Der junge Inspektor Morse – Staffel 1

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8 Edel: Motion

8

Endlich auch in Deutschland zu haben: „Der junge Inspektor Morse“ ist nun auch hierzulande endlich auf DVD erschienen. In Großbritannien sind schon vier Staffeln zu dem Inspector-Morse-Prequel ausgestrahlt worden, die fünfte wird 2018 anlaufen.

Keine Frage: „Inspector Morse“ gehörte zu den beliebtesten britischen Krimi-Serien aller Zeiten. Zwischen 1987 und dem Jahr 2000 wurde in mehr als 33 Folgen und 77 Specials ermittelt – und in mehr als 200 Länder wollte man dabei zusehen. Lag natürlich auch an John Thaw, der den etwas steifen Inspector mit Hang zu Scotch, astreiner Grammatik und Wagner brillant verkörperte. Thaw starb zwei Jahre, nachdem es seinen Charakter Morse auch in der letzten Serienfolge erwischte. Genug hatten die Fans von den Oxford-Krimis dennoch nicht: Zwischen 2007 und 2015 wurde das Morse-Spin-Off „Lewis“ gedreht, das Morses ehemaligen Assistenten in den Mittelpunkt rückte und ebenfalls Kult wurde.

Die Geschichte um Morse und Lewis, sie schien danach auserzählt. Denkste. Die Briten haben mit „Der junge Inspektor Morse“ 2012 eine Prequel-Serie ins Leben gerufen, in der Shaun Evans in die Rolle des jungen, ambitionierten, aber auch noch etwas grünen Morse schlüpft – und die bis heute recht erfolgreich läuft.

Zu Beginn der ersten Staffel nehmen uns die Macher mit ins Oxford der sechziger Jahre. In eine Zeit also, als der Polizei noch nicht so viele technische Sperenzchen zur Verfügung standen. Die Serie beginnt mit dem jungen Endeavour Morse, als er zum ersten Mal nach seinem abgebrochenen Studium wieder in die Uni-Stadt zurückkehrt und als frischgebackener Detective Constable direkt Mal mit dem mysteriösen Verschwinden einer 15-Jährigen konfrontiert wird. Die Dünkel seiner Vorgesetzten machen ihm zunächst schwer zu schaffen, doch schnell erkennt der erfahrene Detective Inspector Thursday (Roger Allam) das Potential des überall aneckenden Neulings und nimmt ihn unter seine Fittiche … 

Man kann sich natürlich darüber ärgern, dass Filme- und Serienmacher sich immer wieder bei bewährten Stoffen bedienen, dass es kaum noch Innovationen gibt und immer nur auf Nummer sicher gegangen wird. Oder man kann es lassen. Es auch als Risiko betrachten, einer derart erfolgreichen Serie ein Prequel zu verpassen, bei dem der eine oder andere vielleicht nur darauf warten wird, es in der Luft zu zerreissen. Oder man kann einfach die Serie genießen, die von einem hervorragenden Hauptdarsteller getragen wird, die einen mit spannenden Fällen konfrontiert – und die natürlich davon lebt, dass es immer wieder schöne Momente gibt, die auf den späten Morse hinweisen. Sei es der Musikgeschmack des jungen Morse, die Liebe zum Bier, die erste Begegnung mit dem roten 1960er-Jaguar Mark II oder dem pedantischen Aufspüren von Grammatikfehlern. Und klar, beeindruckend ist auch, wie detailgetreu und stilecht die sechziger Jahre hier wieder visuell lebendig gemacht wurden.

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Fazit: Nicht nur für Morse-Fans unterhaltsam.

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