Eagles: Glenn Frey ist tot

Glenn Frey (foto: wikimedia/steve alexander)

2016 schickt sich an, für Musik-Fans zu einem Arschloch-Jahr zu werden. Nach Natalie Cole und David Bowie hat es nun auch einen der Eagles erwischt: Glenn Frey ist tot. Er wurde nur 67 Jahre alt. 

Den Tod ihres Mitgründers gab die US-Band auf ihrer Homepage bekannt. Demnach starb der 67-jährige Frey am Montag in New York. „Glenn kämpfte in den vergangenen Wochen einen mutigen Kampf, aber er erlag traurigerweise den Komplikationen einer rheumatoiden Arthritis, einer akuten Dickdarmentzündung und einer Lungenentzündung“.

„Worte können weder die Trauer noch die Liebe und den Respekt für all das ausdrücken, was er uns, seiner Familie, der Musikgemeinde und Millionen Fans weltweit gegeben hat.“

It is with the heaviest of hearts that we announce the passing of our comrade, Eagles founder, Glenn Frey, in New York…

Posted by Eagles on Montag, 18. Januar 2016

Gitarrist, Songwriter und Sänger Frey gründete 1971 gemeinsam mit Drummer Don Henley die Eagles, als Begleitband für Linda Ronstadt. Zur Kapelle gehörten damals auch Gitarrist Bernie Leadon und Bassist Randy Meisner. Sie wurden schnell zu Posterboys des California Rock, feuerten Hit um Hit ab, darunter Klassiker wie „Hotel California“, „Take It Easy“ (das Frey sang) oder „Tequila Sunrise“.

Wie so oft im Rock’n’Roll-Zirkus war man sich bandintern allerdings irgendwann nicht mehr so grün. Und so zersplitterte die Band 1980 nach viel Streiterei und vielen Querelen. Ein Comeback schien damals undenkbar. Don Henley meinte damals: Eher würde die Hölle zufrieren. 1994 gaben sich die Eagles allerdings dann doch einen Ruck, die Tournee lief logischerweise dann auch unter dem Banner  „The Hell Freezes Over Tour“.

„Er war wie ein Bruder für mich, wir waren Familie, und wie bei den meisten Familien gab es einige Störungen“, so Henley über Frey. „Aber der Bund, den wir vor 45 Jahren schmiedeten, war nie gebrochen, nicht einmal während der 14 Jahre, die die Eagles getrennt waren.“

2007 veröffentlichten die Eagles das Studioalbum: „Long Road Out Of Eden“. In der Mitteilung zum Tode Freys zitieren seine Bandkollegen und seine Familie aus dem darin enthaltenen Song „It’s Your World Now“: „Die Zeit, die wir geteilt haben, ging so schnell vorbei; wie ein Traum, von dem wir wussten, dass er nicht andauern würde. Aber wenn ich könnte, würde ich alles wieder genauso machen. Aber ich muss mich bald auf den Weg machen. Es ist jetzt deine Welt.“

Geboren wurde Frey 1948 in Detroit, wuchs jedoch in einem Vorort der Stadt auf. Nach dem Split der Eagles wandelte der Gute auf Solo-Pfaden und  veröffentlichte unter anderem Songs wie „The Heat Is On“ und „Smuggler’s Blues“. Erfolgreich, ja, aber nicht so erfolgreich wie mit den Eagles.

Die Band wurde insgesamt mit sechs Grammys ausgezeichnet und 1998 in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen. Im vergangenen Juli hatte sie ihre „History of the Eagles Tour“ beendet. Im Dezember hätten die Eagles – nun bestehend aus Frey, Henley, Joe Walsh und Timothy B. Schmit – den Preis des Kennedy Center in Washington erhalten sollen. Der Termin musste wegen Freys Gesundheitsproblemen verschoben werden.