimny wollte mit “The Searcher” erreichen, dass sich die Menschen stattdessen wieder an Elvis Presleys Bedeutung für Musik, Popkultur und Gesellschaft erinnern. Die zweiteilige Doku, die von Jon Landau und Priscilla Presley produziert wurde, greift dabei angeblich auf seltenes Bild- und Tonmaterial zurück – und auf jede Menge Interviews. Mit Bruce Springsteen beispielsweise, der Elvis für eine Ausnahmeerscheinung im Pantheon der Musik hält. „Es gibt eine Kategorie von Künstlern, die im Bann ihrer Genialität gefangen sind, ohne Ahnung davon zu haben, wohin ihre Reise geht. Sie wissen eigentlich nicht einmal genau, was sie tun, bis zu dem Moment, in dem die Musik einsetzt. Sie sind dort draußen im unbekannten Grenzland – an einem unverdorbenen und aufregenden Ort.”

Noch vor der TV-Premiere der Doku gibt es nun also den Soundtrack. Das Album erscheint in digitaler Fassung sowie als 18 Songs umfassender Soundtrack, Doppel-LP im Gatefold-Cover und als Deluxe-Boxset mit 3 CDs. Darauf zu hören sind natürlich jede Menge Hits, mit denen die Macher versuchen, eine gewisse Entwicklung aufzuzeigen und somit ein Porträt zu zeichnen. Leider gibt es dabei nur wenig, das nicht irgendwie in irgendeiner Form schon mal veröffentlicht worden ist. Weder in der Standard-Version noch in der Deluxe-Version, die neben den 18 Songs des Films 37 weitere Elvis-Titel und Ausschnitte aus der instrumentalen Filmmusik umfasst.

Für Komplettisten aber ganz nett: die Scoremusik, die von Pearl Jam-Gitarrist Mike McCready komponiert wurde, und die überraschenden Versionen von “Wooden Heart” (in einer Interpretation von Tom Petty and the Heartbreakers) und “Home Sweet Home”, gesungen von Elvis’ Mutter Gladys Presley.

Ein 40 Seiten starkes Hardcover-Booklet mit raren Fotos, Liner Notes von Warren Zanes und einem Grußwort des Regisseurs Thom Zimny runden das Package ab.

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Fazit: Nicht viel Neues, aber das Material an sich verdient trotzdem die Höchstwertung.

Anspieltipps: Trying To Get To You, Lawdy Miss Clawdy, Peace In The Valley, Suspicious Minds, Like A Baby, Tomorrow Is A Long Time, Wooden Heart (Tom Petty), Home Sweet Home (Gladys Presley), …

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