Die Höchste Eisenbahn – Blume

In einer guten Woche, also sehr bald, erscheint das neue Album „Wer bringt mich jetzt zu den Anderen“ von Die Höchste Eisenbahn.  Als kleinen Appetizer veröffentlichte die Band dieser Tage vorab das Video zur Single „Blume“ – und schaffte es damit bei uns direkt in die „Video of the Week-Kategorie. 

„Wer bringt mich jetzt zu den Anderen“ ist das zweite Album der 2011 gegründeten Berliner Kapelle, das Debüt „Schau in den Lauf, Hase“ erschien 2013.

Irgendwann 2015 hatte Die Höchste Eisenbahn entschlossen, wieder gemeinsam Musik zu machen. Im eigenen Studio diesmal, ohne Produzenten, ohne einengenden Zeitplan, ohne Rücksicht auf Jahreszeit und Biorhythmus. Trommeln werden bespannt, Saiten aufgezogen, Drum Machines entstaubt und Hüpfburgen aufgeblasen. Erst wird munter ins Blaue musiziert, Felix Weigt, Max Schröder, Moritz Krämer und Francesco Wilking denken an nichts, nur dass der eine Akkord eine Schaukel und der andere eine Gewitterwolke ist.

Aber dann kommen die Fragen.
„Wer legt die Leitungen durchs Meer?“
„Wer bringt mich jetzt zu den Anderen?“
„Wo endet das?“

Und die Fragen enden alle in den Liedern, zusammen mit den Menschen, die sie aussprechen. Da ist Louie, der nicht versteht, warum seine Freundin so rastlos ist. Kette, der alles gegen die Wand fahren will. Timmy, der sich grundlos wehtut und Lisbeth, die verbotenerweise rot wird, wenn sie „Ich liebe dich“ hört.

Die Welt, in der diese Kurzgeschichten spielen, also die Musik, lässt sich laut Waschzettel „mit Pistole auf der Brust durch drei Adjektive beschreiben: warm, leicht, weit. Natürlich fährt hier Popmusik-Geschichte mit. Die Zurückgelehntheit von Fleetwood Mac, die kindliche Crazyness der Talking Heads und der Schluffie-Folk-Funk der Allman Brothers zum Beispiel.“

Klar, die bekannten Dx7-Brass-Synths und Juno-Pads sind wieder mit von der Partie, aber die Band übt sich auch im Experimentieren: Erstmals setzt sie Bongos und Motown-Streicher, ja, sogar eine chinesische Viola ein. Ist das schon Weltmusik? Und wenn ja – warum nicht? Die Höchste Eisenbahn erfindet durch Kombinieren, durch Schichten Calypso mit Nintendo, Yachtrock mit Dream Pop. Und die vier Musiker schauen dabei nicht auf ihre Schuhe, sondern in den Himmel, der immer noch jeden Tag blauer wird.

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